Anzeige
Home>Fußball>Bundesliga>

FC Bayern: Ein Aus von Manuel Neuer wäre keine Überraschung mehr! - SPORT1-Kommentar

Bundesliga>

FC Bayern: Ein Aus von Manuel Neuer wäre keine Überraschung mehr! - SPORT1-Kommentar

Anzeige
Anzeige

Neuer-Aus wäre keine Überraschung

Das Aus von Torwarttrainer Toni Tapalovic beim FC Bayern wirft viele Fragen auf. Auch ein vorzeitiger Abschied von Kumpel Manuel Neuer ist nun nicht mehr auszuschließen, meint SPORT1-Chefreporter Kerry Hau.
Der FC Bayern hat seinen Torwarttrainer Toni Tapalovic gefeuert. Damit verliert der verletzte Manuel Neuer einen wichtigen Fürsprecher und Freund und wird es beim Comeback noch schwerer haben.
Kerry Hau
Kerry Hau

Er war immer loyal gegenüber Manuel Neuer, aber nicht immer loyal gegenüber seinem Arbeitgeber. (NEWS: Alle aktuellen Infos zur Bundesliga)

Auch wenn sich viele die Frage stellen, warum die Verantwortlichen des FC Bayern ihren langjährigen Torwarttrainer Toni Tapalovic ausgerechnet jetzt vor die Tür setzen: Sie hätten schon vor über einem halben Jahr zu diesem Entschluss kommen müssen.

Denn der Bruch zwischen Cheftrainer Julian Nagelsmann und dem Neuer-Intimus erreichte bereits im Frühjahr 2022 seinen Höhepunkt. (DATEN: Die Tabelle der Bundesliga)

Damals, just nach dem verlorenen Hinspiel im Champions-League-Viertelfinale gegen den FC Villarreal, bat Nagelsmann Neuer für ein Vier-Augen-Gespräch in sein Büro. (News: Tapalovic-Posts lassen tief blicken)

Der Coach wollte von seinem Kapitän wissen, ob er und Tapalovic ein Problem mit ihm hätten. Grund dafür: ständig an die Mannschaft herangetragene und nach Nagelsmanns Ansicht negativ auf ihn zurückfallende Interna aus der Trainerkabine. (DATEN: Spielplan der Bundesliga)

Nagelsmann fürchtete um seinen Job

Neuer soll dies vehement abgestritten haben. Doch das Vertrauensverhältnis war von jenem Zeitpunkt an stark beschädigt. Nagelsmann fürchtete, da ihm gleichzeitig auch Robert Lewandowski Schwierigkeiten bereitete, um seine Autorität - und damit auch um seinen Job.

Die Bayern-Bosse um Hasan Salihamidzic und Oliver Kahn hätten ihm mit der Entlassung von Tapalovic nun keinen größeren Gefallen tun können. Sie stärkt Nagelsmann und schwächt Neuer - enorm.

Es wäre keine Überraschung, würde es mit Neuer ähnlich enden wie mit Lewandowski. Tapalovic ist mehr als sein Kollege, er ist sein Trauzeuge, sein Urlaubsgefährte, sein bester Freund.

Auch wegen ihm wurde er fünfmal Welttorhüter und prägte eine der glorreichsten Epochen der Vereinsgeschichte. Das haben neben ihm selbst auch die Verantwortlichen nicht vergessen - und sich in Person von Salihamidzic sehr lange darum bemüht, die Wogen zwischen Nagelsmann und Tapalovic zu glätten. Vergeblich.

Die nun erfolgte Trennung ist aber auch wegen weiterer Begleitumstände nachvollziehbar. (DATEN: Ergebnisse der Bundesliga)

  • „Die Bayern-Woche“, der SPORT1 Podcast zum FCB: Alle Infos rund um den FC Bayern München – immer freitags bei SPORT1, auf meinsportpodcast.de, bei Spotify, Apple Podcasts und überall, wo es Podcasts gibt

Keine Rücksicht mehr auf Neuer

Tapalovic muss sich den Vorwurf gefallen lassen, zuallererst Manuel Neuer und nicht dem FC Bayern gedient zu haben. Das wird insbesondere an dem Umgang mit Alexander Nübel deutlich, den er links liegen ließ, weil er als Herausforderer seines besten Kumpels an die Säbener Straße kam.

Mit dem Aus von Tapalovic unterstreichen Salihamidzic und Kahn, dass sie keine Rücksicht mehr auf den ohnehin noch länger verletzten Neuer nehmen und an die Zukunft denken. (NEWS: Neuer reagiert auf Tapalovic-Aus!)

Ob der 36-Jährige überhaupt ein Teil dieser Zukunft sein wird, erscheint nach der Entlassung von Tapalovic fraglich. Falls ja, wird sich Neuer einem Konkurrenzkampf ohne Vorlieben stellen müssen - mit Yann Sommer, möglicherweise auch mit Alexander Nübel.

Und das ist bei allem Respekt vor Neuer und seiner Weltklasse-Karriere nur gerecht.