Home>Fußball>Bundesliga>

Überraschende Torwart-Empfehlung: "Kleiner Hexer" für Nagelsmann?

Bundesliga>

Überraschende Torwart-Empfehlung: "Kleiner Hexer" für Nagelsmann?

{}
{ "placement": "banner", "placementId": "banner" }
{ "placeholderType": "BANNER" }

Ein „kleiner Hexer“ für Nagelsmann?

Dank zweier gehaltener Strafstöße avanciert Manuel Riemann beim Bochumer Punktgewinn in Leipzig zum Helden. Ein Experte bringt ihn gar beim DFB ins Gespräch.
Bayern Leverkusen fährt in Mainz den nächsten Sieg ein und bleibt weiter ungeschlagen. Es ist der beste Saisonstart in der Vereinsgeschichte.
ntrettin
ntrettin

Lautstarke Sprechchöre ertönten nach dem Schlusspfiff in der Red-Bull-Arena aus dem Gästeblock, die natürlich dem Mann des Tages galten. Auch die Spieler des VfL Bochum wussten sofort, bei wem sie sich zu bedanken hatten.

{ "placeholderType": "MREC" }

Mit zwei gehaltenen Elfmetern führte Torhüter Manuel Riemann sein Team zum unerwarteten und doch so wichtigen Punktgewinn in Leipzig. Darüber sprechen wollte der Bochumer Held nicht. Das übernahmen andere. Viele von ihnen kamen aus dem Schwärmen kaum mehr heraus, so beeindruckend war seine Vorstellung.

„Manchmal ist er schon ein kleiner Hexer“

„Ich kann mich noch an letztes Jahr erinnern“, sagte beispielsweise RB-Verteidiger David Raum nach der Partie im Sky-Interview. „Da gingen sie nach einem Einwurf in Führung und dann hat er auch fünf, sechs, sieben Dinger rausgeholt. Ich weiß es nicht, Leipzig liegt ihm irgendwie.“ In der Vorsaison unterlagen die „Roten Bullen“ mit 0:1 in Bochum.

Auch diesmal gab es für die favorisierten Sachsen kein Vorbeikommen an Riemann. RB-Toptalent Xavi Simons schoss seinen Elfer in der 26. Minute zu lasch ins rechte Eck, was kein Problem für den Schlussmann darstellte. In der 61. Minute ging der 35-Jährige seiner Lieblingsbeschäftigung dann nochmal nach. Den zweiten Versuch bugsierte Emil Forsberg etwas schärfer in die rechte Ecke, doch Riemann war wieder zur Stelle.

{ "placeholderType": "MREC" }

„Manchmal ist er schon ein kleiner Hexer, der Riemann“, musste selbst Leipzigs spürbar gefrusteter Mittelfeldspieler Christoph Baumgartner zugeben. „Manu macht das einfach gut, er hat schon viele Elfmeter gehalten.“ Doch zwei in einer Begegnung hätte auch der Österreicher „noch nie erlebt.“

Lesen Sie auch

Zufall ist das nicht. Längst ist Riemann einer der besten der Liga, vielleicht sogar das Nonplusultra, wenn es darum geht, Elfmeter abzuwehren. Gerade einmal zwölf der jüngsten 23 Strafstöße gegen ihn wurden verwandelt. Siebenmal wehrte der Torhüter ab, gegen Leipzig erstmals doppelt in einem Match. Damit liegt die Erfolgsquote gegen ihn bei nur etwa 50 Prozent.

Deswegen wäre Riemann für Hamann ein EM-Kandidat

Was Riemanns Erfolgsrezept sei, wollte Thomas Letsch nach dem Spiel nicht verraten. „Das bleibt vielleicht sein Geheimnis“, sagte der VfL-Coach und fügte hinzu: „Er hat diesbezüglich einfach ein tolles Gefühl. Es ist kein Zufall, dass er so eine gute Quote hat.“

Doch weil die Quote nicht nur gut, sondern zweifellos herausragend ist, kam TV-Experte Dietmar Hamann prompt eine Idee in den Sinn. So sollte Riemann auch in den Überlegungen des neuen Bundestrainers Julian Nagelsmann eine Rolle spielen. Als Nummer drei, da man ihn für mögliche Elfmeterschießen bei einem Turnier gut gebrauchen könnte. „Der dritte Torwart spielt eh nie. Und es ist nicht so, dass er zwei linke Hände hat“, erklärte der frühere Nationalspieler.

{ "placeholderType": "MREC" }

Hamann lobte: „Er hat in den letzten Jahren gezeigt, was für ein toller Torwart er ist. Seit sie aufgestiegen sind, hat er sieben Elfmeter gehalten und der Nächstbeste drei. Wenn du so einen hast, würde ich mit dem Gedanken spielen. Ich hätte vollstes Vertrauen in ihn. Es gibt ganz wenige Elfmeterkiller.“

Wird dieser Van-Gaal-Schachzug zum Vorbild?

Daraufhin erinnerte sich Ex-Profi Erik Meijer an einen Schachzug seines niederländischen Landsmanns Louis van Gaal bei der WM 2014. Der „Tulpengeneral“ nominierte damals Tim Krul als dritten Torhüter, der sich in England bei Newcastle United den Ruf eines gefürchteten Elfmeterkillers erarbeitet hatte.

Und im hart umkämpften Viertelfinale gegen das Überraschungsteam aus Costa Rica wendete van Gaal seinen Kniff dann tatsächlich an. Die 120. Minute war auf der Uhr gerade heruntergetickt, da wechselte der Bondscoach seinen Torwart aus. Jasper Cillessen musste runter, Krul lief aufs Feld, kurz darauf pfiff der Schiedsrichter ab.

Keinen einzigen Ball hatte Krul berührt und musste direkt ins Elfmeterschießen. Doch Krul erfüllte alle Erwartungen, parierte sowohl gegen Costa Ricas Kapitän Bryan Ruiz als auch gegen Michael Umana. Weil auf der Gegenseite alle Niederländer trafen, gewannen sie das Match mit 4:3 nach Elfmeterschießen und zogen ins WM-Halbfinale ein.

Ob sich Julian Nagelsmann im Hinblick auf die Heim-EM auf ein ähnliches Gedankenspiel einlässt?