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Setzt der FC Bayern bei Tuchel jetzt auf den Sammer-Effekt?

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Setzt der FC Bayern bei Tuchel jetzt auf den Sammer-Effekt?

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Bekommt Tuchel seinen Sammer?

Thomas Tuchel muss um jede Geste der Wertschätzung kämpfen, während Xabi Alonso in den Himmel gelobt wird. Fair ist das nicht immer.
Obwohl es bei den Bayern ergebnistechnisch läuft, wirkt der Trainer angefressen. Nach dem Spiel gegen Gladbach holte aThomas Tuchel zum Rundumschlag gegen seine Kritiker aus.
Stefan Kumberger
Stefan Kumberger

Sattes Punktekonto, beste Offensive, beste Tordifferenz und nur zwei Punkte Rückstand auf das derzeitige Ausnahmeteam aus Leverkusen. Eigentlich müsste man in München nicht zufrieden, aber zumindest entspannt sein, was die Meisterfrage betrifft.

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Doch der FC Bayern besteht nicht nur aus Vorstands-Boss Jan-Christian Dreesen, der auf SPORT1-Nachfrage vollmundig versprach: „Wir werden Meister“.

Vielmehr ist der Rekordmeister ein Mosaik aus vielerlei Meinungen und Sichtweisen – inklusive der von Experten und Fans. Und gerade hier hat Thomas Tuchel mittlerweile ein Image-Problem.

Tuchel-Fußball fehlt (noch) die Dominanz

Fakt ist: Die Mannschaft spielt unter seiner Führung keinen berauschenden Fußball. „Zweckdienlich“ nannte es jüngst Ex-Bayern-Trainer Felix Magath im STAHLWERK Doppelpass.

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Fakt ist aber auch: Die Stimmung rund um den Klub und seinen Coach ist schlechter als die tatsächliche Lage.

Beispielhaft darf hier der 3:1-Sieg über Borussia Mönchengladbach am vergangenen Wochenende betrachtet werden. Hätte man vor einigen Jahren noch von einem Arbeitssieg oder einem Sieg der Moral gesprochen, wird in der aktuellen Phase nach dem Spiel von „Gewürge“ geraunt.

Schuld daran ist vor allem das Münchner Anspruchsdenken, das seit 2013 und dem damaligen Triple-Triumph ins Unermessliche gestiegen ist und 2019 in einer Ansage von Karl-Heinz Rummenigge gipfelte: Beim FCB brauche man nicht nur Ergebnisfußball, sondern auch eine spektakuläre Spielweise, so der damalige Vorstandschef.

Wann wird Tuchels Handschrift sichtbar?

Nach SPORT1-Informationen vermissen einige Spieler tatsächlich eine gewisse Handschrift im Spiel der Bayern. Ein wirkliches „Tuchel-Team“, mit dessen Leistung auch der Trainer vollumfänglich zufrieden wäre, ist es nicht. Auch weil der Kader bis zur Wintertransfer-Periode zu klein war und nun von einer Verletzten-Misere in die nächste gerät.

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Zwei Tatsachen, die Tuchel bisher als Erklärung dienen, warum Fußball-Deutschland keine dominanten Bayern erlebt.

Im Charme-Ranking gewinnt Alonso

Vor dem Spitzenduell mit Leverkusen (Samstag ab 18.30 Uhr im LIVETICKER) kommt aber auch der direkte Vergleich mit Xabi Alonso hinzu. Dem Leverkusener Coach kommt zugute, dass ihn eine gewisse Aura umweht, die anderen Trainern zu fehlen scheint. Gerade in der neutralen Öffentlichkeit ist es der Spanier, der im Sympathie-Ranking gegen all seine Berufskollegen weit vorne liegt.

Fair ist das gegenüber Thomas Tuchel nicht. Er kann wohl kaum auf Knopfdruck seine Persönlichkeit ändern, nur weil es einigen Beobachtern gefallen würde. Tuchel ist eben Tuchel – das wussten auch die Bayern, als die ihn 2023 an die Säbener Straße holten.

Eine väterliche bzw. Kumpel-Figur wie Jupp Heynckes oder Hansi Flick wird der 50-Jährige nicht mehr – muss er auch nicht. Doch am internen Team-Management bzw. in der „Pflege“ seiner Stars kann er arbeiten.

Tuchel und Eberl könnten Erfolgspaar werden

Oder es wird ihm dabei geholfen. Mit Max Eberl steht ein Sportvorstand in den Startlöchern, der eben diese „Streicheleinheiten“ hinter den Kulissen verteilen könnte – ohne die Autorität des Trainers zu untergraben.

Denkbar wäre ein Modell à la Pep Guardiola/Matthias Sammer. In der Bayern-Ära des Katalanen war es der damalige Sportvorstand, der unzufriedene Spieler immer wieder neu motivierte und ihnen ihre Wichtigkeit versicherte.

Sammer wird SPORT1-Infos zufolge vereinsintern eine weit größere Warmherzigkeit nachgesagt, als man sie ihm in dessen Zeit als Sportvorstand der Bayern gemeinhin zugetraut hätte.

Tuchel begeht Gratwanderung

Einen Punkt muss sich Tuchel aber ankreiden lassen: Offenkundig setzt er beim Personal nicht immer auf diejenigen Spieler, die man im Bayern-Kosmos auf seiner Seite haben muss. Neben Kapitän Manuel Neuer sind das auch die Nationalspieler Joshua Kimmich, Leon Goretzka und Thomas Müller.

Sie alle schwächte der Trainer entweder mit seinem Ruf nach einer „Holding Six“ (Kimmich), fehlenden Treuebekenntnissen (Goretzka) oder mit fehlenden Spielzeiten (Müller). Eine Gratwanderung, denn auch Tuchel dürfte wissen, dass in München die Spieler weit mehr Einfluss haben als das bei anderen Bundesliga-Vereinen der Fall ist.

Es sind zugegebenermaßen viele Dinge, die Tuchel in der heißen Phase der Saison beachten muss. Ein Sieg in Leverkusen und die damit verbundene Tabellenführung wäre da ein guter Anfang.