Mit einem 3:2-Erfolg ist der BVB am späten Samstagabend aus Frankfurt zurückgekehrt. Nach dem erstaunlichen Comeback-Sieg sprachen hinterher mal wieder alle über Erling Haaland - obwohl dieser ausnahmsweise mal nicht getroffen hat.
BVB: Michael Zorc nimmt pöbelnden Erling Haaland in Schutz
Zorc feiert Pöbel-Haaland
Unter Fußball-Fans und in vielen Medien werden die Scharmützel des ehrgeizigen Stürmers mit den Frankfurt-Profis Martin Hinteregger und Rafel Borré heiß diskutiert.
Nach dem 2:2-Ausgleich in der 86. Minute durch Jude Bellingham wurde Haaland von Hinteregger unsanft ins Tornetz geschubst. „F*** you! F***ing idiot!, rief Haaland dem Österreicher zu. Nach einem Gerangel sahen die beiden Streithähne Gelb. (DATEN: Die Tabelle der Bundesliga)
Und in der Nachspielzeit zoffte sich Haaland an der Eckfahne mit Borré. „Qué pasa?“, brüllte der Norweger immer wieder in Richtung des Kolumbianers und griff sich dabei beherzt in den Schritt. (DATEN: Ergebnisse und Spielplan der Bundesliga)
Zorc verteidigt BVB-Torjäger Haaland
Beim BVB finden sie das gut. Michael Zorc sagte am Sonntag im Gespräch mit SPORT1: „Erlings Einstellung in der Schlussphase war nicht nur gut, sondern top! Genau das erwarte ich von ihm. Martin Hinteregger und er haben sich beide das ganze Spiel über beharkt. Solche Dinge gehören im Fußball dazu, wenn es in diesem Rahmen bleibt. Ich finde das ausgesprochen gut. Wir spielen schließlich Fußball und kein Schach.“ (DATEN: Ergebnisse und Spielplan der Bundesliga)
Nach dem Spiel sei Haaland, der das 1:2 in der 71. Minute durch Thorgan Hazard vorbereitet hatte, zufrieden gewesen. „Er war in der Kabine hinterher total glücklich und erleichtert - obwohl er kein Tor geschossen hat. Er hat sich voll reingehauen und für die Mannschaft gearbeitet. So muss das sein“, findet der BVB-Manager.
Zorc fordert mehr Konsequenz
Dass den schwarz-gelben Spielern am Samstagabend erneut haarsträubende Patzer unterliefen, monierte der Sportliche Leiter: „Wir müssen endlich die individuellen Fehler abstellen“, sagt er.
„Aber vom Reden passiert das nicht. Ich habe das Gefühl, dass wir einen Riesenaufwand betreiben, um Tore zu schießen, der Gegner es aber ganz einfach hat. Wir schenken die Tore teilweise her. Das hindert uns daran, dass wir noch besser dastehen. Das hat etwas mit Haltung zu tun. Wie bereit bin ich, in die Zweikämpfe zu gehen und im Kollektiv gegen den Ball zu arbeiten? Wie sehr definiere ich mich auch darüber? Jeder einzelne Spieler muss seine eigene, persönliche Anspannung erhöhen - und zwar über das gesamte Spiel hinweg.“
Nach der Pause habe sich die Mannschaft um Trainer Marco Rose, der in der Kabine offenbar die richtigen Worte gefunden hat („Er ist ruhig belieben und hat einige Dinge von der Mannschaft eingefordert, aber auch Fehler analytisch angesprochen. Er hat mit seinen Worten den richtigen Punkt getroffen.“), wieder reingearbeitet. „Wir haben gekämpft, lagen in fast allen Statistiken vorn. Am Ende ist der Sieg natürlich glücklich, aber nicht unverdient.“
Zorc hofft, dass der Last-Minute-Erfolg in Frankfurt nun etwas freisetzt innerhalb der zu Schwankungen neigenden Truppe. „Ich hoffe, dass der Sieg etwas auslöst in uns“, sagt Zorc. „Dieses Erfolgserlebnis soll uns Selbstbewusstsein geben. Dass wir eine gute Mannschaft, die von den letzten 27 Heimspielen nur eines verloren hat, nach 0:2-Rückstand noch schlagen, muss uns Mut machen.“
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BVB-Personalsorgen werden weniger
Zuversicht kann der Borussia mit Blick auf das Heimspiel am Freitagabend gegen den SC Freiburg die Rückkehr von Marius Wolf machen. Der Flügelspieler hat sich nach seiner Corona-Infektion freigetestet und bereits am Sonntag mit der Mannschaft trainiert. Ein Kader-Comeback am Freitag ist möglich.
Ebenfalls zurück ist Dan-Axel Zagadou. „Er ist wieder in Dortmund“, sagt Zorc. „Sein PCR-Test war negativ, er ist also wieder aus der Quarantäne. Er wird jetzt mit dem Aufbautraining beginnen.“ Fragezeichen stehen zudem weiterhin hinter Manuel Akanji (Knie-OP) und Giovanni Reyna (Aufbautraining).
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