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Europa staunt: „Bayern sind verrückt!“

Europa staunt: „Bayern sind verrückt!“

Der FC Bayern liefert im Topduell eine Leistung ab, die nicht nur in Fußball-Deutschland mehr als nur Respekt einflößt. Dabei geben sich die Nagelsmann-Schützlinge sogar noch selbstkritisch.
Machtdemonstration des FC Bayern! Gegen Verfolger Bayer Leverkusen führt der Rekordmeister bereits zur Halbzeit mit 5:0.
Lukas von Hoyer
Lukas von Hoyer
von Lukas von Hoyer

„Die Bayern sind verrückt“, lautete die Headline der Marca zum Topspiel in der Bundesliga.

Auch ein Hinweis darauf, dass die Ansage des deutschen Rekordmeisters weit über die Landesgrenzen hinaus mächtig Eindruck hinterlassen hat - unter anderem auf der iberischen Halbinsel.

Die spanische Sportzeitung hatte damit ihren Erklärungsversuch zu der historischen 5:1-Gala des FC Bayern beigetragen. Oder dem historischen Debakel, um es aus Sicht von Bayer Leverkusen zu sagen.

Nach der Bayern-Gala lässt den deutschen Fußball-Fan ein Gedanke einmal mehr nicht los: Irgendwie entstammt der Rekordmeister fußballerisch dieser Tage mal wieder einem anderen Planeten.

Das zeigte auch der Trainer, der nach Abpfiff nichts Besseres zu tun hatte, als durchaus kritisch zu analysieren, sein Team hätte im ersten Durchgang doch noch das eine oder andere Tor mehr schießen müssen. (NEWS: Alle aktuellen Infos zur Bundesliga)

Bayern-DNA muss Konkurrenz Angst machen

„Es klingt bei 5:0 komisch, aber wir hatten auch die Chancen auf das sechste, siebte und achte Tor in der ersten Halbzeit“, sagte Julian Nagelsmann bei DAZN gesagt. Dabei war bereits der Fünf-Tore-Vorsprung zur Pause historisch. (DATEN: Ergebnisse und Spielplan der Bundesliga)

Denn: Nie zuvor hatten die Bayern in der Bundesliga auswärts derart hoch zur Pause geführt - und auch noch nie fünf Tore im ersten Durchgang erzielt.

Über den furiosen Vierfach-Reigen zwischen der 30. und 37. Minute klang Joshua Kimmich zwar angetan: „Ich habe uns das schon zugetraut. Die erste Halbzeit war ab der 30. Minute schon gigantisch.“

Dennoch bemängelte das Mentalitätsmonster der Münchner, seine Mannschaft habe eigentlich gar nicht gut ins Match gefunden. Dass Kimmich dabei ebenso nüchtern klang wie Nagelsmann, sollte der Konkurrenz in der Bundesliga und auch in Europa Sorgen bereiten.

Die entscheidende Frage nach dem verkappten Spitzenspiel von Leverkusen ohne erkennbar funktionierende Gegenwehr der Kontrahenten: Wo sind überhaupt Ansätze, diesen FC Bayern in seinem Tore-Rausch zu stoppen?

Meijer: „Das war Männekes gegen Männer“

Fakt ist, dass die Münchner derzeit nur ihre eigenen Rekorde jagen. Mit 29 Toren in den ersten acht Spielen stellte der FCB seine eigene Bestmarke aus der Saison 1976/77 ein.

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„Sie haben gespielt wie vom anderen Stern - das war die beste Bayern-Halbzeit in dieser Saison“, schwärmte der ehemalige deutsche Nationalspieler Ulf Kirsten bei Sky.

Dort warf auch Erik Meijer seinen Hut in Sachen Erklärungen in den Ring: „Das war Männekes gegen Männer.“ Zu deutsch in erweiterter Übersetzung: Da haben echte Kerle einem Team aus Bürschchen gehörig den Hintern versohlt.

Egal, wie man es nennen mag: Offenbart sich in einem Spitzenspiel - immerhin war Leverkusen mit Tabellenführer Bayern zuvor punktgleich - ein derartiger Klassenunterschied, dann ist auch klar: Diese Bayern können sich gegenwärtig fast nur selbst schlagen - so wie vor der Länderspielpause gegen Eintracht Frankfurt, als sie reihenweise beste Chancen liegen ließen.

Auch Borussia Dortmund, das Anfang Dezember mit den Bayern die Kräfte misst, kann trotz seiner Urgewalt Erling Haaland da wohl kaum mithalten.

Effenberg: „… sonst sinkt die Attraktivität“

SPORT1-Experte Stefan Effenberg hatte bereits vor dem Leverkusen-Duell deutlich gemacht, wie trügerisch die tabellarische Spannung in der Bundesliga sei. (DATEN: Die Tabelle der Bundesliga)

„Der FC Bayern wird wahrscheinlich zum zehnten Mal in Folge Meister. Das müssen andere Klubs wie Leipzig oder Dortmund verhindern, sonst sinkt die Attraktivität“, sagte Effenberg im STAHLWERK Doppelpass auf SPORT1.

Der STAHLWERK Doppelpass vom 17. Oktober in voller Länge zum Nachschauen - unter anderem mit Geschäftsführer Sport SpVgg Greuther Fürth Rachid Azzouzi Gast-Moderator Rudi Brückner.
1:43:47
Sendung verpasst? Der STAHLWERK Doppelpass mit Rachid Azzouzi vom 17.10.

Leipzig liegt nach acht Spieltagen bereits acht Punkte hinter den Münchnern, der BVB wenigstens nur einen.

Das jetzige Bayern-Statement mit Donnerhall nötigt auch in anderen Ländern mächtig Respekt ab.

„Den Gipfel erklommen - das Signal ist gesendet“, schrieb die italienische Gazzetta dello Sport.

„Bayern beeindruckt in Leverkusen und braucht nur eine Halbzeit, um die Hoffnungen von Bayer zu zerstören“, war in der französischen L‘Équipe zu lesen. Die englische Daily Mail schrieb von „brillanten Bayern“, gegen die ein Comeback von Leverkusen zu keinem Zeitpunkt möglich gewesen sei.

Und in Spanien erklärt man sich die Leistungen des FC Bayern eben mittlerweile mit Verrücktheit.

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