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Leipzig zahlt die Zeche bei Olmo

Leipzig zahlt die Zeche bei Olmo

Dani Olmo fehlt RB Leipzig bis Jahresende. Die Sachsen zahlen damit den Preis für Olmos spanischen Sommer mit der EM und Olympia. Laut einer Studie ist der Star extrem überspielt.
Die TSG Hoffenheim gewinnt ihr Heimspiel gegen RB souverän. Die Leipziger zeigen sich nach der Länderspielpause in desolater Verfassung und rutschen in der Tabelle weiter ab.
Vincent Wuttke
Vincent Wuttke
von Vincent Wuttke

Dieser Sommer war offenbar zu viel!

Dani Olmo fehlt RB Leipzig mit einem Muskelfaserriss im linken Bein bis zum Jahresende. Bereits im September hatte er einen Muskelfaserriss im rechten Bein erlitten und musste fünf Wochen lang pausieren. (DATEN: Die Tabelle der Bundesliga)

Damit fehlt der Spanier neben dem positiv auf Corona getesteten Trainer Jesse Marsch und Péter Gulácsi in den kommenden Tagen - und damit auch im Champions-League-Spiel beim FC Brügge am Mittwochabend. (Champions League: FC Brügge - RB Leipzig ab 21 Uhr im LIVETICKER)

Dabei zahlen die Sachsen nun offenbar den Preis für die hohe Belastung des Spaniers in den vergangenen Monaten. (DATEN: Ergebnisse und Spielplan der Bundesliga)

Olmo absolvierte 46 Spiele für Leipzig

Denn: Kaum ein Spieler in Europa hat so ein Pensum absolviert wie Leipzigs Allrounder.

In der vergangenen Saison hatte Olmo satte 46 Begegnungen mit den Sachsen absolviert und dabei sieben Treffer erzielt sowie zwölf Vorlagen gegeben. Das letzte Pflichtspiel für den Bundesligisten bestritt der 23-Jährige in der Spielzeit 2020/21 am 13. Mai.

Doch nach dem 1:4 im Finale des DFB-Pokals gegen den BVB ging es für Olmo nicht in den Urlaub, sondern zur Vorbereitung für die EM mit der spanischen Nationalmannschaft. (NEWS: Alle aktuellen Infos zur Bundesliga)

Bis zum 6. Juli spielte Olmo bei der Auswahl eine wichtige Rolle, stand bei fünf Partien auf dem Rasen und kam bis zum Aus im Halbfinale gegen Italien (3:5 nach Elfmeterschießen) auf drei Vorlagen.

Olmo nach der EM direkt zu Olympia

Danach eine Verschnaufpause? Von wegen! Für Olmo stand die Reise nach Tokio zu Olympia an - und zwar ohne einen Urlaubstag.

Dem Spanier war es zunächst egal. Er führte sein Team in sechs Spielen an (ein Tor, zwei Assist) und holte nach dem 1:2 gegen Brasilien im Finale am 7. August Silber.

Übrigens hatten Olmos Kollegen bei Leipzig zu diesem Zeitpunkt bereits genau einen Monat Vorbereitung in den Knochen.

Der Vielspieler durfte immerhin nach Olympia einen kurzen Urlaub machen, stieg aber bereits am 24. August wieder ein und schnürte am 11. September erstmals seine Schuhe in der Bundesliga.

Olmo nach Mega-Sommer im Formtief

Doch so stark Olmo in der vergangenen Saison auftrat, so wenig steht er seit seinem Mega-Sommer im Rampenlicht. Der potenzielle Superstar verkam zur Randfigur.

Gerade einmal zwölf Pflichtspiele mit einem Treffer und zwei Vorlagen stehen bisher zu Buche. Olmo spielte kaum eine Rolle!

Dabei schwärmte Trainer Jesse Marsch erst vor einigen Tagen von seinem Star und äußerte große Hoffnungen auf Besserung.

„Wir sind sehr zuversichtlich, dass er jetzt mehr und mehr ein großer Faktor werden und eine starke Rolle bei uns einnehmen wird“, erklärte Jesse Marsch im kicker. „Auf dem Platz ist er sehr clever, dazu technisch perfekt. Er ist kombinationsstark und hat immer eine Lösung mit dem Ball, auch im letzten Drittel.“

Doch die Hoffnungen des Coaches zerschlugen sich nun durch die nächste Verletzung.

Olmo laut Studie extrem überspielt

Dabei ist der Ausfall alles andere als eine Überraschung.

Kaum ein Profi in Europa wurde in den vergangenen drei Jahren laut einer Studie der FIFPro (weltweite Vertretung von Fußballprofis) so hoch belastet wie Olmo. Er hatte insgesamt nur 33 Urlaubstage, wenn der Spielbetrieb ruhte. Von der FIFA werden jedoch 25 freie Tage pro Jahr empfohlen. Die FIFpro sieht sogar fünf freie Wochen pro Jahr als angemessen an.

Laut Experten hätte Olmo also mindestens an 42 Tagen mehr zur Entspannung kommen müssen, wenn man die 25 Urlaubstage der FIFA als Maßstab nimmt!

Die extreme Belastung für Profis wie Olmo hatte bereits vor seinen Verletzungen für Unverständnis gesorgt.

„Es ist nicht nur der Verletzungsaspekt, es geht auch um die Work-Life-Balance und die mentale Gesundheit der Spieler, die sie benötigen, um die nächsten Aufgaben unter großem Druck anzugehen“, sagte Alexander Bielefeld, FIFPro-Leiter für globale Politik.

Bei Olmo wurde darauf nur wenig Rücksicht genommen - und Leipzig zahlt nun die Zeche für dessen „spanischen Sommer“.

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