Es hätte nicht viel gefehlt, und Uli Hoeneß hätte einst beim FC Bayern gekündigt.
Ex-Bayern-Boss Hoeneß erinnert sich: "Deshalb schrieb ich meine Kündigung"
Hoeneß: „Geweint wie Schlosshund“
Warum eigentlich? 1989 tobte beim deutschen Rekordmeister ein Streit - es ging um den Trikotsponsor. Während Hoeneß auf Opel setzen wollte, sprach sich der damalige Schatzmeister Kurt Hegerich für die Münchner Paulaner-Brauerei auf der Bayern-Brust aus. (NEWS: Alle aktuellen Infos zur Bundesliga)
„Deshalb schrieb ich meine Kündigung. Weil ich mit Opel schon klar war und General Motors, die Mutterfirma, darauf bestand“, berichtete Hoeneß, zwischen 1979 und 2009 als Bayern-Manager und anschließend als Präsident aktiv, in der Sport Bild.
Hoeneß-Streit um Bayern-Sponsor
Im Podcast 11 Leben - die Welt von Uli Hoeneß hatte der langjährige Bayern-Boss schon einmal dazu Stellung bezogen. „Wir hatten vorher von Commodore 1,5 Millionen bekommen, Opel bot 4,5 Millionen. Aber unser Schatzmeister hat mich zwingen wollen, eine Münchner Lösung zu finden“, berichtete Hoeneß, der 2019 als Präsident ausschied, darin: „Er hat mit Paulaner gesprochen und einer anderen Brauerei verhandelt, die nicht so viel bezahlt hätten.“ (News: Bayern-Neuzugang verblüfft Hoeneß)
Die Begründung sei gewesen, „dass wir, der FC Bayern München, nicht mit einem amerikanischen Konzern zusammengehen könnte. Opel gehörte ja damals zu General Motors. Das passe nicht zum FC Bayern.“ (DATEN: Die Tabelle der Bundesliga)
Letztendlich liefen die Münchner zwischen 1989 und 2002 doch in Opel-Trikots auf und Hoeneß machte weiter. Seit 2002 ist die Deutsche Telekom Partner, zuletzt wurde ein neuer Millionen-Deal verkündet.
Hoeneß: „Ich hätte alles aufgeben müssen“
In seiner Laufbahn gab es noch weitaus dunklere Momente, wie beispielsweise den Flugzeugabsturz am 17. Februar 1982, als er als einziger von vier Passagieren überlebte, oder seine dreieinhalbjährige Haftstrafe, die Hoeneß schlussendlich zur Hälfte verbüßen musste.
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Nur wenige Tage nach dem Absturz setzte sich Hoeneß wieder in einen Flieger. „Das war ein Test: Wie ist es, wenn ich in einen Flieger steige? Wie sollte ich den Job weitermachen, ohne zu fliegen?“, erinnert sich Hoeneß: „Ich hätte alles aufgeben müssen. Nach ein paar Wochen war ich dann in der Tretmühle wieder drin. Habe jedoch die Konsequenz gezogen, dass ich nicht mehr in kleinen Maschinen fliege.“
Inzwischen habe er bei kleineren Wacklern keine Probleme mehr: „Doch wenn es im Anflug auf München fünf Minuten Verwirbelungen gibt, habe ich natürlich mehr Angst als früher.“ (DATEN: Ergebnisse und Spielplan der Bundesliga)
Hoeneß: „Habe geweint wie ein Schlosshund“
Im Rahmen seiner Verurteilung habe sich besonders eine Erinnerung eingeprägt: „Dass ich nachts um drei mit meiner Familie die Entscheidung getroffen habe, ohne Berufung ins Gefängnis zu gehen. Darüber bin ich sehr froh.“
„Unvergessen“ bleiben, wie das Bayern-Team und die Fans 2013 im Wembley-Stadion Hoeneß beim Champions-League-Sieg über Dortmund gefeiert haben, und die Jahreshauptversammlung 2014, als Hoeneß das Präsidentenamt an Karl Hopfner übergab.
„Da standen 5000, 6000 Menschen auf und klatschten zehn Minuten lang“, erzählte Hoeneß: „Ich habe geweint wie ein Schlosshund. Das hat meine Meinung verändert, ganz aufzuhören - und mich zu dem Spruch animiert: ‚Das war‘s noch nicht.‘“