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Starke: So beschützte ich Ribery

Starke: So beschützte ich Ribery

In seinen sechs Jahren als Bayern-Keeper war Tom Starke eine Randfigur. Dass er dennoch wichtige Aufgaben übernahm, wie der heute 40-Jährige schildert.
Er spielte für den 1. FC Nürnberg, Bayern München und den SC Freiburg: Dieser Spieler ist beim Trikot-Bingo gesucht.
. SPORT1
von SPORT1
am 23. Sept

Tom Starke ist beim FC Bayern eine echte Institution - obwohl er in seinen sechs Jahren als aktiver Spieler gerade einmal zwölf Mal das Tor hütete. (DATEN: Die Tabelle der Bundesliga)

Dass er in dieser Zeit mehr Pokale (15) sammelte, als im Bayern-Kasten zu stehen, tut seiner Popularität bei den FCB-Fans bis heute keinen Abbruch - im Gegenteil.

„Beim FC Bayern kommt es eben auf Leis­tung an, auch als Ersatz­tor­hüter“, sagt der heutige Torwarttrainer von Bayerns U19 bei 11Freunde. „Und ich wusste nie, wann ich das nächste Mal gebraucht werde, ob heute oder in zwei Jahren. Ich wollte immer bereit sein und des­halb im Trai­ning nie­mals abfallen.“ (DATEN: Ergebnisse und Spielplan der Bundesliga)

Bei Eitelkeiten oder Alleingängen seiner Teamkameraden sei er direkt eingeschritten und habe mit den Kollegen Tacheles geredet.

Starke: „Ich will da keinen Namen nennen ...“

„Ich will da keine Namen nennen, aber bei den Bayern kommt es vor, dass ein Spieler in seinen Augen zu früh aus­ge­wech­selt wird und er damit unzu­frieden ist“, plaudert Starke aus dem Nähkästchen

„Einmal hatte ich das Gefühl, dass dieser Spieler im nächsten Trai­ning eher gegen den Trainer gespielt hat, um ihm zu zeigen, wie sauer er war. Da habe ich mir den Kol­legen geschnappt und ihm klargemacht, dass er sich ja nur selber schadet und er den Trainer in dessen Mei­nung nur bestä­tige. Ich habe ihm gesagt: ‚Wenn du schon so ego­is­tisch denkst, dann sorg‘ dafür, dass der Trainer beim nächsten Mal nicht an dir vor­bei­kommt!‘“

Seine Rolle hinter Manuel Neuer habe er daher vor allem in der Kabine ausgefüllt: „Ich würde jetzt nicht sagen, ich sei der Gute-Laune-Bär gewesen, aber ich habe zugehört, mich als Ansprech­partner ange­boten. Ich glaube, das haben viele Kol­legen geschätzt.“

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Dabei verrät der heute 40-Jährige, dass es nicht immer einfach gewesen sei, zurückzustecken. „Wenn ich in Test­spielen richtig gut gehalten habe, eine super Trai­ningswoche absol­vierte, wenn ein­fach alles geklappt hat - da dachte ich heim­lich schon: Ich bin so gut drauf, jetzt wäre es schön, auch zu spielen! Weil ich es mir auch selbst beweisen wollte. Und natür­lich spielte am Wochen­ende dann wieder Manuel Neuer.“

Wie Starke Ribéry schützte

Seinen Einstand als Bayern-Keeper gab Starke dann ausgerechnet im Spiel bei seinem Ex-Klub, der TSG Hoffenheim. Das war ein Ein­satz, der die ganze Mensch­lich­keit von Jupp Heynckes beschreibt“, erinnert sich Starke. (NEWS: Alle aktuellen Infos zur Bundesliga)

„Er hatte mir einen Ein­satz schon zu Sai­son­be­ginn ver­spro­chen, vor der gesamten Mann­schaft. Er hat gesagt, wie wichtig ich wäre und dass ich ganz sicher gebraucht würde. Er meinte: ‚Bis jetzt hat Tom noch keinen Ein­satz, aber er wird Deut­scher Meister mit uns und er wird noch auf dem Platz stehen, bevor wir Deut­scher Meister sind.‘ Und natür­lich hat es mich gefreut, dass Manuel Neuer es sofort akzep­tiert hat, als das Spiel kam und ich auf­laufen sollte.“

Starke hielt in diesem Spiel seinen Kasten sauber und die Münchner feierten einen 1:0-Sieg. In Erinnerung ist dem damaligen Keeper vor allem noch, wie er Frank Ribéry davor schützte, sich eine Verwarnung vom Schiedsrichter einzuhandeln.

„Er neigte halt dazu, sich bei der einen oder anderen Fehl­ent­schei­dungen über den Assis­tenten auf­zu­regen. Da bin ich gerne mal dazwi­schen, habe das Meckern für ihn über­nommen, um im Zwei­fels­fall die Gelbe Karte zu kas­sieren. Der Franck war für unser Spiel ja viel wich­tiger.“

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