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Warnschuss Kimmich: Jetzt Impf-Offensive?

Warnschuss Kimmich: Jetzt Impf-Offensive?

Die DFL appelliert in einem Schreiben an Klubs und Profis, sich impfen zu lassen. Sie sieht die Winterpause als am spätesten geeigneten Zeitpunkt. Joshua Kimmich dürfte als Warnschuss dienen.
Die Corona-Fälle im Profi-Fußball häufen sich, neben zahlreichen Bayern-Spielern wurde nun auch Leipzig-Coach Marsch positiv getestet. Die Forderungen nach einer Impf-Pflicht in der Bundesliga werden immer lauter.
Maximilian Schwoch
Maximilian Schwoch
Stefan Schnürle
Stefan Schnürle
von Maximilian Schwoch, Stefan Schnürle

Kaum ein Tag vergeht ohne neue Coronafälle in der Bundesliga.

Vor allem beim FC Bayern gibt es aktuell fast täglich neue positive Tests - und die Kadergröße schrumpft immer weiter.

Am Mittwoch wurde bekannt, dass Eric Maxim Choupo-Moting und Joshua Kimmich positiv getestet worden waren. Beide Spieler befinden sich bereits in häuslicher Isolation.

Da sich ungeimpfte Spieler nicht vorzeitig aus der Isolation freitesten können, werden beide im Kracher gegen den BVB ausfallen.

Neben ihnen gilt auch Michael Cuisance als ungeimpft.

Flick: Gnabry hat Boosterimpfung bekommen

Wie Hansi Flick beim „Medien Meet-Up“ der Direktionen und Nationalmannschaften des DFB berichtete, hat Serge Gnabry, der nach einer Corona-Infektion genesen war, dagegen seine erste Impfung erhalten.

„Serge hat eine Boosterimpfung bekommen“, erklärte Flick. Bei Gnabry würde diese aufgrund überstandener Infektion bereits für den vollen Impfschutz ausreichen.

Und auch Jungstar Jamal Musiala soll den vollen Impfschutz in der Winterpause aufbauen. (DATEN: Die Tabelle der Bundesliga)

Sportrechtler Christoph Schickhardt erklärt im STAHLWERK Doppelpass, warum Bayern-Star Joshua Kimmich trotz Quarantäne nicht bezahlen muss.
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"Von Polizei abgeholt"? Impfzwang für Kimmich und Co. abwegig

Der Fall Kimmich wird nicht nur dem FC Bayern, sondern der gesamten Bundesliga als Warnschuss dienen, dass die Winterpause dringend zu einer Impf-Offensive genutzt werden muss. Spätestens.

DFL appelliert an Klubs und Spieler

Die Impfdebatte im Profifußball hatte schon im vergangenen Monat angesichts rasch steigender Fallzahlen ordentlich an Fahrt aufgenommen.

Gnabry, Kimmich, Musiala und Choupo-Moting hatten während der Länderspielpause in Quarantäne gemusst, nachdem der doppelt geimpfte Niklas Süle positiv getestet worden war.

Für Aufregung hatte zudem ein Bericht der Bild am Sonntag gesorgt, nach dem der Rekordmeister seinen ungeimpften Profis im Falle der Quarantäne das Gehalt kürzen will.

SPORT1 kann bestätigen, dass es Gespräche mit den ungeimpften Spielern gegeben hat.

Größeres Risiko für ungeimpfte Profis

Da die Quarantäne-Regelungen bei ungeimpften Profis strikter sind, ist das Risiko, aufgrund von Quarantäne kurzfristig auszufallen, höher als bei geimpften. Gleiches gilt für das Risiko einer möglichen Infektion.

Unabhängig einer möglichen 2G-Regelung für Profis, die die Ministerpräsidenten der Bundesländer prüfen lassen wollen, hat die DFL vor einigen Tagen eine E-Mail an die 36 Profiklubs geschickt.

Darin appellieren Dr. Tim Meyer, Vorsitzender der Medizinischen Kommission des DFB und der DFL Task Force Sportmedizin/Sonderspiel, BVB-Mannschaftsarzt Markus Braun, Nürnbergs Teamarzt Werner Krutsch und Barbara Gärtner: „Lasst euch impfen.“

Nach positivem Corona-Test kehrt der erste Profi des FC Bayern aus der Quarantäne wieder zurück aufs Trainingsgelände.
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Nach Quarantäne: Erster Bayern-Profi zurück

Impfung „spätestens in der Winterpause“

In dem Schreiben heißt es: „Wir fordern ungeimpfte Personen innerhalb, aber auch außerhalb des Fußballs dringend auf, eine Impfung in Betracht zu ziehen und sich seriös darüber zu informieren. Impfungen sind der Schlüssel zum zügigen Beenden der Pandemie und durch keine andere Maßnahme zu ersetzen.“

Weiter erklärte die Task Force: „Nebenwirkungen können auftreten, stehen aber in Häufigkeit und Schwere in einem absolut vertretbaren Verhältnis zur Wirkung. Dies gilt umso mehr, wenn man mögliche ungünstige und langwierige Verläufe von Covid-19 in Betracht zieht.“

Spätestens die Weihnachtspause könnte der Mail zufolge im laufenden Spielbetrieb für Profispieler eine günstige Gelegenheit darstellen, eine Impfung zu beginnen, zu vervollständigen oder aufzufrischen.

Wurde von Impfung im laufenden Spielbetrieb abgeraten?

Für Wirbel sorgte ein Bericht, nachdem den Profis explizit von einer Impfung im laufenden Spielbetrieb abgeraten worden sei. Auf SPORT1-Anfrage verneinte die DFL dies und verwies auf das Schreiben.

Spieler, die sich impfen lassen wollen, müssen also abwägen.

Warten sie mit der Immunisierung bis zur Winterpause und setzen sich so einem erhöhten Risiko einer zwischenzeitlichen Quarantäne oder Infektion aus?

Oder lassen sie sich sofort impfen und riskieren damit einen kurzfristigen Abfall der Leistungsfähigkeit oder Ausfall?

Denken ungeimpfte Spieler um?

Gerade bei den Bayern, die im Herbst nahezu im Drei-Tage-Rhythmus spielen, will so eine Entscheidung wohl überlegt sein.

Die Tendenz bei den ungeimpften Spielern des Rekordmeisters geht in Richtung Impfung. Neben Cuisance soll auch Kimmich bereits vor dem positiven Test über eine Impfung nachgedacht haben.

„Ich habe mit Jo gesprochen. Ich glaube, dass es in die Richtung geht, dass er sich impfen lassen wird“, hatte Bundestrainer Flick vor Kimmichs positivem Test gesagt.

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Genesungswünsche verknüpfte Lauterbach mit einer eindringlichen Warnung: „In der Gruppe der Ungeimpften liegt die Inzidenz weit über 1.000. Das Risiko ist unbeherrschbar.“

Kimmichs Corona-Infektion sollte für andere ungeimpfte Profis der letzte Warnschuss sein, der Empfehlung der DFL zu folgen und die Winterpause für die Impfung zu nutzen.

Andernfalls wird es sehr wahrscheinlich auch in der Rückrunde täglich neue Fälle geben.

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