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FC Bayern: Frage nach neuem Innenverteidiger spaltet Salihamidzic und Nagelsmann

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FC Bayern: Frage nach neuem Innenverteidiger spaltet Salihamidzic und Nagelsmann

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Was Nagelsmann so frustet

Was Nagelsmann so frustet

Die Frage, ob der FC Bayern noch einen Innenverteidiger braucht, spaltet Nagelsmann und Salihamidzic. Auch der Transfer von Mazraoui ändert an der angespannten Situation wenig.
Auf der Pressekonferenz vor dem Spiel gegen Mainz spricht Bayern Trainer Julian Nagelsmann über die Zukunft von Youngster Tanguy Nianzou.
Tobias Wiltschek
Tobias Wiltschek
Kerry Hau
Kerry Hau

Der FC Bayern ist zum zehnten Mal in Folge Deutscher Meister geworden – und doch wird die Saison als Enttäuschung in die Historie der Münchner eingehen.

„Sollten wir Meister werden, ist es das gleiche Ergebnis wie letzte Saison. Das ist für Bayern München nicht ausreichend“, sagte Trainer Julian Nagelsmann bereits nach dem bitteren Aus im Champions-League-Viertelfinale gegen Villarreal. „Das Halbfinale ist immer das Minimalziel für uns. Das haben wir nicht geschafft.“ (DATEN: Die Tabelle der Bundesliga)

FC Bayern: Nagelsmann wirbt für „frisches Blut“

Nagelsmann kündigte im Nachklang des Spiels an, „frische Luft und frisches Blut“ in die Mannschaft zu bringen. Für besonders wichtig, das hat er in den vergangenen Wochen und Monaten mehrmals deutlich gemacht, erachtetet der Coach diesen frischen Wind für die Innenverteidigung. (DATEN: Ergebnisse und Spielplan der Bundesliga)

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Spätestens seit Februar, als der Abgang von Niklas Süle zum BVB zur kommenden Saison feststand, wurde Nagelsmann nicht müde, einen gleichwertigen Ersatz zu fordern, wenn auch mit der gebotenen Diplomatie. (DATEN: Ergebnisse und Spielplan der Bundesliga)

Doch auch der 34-Jährige weiß, dass den Bayern nach zwei Jahren Corona die Hände bei teuren Transfers gebunden sind. Dieses komplexe Thema werde weiterhin intern behandelt, versicherte Nagelsmann.

Und man kann davon ausgehen, dass dieses Thema in der Tat sehr kontrovers diskutiert wird – vor allem zwischen ihm und FCB-Sport-Vorstand Hasan Salihamidzic.

Salihamidzic: „Vier sehr gute Innenverteidiger“

Denn immer deutlicher wird, dass Salihamidzic nicht dieselbe Notwendigkeit darin sieht, die Abwehr für die kommende Saison zu verstärken.

„Wir haben mit Lucas Hernández, Dayot Upamecano, Benjamin Pavard und Tanguy Nianzou vier sehr gute Innenverteidiger und ich kenne keine Mannschaft, die vier solche Verteidiger in ihren Reihen hat“, sagte der Bosnier nach dem letzten Bundesliga-Heimspiel dieser Saison gegen den VfB Stuttgart.

Damit hatte Salihamidzic indirekt schon bestätigt, dass Pavard in Zukunft auf der rechten Abwehrseite vom designierten Neuzugang Noussair Mazraoui ersetzt und daher häufiger in der Innenverteidigung eingesetzt wird.

Ob die Bayern mit diesem Personal aber in den kommenden Jahren um den Titel in der Champions League mitspielen können, ist die andere Frage. Vor allem von Nianzou, den Salihamidzic im Juli 2020 von PSG geholt hatte, ist Nagelsmann nicht komplett überzeugt.

Wie die L‘Équipe im April berichtete, sorge die unterschiedliche Bewertung des 19-jährigen Franzosen intern zwischen Nagelsmann und Salihamidzic für Spannungen.

Nianzou spielt in der Bundesliga-Rückrunde nur dreimal durch

Wie wenig der Trainer dem Innenverteidiger zutraut, lässt sich auch an dessen Einsatzzeiten ablesen. Selbst in der Rückrunde, als Süles Wechsel zum BVB schon feststand und Nianzou etwas mehr Spielpraxis im Hinblick auf die neue Saison gut getan hätte, setzte Nagelsmann den Teenager in der Bundesliga nur dreimal über die komplette Spielzeit ein.

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Bitter: Gegen Bielefeld wechselte Nagelsmann ihn nach dem brutalen Foul an Fabian Kunze in der Pause schon wieder aus und bezeichnete die Entscheidung später als „erzieherische Maßnahme“. Nianzou habe „immer wieder diesen einen oder anderen Moment drin“, erklärte Nagelsmann später. (NEWS: Alle aktuellen Infos zur Bundesliga)

Dennoch lehnte er auf SPORT1-Nachfrage eine Leihe des U20-Nationalspielers an einen anderen Verein ab, weil er derzeit schlichtweg nicht noch einen Abwehrspieler verlieren will.

Ob die Bayern überhaupt nochmals auf dem Innenverteidiger-Markt aktiv werden, wirkt nach der jüngsten Aussage von Salihamidzic schließlich offener denn je.

Schlotterbeck und Bremer zu teuer

Dabei wäre durchaus der eine oder andere Kandidat auf dem Markt gewesen. Doch entweder war nach SPORT1-Informationen der aufgerufene Preis zu hoch wie bei Nico Schlotterbeck, Gleison Bremer oder Antonio Rüdiger.

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Oder der Rekordmeister hatte sich von vornherein nicht wirklich mit der Option beschäftigt, wie es bei Matthias Ginter der Fall gewesen ist.

Das Ergebnis bleibt am Ende dasselbe. Die Bayern gehen - Stand jetzt - wie in der vergangenen Saison mit vier Innenverteidigern in die Spielzeit.

Für Nagelsmann hieße das, er müsste auch in der neuen Saison das Minimalziel Halbfinale der Champions League angreifen, ohne dafür zumindest in der Abwehr auf allerhöchstem Top-Niveau aufgestellt zu sein.

Ein schwieriger Spagat.

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