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Bayern-Sportdirektor Christoph Freund nach Eintracht-Debakel: "Es muss auch einen Grund haben"

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Bayern-Sportdirektor Christoph Freund nach Eintracht-Debakel: "Es muss auch einen Grund haben"

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Bayern-Chef: Kein Salzburger Weg

Bayerns Sportdirektor Christoph Freund steht nach der Pleite gegen Frankfurt im STAHLWERK Doppelpass auf SPORT1 Rede und Antwort - kritisiert und erklärt den desolaten Auftritt, thematisiert die Personalien Müller und Gnabry und spricht über seinen Transferplan im Winter.
Nach der 1:5-Niederlage gegen Frankfurt geht Bayern-Sportdirektor Christoph Freund mit seiner Mannschaft hart ins Gericht.
Gabriel Skoro
Gabriel Skoro
von SPORT1

Der FC Bayern hat gegen Eintracht Frankfurt eine böse Klatsche kassiert - und sucht nach dem 1:5 (1:3) nach Erklärungen. Nach der ersten Niederlage in der Bundesliga stehen die Bayern-Bosse vor einem kleinen Rätsel.

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Im STAHLWERK Doppelpass auf SPORT1 stand Sportdirektor Christoph Freund Rede und Antwort und kritisierte nicht nur den Auftritt, sondern auch die Herangehensweise der Mannschaft. Trotzdem stellt ihn die Niederlage vor ein kleines Rätsel, da die Mannschaft in der Bundesliga zuletzt durchwegs überzeugte.

Weiter sprach Freund über die Zukunft von Thomas Müller, dessen Vertrag ausläuft und über die Situation von Serge Gnabry, der schon wieder von einer Verletzung zurückgeworfen wird. Außerdem erklärte Freund seinen Plan für das Transferfenster im Winter und ging detailliert auf die Ziele am Campus ein.

Bayern-Sportdirektor Christoph Freund über ...

... die 1:5-Pleite bei Eintracht Frankfurt: „Es ist schon noch Frust und große Enttäuschung da. Es war ein ganz, ganz wichtiges Spiel. Wir sind nach der kurzen Pause (wegen der Spielabsage in der Vorwoche, Anm. d. Red.) mit großen Vorsätzen nach Frankfurt gereist. Uns war bewusst, dass wir nur noch vier Spiele haben und die sehr wichtig sind. Wir haben es leider nicht auf den Platz gebracht, es war leider eine schlechte Leistung.“

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… den Spielverlauf: „Was verwundert, wie wir in das Spiel reinstarten, da waren wir zweimal in der gegnerischen Hälfte die ersten zehn Minuten. Wir wollten sie attackieren, aber wir haben sie stark gemacht, weil wir sehr passiv reingegangen sind, wir haben keine Zweikämpfe gewonnen. Das war das große Ärgernis. Wir hätten frisch sein müssen. Es gibt keine einfache Erklärung, es war nicht nur die Defensive, sondern die ganze Mannschaft hat es schlecht gemacht. Es war eine kurze Nacht.“

... mögliche Gründe für die Niederlage gegen die Eintracht: „Es gibt keine richtige Erklärung, wir suchen auch grade danach. Wir waren richtig gut in der Liga unterwegs, es war nicht einfach, uns zu besiegen, Wir waren gut drauf, hatten eine gute Trainingswoche trotz der unfreiwilligen Pause, haben eine gute Energie gespürt. Es ist daher unerklärbar. Was verwundert, wie wir in das Spiel reinstarten, da waren wir zweimal in der gegnerischen Hälfte die ersten zehn Minuten. Wir wollten sie attackieren, aber wir haben sie stark gemacht, weil wir sehr passiv reingegangen sind, wir haben keine Zweikämpfe gewonnen, Das war das große Ärgernis. Wir hätten frisch sein müssen. Es gibt keine einfache Erklärung, es war nicht nur die Defensive, sondern die ganze Mannschaft hat es schlecht gemacht. Es war eine kurze Nacht.“

... die Einstellung der Mannschaft: „Wir haben extrem viele individuelle Fehler gemacht. Für mich war es grundsätzlich schon ein Einstellungsthema. Es hat gewirkt, als wären wir reingegangen, um nur ein bisschen Fußball zu spielen. Wir waren überrascht, dass die Eintracht aggressiv war - ja, aber natürlich gehen die aggressiv gegen uns rein. Vor allem das hat mich geärgert!“

… über Bayerns Negativerlebnisse in den vergangenen Jahren: „Es muss auch einen Grund haben, warum die Bayern die letzten Jahre in Berlin nicht mehr in einem Finale standen. Wenn man das richtig will, muss man von Anfang dagegenhalten. Wir haben auch in Saarbrücken verloren, die waren richtig willig. Das ist schon ein Thema. Da kann es nicht an der Qualität liegen.“

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... die erneute Verletzung von Serge Gnabry: „Er wird einige Wochen ausfallen. Das ist richtig bitter, weil er sich ja jetzt erst wieder herangekämpft hatte. Ein bitterer Herbst bis jetzt.“

... die vermeintliche Überlegenheit der Bayern (höheren Expected Goals-Wert): „Es gibt so viele Statistiken, aber am Ende haben wir verloren. In Istanbul (in der Champions League, Anm. d. Red.) waren wir in der ersten Halbzeit unterlegen in Sachen Expected Goals, und am Ende haben wir gewonnen. Das Entscheidende ist doch: Will ich ein Tor verhindern, will ich unbedingt eins machen. Die Eintracht hat gezeigt, wie man aus wenig viel machen kann. Bayern hat auch schon Spiele gehabt, da sind sie 15 km weniger gelaufen als der Gegner und haben 6:0 gewonnen. Gestern sind wir 10 Kilometer mehr gelaufen und haben 1:5 verloren. Es geht immer um Willen und Einsatzbereitschaft.“

... die Entwicklung junger Spieler am Campus: „Wir müssen das Qualitätsniveau am Campus so hoch wie möglich gestalten, um möglichst viele Spieler in den Profifußball zu bringen. Wenn die Basis größer ist, wird auch die Spitze größer. Wir müssen auch die Ausbildung noch besser machen, um den Übergang zu schaffen. Da geht es auch um die bestmöglichen Zwischenschritte: Ein Harry Kane zum Beispiel wurde viermal verliehen, ehe er bei Tottenham wirklich Stammspieler wurde. Da gibt es viel zu überdenken. Wir wollen die Besten für den FC Bayern, aber auch für andere Bundesliga-Vereine entwickeln. Das soll ein Markenzeichen des FC Bayern werden. Auch David Alaba, Philipp Lahm und Toni Kroos wurden verliehen und sind später zurückgekehrt.“

... eine Vertragsverlängerung mit Thomas Müller: „Es gibt Gespräche mit Thomas und seinem Berater. Er steht wie kein anderer für Bayern, und er weiß auch, was er am FC Bayern hat. Die Beziehung zwischen einem Verein und einem Spieler, dass es so passt, das ist ganz selten. Er ist der FC Bayern. Er hat das auch gestern treffend analysiert. Er hat im Verein viel erlebt und kann Situationen gut einschätzen, findet immer die richtigen Worte. In der Offensive ist natürlich Konkurrenzkampf. Thomas nimmt seine Rolle an, hat auch in Kopenhagen das Spiel gedreht mit einem Tor und einem Assist. Aber es ist für ihn natürlich eine ungewohnte Situation.“

... seinen schweren Schicksalsschlag im Alter von 24 Jahren, als sein Vater starb und er das Familienunternehmen, eine Tischlerei, übernehmen und das Fußballspielen aufgeben musste: „Das war für mich eine ganz schwierige Phase. Ich hatte zu meinem Vater auch ein ganz enges Verhältnis. Aber ich habe gelernt, dass wenn man ein Team hat und sich aufeinander verlassen kann, doch ganz viel erreichen kann. Diesen Betrieb habe ich dann mit großem Erfolg geführt, dabei habe ich viel mitgenommen und hatte dann die Chance, nach vier, fünf Jahren in den Fußball zurückzukommen – das war ein ganz großer Lernprozess. Schon damals war mir klar: Fußball ist ein Privileg, auch darin arbeiten zu können. Und man muss das auch immer wieder gut einordnen können.“

... sein Verhältnis zu Bayern-Coach Thomas Tuchel und den Alphatieren Karl-Heinz Rummenigge und Uli Hoeneß: „Thomas Tuchel und ich haben uns am Anfang gar nicht gekannt, aber es fühlt sich sehr gut an von Beginn weg. Wir haben einen engen Austausch. Es ist eine gute Energie, es gibt einen guten Austausch – auch mit dem Vorstand, dem Herrn Hoeneß und Rummenigge und mit dem Trainerteam.“

... Pläne für das Transferfenster im Winter: „Es ist eine spezielle Situation, weil wir defensiv nicht so groß aufgestellt sind. Dazu sind zwei unserer Spieler beim Afrika-Cup und beim Asien-Cup dabei. Im Winter sind Transfers auch nicht so leicht, die dem Verein langfristig helfen. Deswegen müssen wir geschickte Lösungen finden.“

... die Bedeutung der Neuer- und Ulreich-Vertragsverlängerung für Peretz: „Wir müssen natürlich auch längerfristig denken. Wir sind aber jetzt froh, dass es dem Manu so gutgeht, dass wir planen können, dass er länger beim FC Bayern im Tor stehen kann. Und Ulle ist die perfekte Nummer zwei und hat gezeigt, dass er da ist, wenn er gefordert ist. Das ist jetzt für die nächsten eineinhalb Jahre eine wichtige Lösung. Alles andere wird sich entwickeln. Dann werden wir auch sehen, was für Peretz das Beste ist in den nächsten eineinhalb Jahren. Und Alex Nübel (aktuell beim VfB Stuttgart, Anm. d. Red.) macht es sehr gut. Je besser sich Leihspieler entwickeln, umso besser ist das auch für den FC Bayern in mehrerer Hinsicht.“

... mögliche Farmteams für den FC Bayern wie den FC Liefering bei RB Salzburg: „Wir werden nicht den Salzburger Weg übernehmen, der war dort nämlich schon ganz speziell. Da haben wir eine Nische gefunden, aber der FC Bayern ist ein Weltverein. Da gilt es einen richtigen Mix zu finden und nicht nur Talente, sondern auch den Übergang, diese Talente auch miteinzubauen. Das ist ein anderer Ansatz. Wir müssen beim FC Bayern die jungen Spieler dort spielen lassen, wo sie jetzt schon bei RB Salzburg spielen – nämlich international oder gar Champions League. Denken wir an Xaver Schlager, Dominik Szoboszlai oder auch Erling Haaland, bevor er nach Dortmund ging – die waren damals schon auf hohem Niveau. Diesen Zwischenschritt müssen wir finden.“