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Davies ein Risiko! Nagelsmann korrigierte

Davies ein Risiko! Nagelsmann korrigierte

Sowohl Borussia Dortmund als auch der FC Bayern rücken im Bundesliga-Spitzenspiel nicht von ihrem Plan ab. Die Taktik-Analyse von SPORT1-Experte Constantin Eckner.
Der FC Bayern hat das Topspiel des 14. Bundesliga-Spieltags mit 3:2 in Dortmund gewonnen. Im Fokus der Partie war vor allem Schiedsrichter Felix Zwayer.
Constantin Eckner
Constantin Eckner
von Constantin Eckner

Die Diskussionen nach dem 3:2-Sieg des FC Bayern München bei Borussia Dortmund drehten sich vornehmlich um Schiedsrichter Felix Zwayer.

Dabei sollte nicht vergessen werden, dass sich beide Teams auch ein hochinteressantes taktisches Duell lieferten, welches jedoch keinen klaren Sieger sah. (DATEN: Ergebnisse und Spielplan der Bundesliga)

Beide Trainer hatten sich für dieses wegweisende Spitzenspiel keine Überraschungen bei den eigenen Aufstellungen überlegt. Stattdessen lautete sowohl auf Seite von Dortmund als auch München die Devise: Wir vertrauen auf unsere Stärken.

Das zeigte sich auch in der Anfangsphase der Begegnung, als der BVB mit langen Bällen Stürmer Erling Haaland suchte und der FC Bayern mit hohem Pressing die Spielkontrolle übernehmen wollte. (NEWS: Alle aktuellen Infos zur Bundesliga)

Bei den Hausherren agierte Jude Bellingham als Verbindungsmann zwischen Mittelfeld und Angriff, was dem jungen Engländer half, weil er etwas angeschlagen ins Spiel kam und somit weniger Meter als üblich machen musste. Gleichzeitig war Bellingham damit beauftragt, das bayerische Mittelfeld zu blocken und etwa Leon Goretzka nicht zum Zug kommen zu lassen.

Bayern-Pressing mit Risiko

Die Bayern fanden anderweitig ins Offensivspiel, etwa über Freilaufbewegungen von Thomas Müller und Leroy Sané, aber zunächst stand Dortmund stabil.

Wenn der BVB selbst in Ballbesitz war, liefen die Münchener mit fünf Offensivkräften vorn an. Denn Alphonso Davies spielte zunächst nicht als Linksverteidiger, sondern vornehmlich als Linksaußen und beteiligte sich in dieser Rolle am Angriffspressing seines Teams.

Für gewöhnlich konnte der Tabellenführer durch das frühe mannorientierte Anlaufen auch die Dortmunder Spieleröffnung stören. Gelang es aber den Hausherren dennoch, sich mit schnellen Passfolgen zu befreien, stand der FC Bayern viel zu luftig. (DATEN: Die Tabelle der Bundesliga)

Insbesondere im Rücken von Davies klaffte eine riesige Lücke, die von Erling Haaland oder Julian Brandt ausgenutzt wurde. Nachdem der BVB in der ersten Halbzeit mehrfach über diese Seite angreifen konnte, zog Julian Nagelsmann entsprechend Davies etwas zurück, sodass dieser konsequenter nach hinten arbeiten sollte und konnte.

Keine Mannschaft rückt vom Plan ab

Für den Spielverlauf mitbestimmend waren individuelle Fehler in beiden Defensiven wie jene von Mats Hummels vor zwei Bayern-Treffern und jener von Dayot Upamecano vor dem 2:2-Ausgleichstreffer des BVB. Angesichts der vergangenen Wochen und Monate durfte das nicht überrascht haben, denn beide Abwehrreihen waren auch da nicht frei von Fehlern.

Auch, dass Dortmund des Öfteren die Zwischenräume innerhalb der eigenen Formation nur unzureichend verteidigen konnte, war ebenso erwartbar wie die Lücken auf den defensiven Flügeln der Bayern.

Beide Teams zogen ihren Stiefel durch, nahmen Risiken in Kauf, waren sich der eigenen Schwächen bewusst und hofften darauf, dass die Stärken für einen Sieg oder wenigstens Punktgewinn ausreichen würden. Weder Julian Nagelsmann noch Marco Rose rückten vom grundsätzlichen Matchplan ab und nahmen im Verlauf der Partie allenfalls kleinere Anpassungen sowie positionsgetreue Personalwechsel vor.

Auch deshalb kam es am Ende auf individuelle Fehler sowie knifflige Schiedsrichterentscheidungen an.

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