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Wie gefährlich wird Saudi-Arabien für die Bundesliga?

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Wie gefährlich wird Saudi-Arabien für die Bundesliga?

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Saudi-Gefahr für die Bundesliga?

Die Saudi Professionell League pumpt viel Geld in den europäischen Markt. Deutschland ist davon bislang kaum betroffen. Unruhe entsteht deshalb noch keine.
Mit seinem Abstecher nach Saudi-Arabien ist Oliver Kahn auf reichlich Unverständnis gestoßen. Doch womöglich geht der Ex-Torhüter bald sogar noch einen Schritt weiter.
cmichel
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Axel Hellmann, Vorstandssprecher von Eintracht Frankfurt, hat für Entwicklung im Fußball-Kosmos ein außerordentlich feines Gespür. Vor einigen Wochen sagte er mit Blick auf das „saudische Geld“, dass ihn ein „mulmiges Gefühl“ befalle. „Es ist eine Wucht, mit der Kapital außerhalb des Kreislaufs Fußball in den Kreislauf Fußball fließt“, sagte der Jurist. Eine endgültige Wertung, wie langfristig dieses Projekt hält, wollte er noch nicht abgeben.

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Saudi-Arabien hat 957 Millionen Euro für 313 Spieler ausgegeben

Der Wahnsinn lässt sich aber in ganz konkreten Zahlen ausdrücken: Die 18 Mannschaften gaben etwa 957 Millionen Euro für 313 Zugänge aus. Zum Vergleich: Die Bundesliga kommt auf 748 Millionen Euro für 274 neue Spieler. Im Schnitt gaben die Teams aus Saudi-Arabien pro Profi somit knapp 400.000 Euro mehr aus. Und mit Blick auf die dauerhaft brodelnde Gerüchteküche sind die Namen Karim Benzema, Neymar, Roberto Firmino oder Sadio Mané nur der Anfang.

Die Deutsche Fußball Liga hat sich am Montag zu einer Mitgliederversammlung im Sheraton-Hotel am Frankfurter Airport getroffen. Die beiden Geschäftsführer Steffen Merkel und Marc Lenz bekräftigten in der anschließenden Pressekonferenz die 50+1-Regel als Grundlage für die Bundesliga. Von dem Wahnsinn, der vor allem in Saudi-Arabien tobt, will sich die DFL allen Herausforderungen zum Trotz fernhalten.

DFL-Geschäftsführer: “Wollen kühl und analytisch bewerten“

SPORT1 fragte dennoch bei Merkel nach, wie gefährlich die Entwicklung werden könnte für die deutsche Beletage. „Wir haben darüber noch nicht gesprochen. Aber meine persönliche Meinung: Die ein oder andere Entwicklung in den letzten Monaten, die hohen Ablösesummen, die Gehaltszahlungen im hohen zweistelligen oder niedrigem dreistelligen Millionenbereich, auch bei Spielern in späteren Phasen ihrer Karriere, hat für Kopfschütteln und Fragezeichen gesorgt. Das können wir auch grundsätzlich nachvollziehen.“

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Der DFL-Geschäftsführer fügte an: „Wir als Liga sind gut beraten, dieses Thema analytisch, kühl und ohne Emotionen zu bewerten. Natürlich ist es so, dass es eine Liga ist, die Dinge langfristig umsetzen kann, weil sie tiefe Taschen hat.“ In den Jahren zuvor habe es aber in China oder Katar ähnliche Konzepte gegeben. „Man hätte auch damals mit Fug und Recht behaupten können, dass die Finanzen zur Umsetzung dagewesen wären“, sagte Merkel.

Achtung: Nicht nur Altstars wechseln nach Saudi-Arabien

Allerdings sollte nicht ignoriert werden, dass neben Altstars durchaus auch hochinteressante Spieler wie Gabri Veiga (21 Jahre altes Talent von Celta Vigo), Roger Ibanez (AS Rom), Allan Saint-Maximin (Newcastle United), Jota (Glasgow Rangers) oder Ótavio (FC Porto) dem Ruf des Geldes gefolgt sind. Die Ambitionen jedenfalls sind riesengroß.

Wie nachhaltig die Idee ist und ob die Bundesliga wirklich leiden muss in Zukunft, wenn die Stars von europäischen Top-Klubs nach Saudi-Arabien geschoben werden? Offen. Die Vereinsbosse, sie werden dem Treiben aus der Ferne mit viel Ruhe zusehen.