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Gladbach-Star Hofmann: Diesem Bayern Star "schaue ich besonders gerne zu"

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Gladbach-Star Hofmann: Diesem Bayern Star "schaue ich besonders gerne zu"

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Hofmann feiert Bayern-Überflieger

Es läuft für Jonas Hofmann und Borussia Mönchengladbach. Bei SPORT1 spricht der 30-Jährige über seine Ziele, Trainer Farke, das anstehende Bayern-Spiel und die WM.
Gladbach-Coach Daniel Farke hat verraten, dass er seine Spieler an der Seitenlinie "durchbeleidigt". Im SPORT1-Interview verrät Jonas Hofmann, wie er zu den Ausbrücken seines Trainers steht.
Lukas Rott
Lukas Rott

Borussia Mönchengladbach ist zurück auf der Erfolgsspur. Mit sieben Punkten nach drei Spieltagen stehen die Fohlen auf Platz zwei - zum gleichen Zeitpunkt in der vergangenen Saison wartete das damalige Hütter-Team noch auf den ersten Sieg und hatte nur einen Zähler auf dem Konto.

Im großen SPORT1-Interview spricht Leistungsträger Jonas Hofmann über die Gründe für die Trendwende bei der Borussia unter Neu-Trainer Daniel Farke. Außerdem verrät der 30-Jährige, mit welcher Erwartungshaltung die Fohlen das Spiel gegen den FC Bayern (Samstag, 18.30 Uhr: FC Bayern - Borussia Mönchengladbach im LIVETICKER) angehen wollen und welcher Nagelsmann-Akteur den Nationalspieler am meisten beeindruckt hat.

Vor kurzem hat sich Hofmann für eine Vertragsverlängerung mit Gladbach entschieden. Der Ex-Dortmunder erklärt, was ihn dazu bewegt hat - und welche Ziele er mit der Borussia und der Nationalmannschaft hat.

Hofmann: Es gibt noch „sehr viel zu verbessern“

SPORT1: Herr Hofmann, warum läuft es gerade so gut für Borussia Mönchengladbach?

Hofmann: Das neue Trainerteam hat frischen Wind reingebracht. Wir als Mannschaft haben das alles sehr gut aufgenommen und setzen das zu großen Teilen auch sehr gut um. Trotzdem gibt es noch sehr viel zu verbessern, auch weil der Trainer ein Perfektionist ist und immer sagt, dass wir noch besser werden müssen.

SPORT1: Das klingt nach langen Trainingseinheiten und vielen Besprechungen.

Hofmann: So ist es. (lacht) Aber die Mannschaft nimmt es gut auf, wir haben trotzdem Spaß und lernen dazu, auch wenn das Training schon sehr lange ist. Aber wenn es am Ende erfolgreich ist, machen wir das gerne. (NEWS: Alle aktuellen Infos zur Bundesliga)

SPORT1: Was macht Daniel Farke sonst aus? Er soll vor allem mit den Führungsspielern viel reden.

Hofmann: Nicht nur mit denen. Schon beim Aufwärmen kommt er zu jedem Spieler und fragt, ob alles okay ist. Er will einfach von jedem wissen, wie er sich aktuell fühlt. In der Kabine und in Besprechungen ist er immer für einen Witz gut, kehrt aber schnell zur Professionalität zurück.

Überraschende Aussagen von Daniel Farke. Trotz des 1:0-Sieges gegen die Hertha, gibt der Gladbacher Trainer zu, dass er seine Spieler "von oben bis unten durch beleidigt" hat.
01:42
Daniel Farke gibt zu: "Habe die Jungs von oben bis unten durch beleidigt!"

SPORT1: Farke hat kürzlich gestanden, dass er die Mannschaft während eines Spiels durchbeleidigt.

Hofmann: Da kommen einfach seine Emotionen als Fußballfan mit ihm durch. Auf der Tribüne gibt es auch den einen oder anderen, der einen mal beleidigt. Gerade nach meinem verschossenen Elfer kamen auch ein paar Kommentare. Wenn ich bei Freunden zuschaue, schreie ich aber auch mal was rein. Das gehört dazu.

SPORT1: Kriegt man das überhaupt mit?

Hofmann: Auf dem Platz kriegt man das nicht mit. Im Training wird er dann schon mal lauter und zeigt seine Unzufriedenheit, wenn ihm eine Übung nicht gefällt. Dann merken wir auch sofort, dass wir wieder Gas geben müssen.

Gladbach-Ass will Bayern schlagen

SPORT1: Unter dem neuen Trainer wird mehr Wert auf das Spiel mit Ball als auf Pressing gesetzt. Liegt Ihnen das?

Hofmann: Ich kann mich grundsätzlich gut anpassen. Aber das sind Ansätze, die mir sehr gut gefallen. Dadurch, dass wir viele kreative Spieler haben, die sich gerne mit Flachpässen nach vorne kombinieren, passt das gut.

SPORT1: Kann man so auch gegen die Bayern auftreten?

Hofmann: Wenn man das mutig durchzieht, kann man das definitiv.

SPORT1: Fans scherzten schon im Netz: „Für diese Spiele sollte Adi Hütter zurückkommen...“

Hofmann: (lacht) Das wird schwierig, aber unser Trainer will und wird seine eigene Geschichte schreiben. Deswegen hoffe ich, dass wir unter Daniel Farke die Bayern schlagen. (DATEN: Ergebnisse und Spielplan der Bundesliga)

SPORT1: Was macht Gladbach so stark gegen die Bayern?

Hofmann: Bayern ist es nicht gewohnt, dass der Gegner viel Ballbesitz hat. Es ist deshalb wichtig, die Bayern mit Dingen zu konfrontieren, die sie nicht gewohnt sind. Das haben wir in den vergangenen Spielen sehr gut hingekriegt. Zwar hatten wir nicht immer mehr Ballbesitz, waren dafür aber immer eiskalt vor dem Tor, hatten gute Balleroberungen und gut umgeschaltet. Einfach viele Dinge, die dann in der Kombination gepasst haben. (NEWS: Alle aktuellen Infos zur Bundesliga)

Hofmann adelt FCB-Youngster Musiala

SPORT1: Bayern hat sich im Sommer stark verändert und ist beängstigend gut in die Saison gestartet. Sie sie nochmal stärker geworden?

Hofmann: Sie haben den besten Auftakt der Bundesliga-Geschichte. Lewandowski haben sie mit Mané sehr gut ersetzt, er trifft genauso. Ihr Spiel hat sich deswegen ein bisschen verändert, aber ihre individuelle Klasse ermöglicht es ihnen, Dinge anders anzugehen. Mal sehen, was wir am Samstag rausholen können.

SPORT1: Wer sticht heraus? Wem schauen Sie besonders gerne zu?

Hofmann: Jamal (Musiala, Anm. d. Red.) wird viel gelobt. Zurecht, weil er einen riesigen Sprung gemacht hat. Er hat auch schon drei Tore erzielt und agiert sehr clever in vielen Momenten. Ihm schaue ich besonders gerne zu, aber Bayern hat viele Topspieler.

SPORT1: Letztes Jahr wurde Gladbachs Absturz durch mangelnde Transfers erklärt. Diese Saison ist die Mannschaft aber auch fast komplett zusammengeblieben. Wo ist der Unterschied? (ÜBERSICHT: Die fixen Transfers aller Bundesliga-Klubs)

Hofmann: Manchmal reichen schon zwei oder drei neue Spieler, um etwas zu bewirken. Außerdem haben wir einen neuen Trainer. Der Trainer ist für mich die wichtigste Position im Verein. Wenn man es als Trainer schafft, in so kurzer Zeit so viel zu bewegen, dann macht man irgendwas richtig.

„Der Trainer ist für mich die wichtigste Position im Verein“

SPORT1: Es gibt derweil trotzdem viele Gerüchte um einige Spieler. Das scheint das Team aber weniger zu belasten als in der Vergangenheit.

Hofmann: Es ist gerade ganz wenig Thema, weil wir so fokussiert sind. Das passiert im Hintergrund, darüber redet man in der Kabine kaum. Das ist vielleicht auch der Schlüssel zum Erfolg, dass wir uns von solchen Dingen nicht ablenken lassen und uns auf das Wesentliche konzentrieren.

SPORT1: Was waren die Gründe für Ihre Vertragsverlängerung?

Hofmann: Die Euphorie. Es hat sich einiges verändert. Der Trainer hat frischen Wind reingebracht. Man hat gespürt: Es ist ein Plan da. Alles zeigt aktuell nach oben. Man merkt das auch bei den Fans im Stadion. Aber natürlich gibt es auch so Dinge wie die Weltmeisterschaft, wo es einfach wichtig ist, dass man im Vorlauf viel spielt und vorbereitet ist. Die WM ist für einen Fußballer etwas unglaublich Großes. Schon der Gedanke daran, bei so einem Turnier dabei sein zu dürfen, lässt mich grinsen. Das ist einfach genial. Ich habe mich auch mit meiner Familie unterhalten und dann am Ende auf mein Bauchgefühl gehört, das mir gesagt hat: Verlängern!

SPORT1: Hansi Flick hat Ihnen ja fast eine Garantie ausgesprochen, dass sie in Katar dabei sein werden. Worauf freuen Sie sich am meisten?

Hofmann: Um den größten Titel zu spielen, um den man spielen kann. Dann noch die Ehre zu haben, diesen Titel für sein Land hoffentlich einzufahren und dann am 18. Dezember etwas Goldendes in der Hand zu halten. Das wäre schon etwas Großartiges. Schon bei der EM habe ich gemerkt, wie besonders das ist. Pure Vorfreude. (DATEN: Ergebnisse und Spielplan der Bundesliga)

Europa? „Da würden wir alle gerne hin“

SPORT1: Was ist drin für Gladbach? Europa?

Hofmann: Da würden wir alle gerne hin. Wie der Trainer aber gesagt hat, wollen wir der Herausforderer sein. Wochenende für Wochenende zu punkten und die Euphorie mitnehmen. Und dann schauen wir, wohin uns das führt. (DATEN: Die Tabelle der Bundesliga)

SPORT1: Gab es noch Kontakt zu Max Eberl?

Hofmann: Ja, es gab ein paar WhatsApp-Nachrichten. Wir haben uns immer super verstanden, Max ist ein super Mensch, da erkundigt man sich mal, wie es ihm geht. Ich war dann glücklich, als ich zwischendurch immer mal gehört habe, dass es ihm besser geht.

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