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"Dunkel-Gelb": Wirbel um Bayern-Szene

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"Dunkel-Gelb": Wirbel um Bayern-Szene

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Referee entschuldigt sich bei Musiala

Im Topspiel zwischen dem FC Bayern München und Borussia Dortmund sorgen einige Szenen für Redebedarf. Nach der Partie meldet sich Spielleiter Harm Osmers zu Wort - und klärt auf.
TV-Experte Dietmar Hamann hat einen neuen Trainer-Kandidaten für den FC Bayern München in Spiel gebracht…
SPORT1
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von SPORT1

Die 0:2-Niederlage gegen Borussia Dortmund war ein mächtiger Dämpfer für den FC Bayern. Dabei sorgten zwei strittige Szenen für Diskussionen - und brachten vor allem Trainer Thomas Tuchel auf die Palme.

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Der erste Aufreger hatte nicht lange auf sich warten lassen: In der Allianz Arena lief die 31. Minute, als Julian Ryerson etwas zu spät ins Duell mit Jamal Musiala kam und diesen mit offener Sohle an der Achillesferse erwischte. Der deutsche Nationalspieler musste minutenlang behandelt werden, konnte aber zunächst weiterspielen.

Aber wieso blieb die Szene ungeahndet und wieso kam Ryerson ungestraft davon?

BVB-Foul: „Dunkelgelb“

„Ich bin im Spiel darauf fokussiert, dass Can (Emre Can; Anm. d. Red.) den Ball spielt, das nehme ich auch wahr. Die Aktion von Ryerson entgeht mir, ehrlich gesagt, ein bisschen, da ist nicht so richtig der Fokus drauf gewesen. Da muss ich schon sagen, das ist Dunkelgelb. Das ist Gelb, da kann man durchaus mit Gelb gut einsteigen“, gestand Schiedsrichter Harm Osmers nach Abpfiff im Sky-Interview.

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Später habe er sich bei Musiala dafür entschuldigt. „Es wäre eigentlich der Anspruch gewesen, so etwas im Spiel zu sehen.“

Eine Rote Karte sei jedoch nicht vorstellbar, „die richtige Brutalität und der Druck ist nicht ganz da. Ich müsste das Trefferbild noch einmal genau sehen, aber ich meine Ryerson spielt mit der Fußspitze noch den Ball. Aber Dunkelgelb ist es schon, würde ich sagen“, klärte der Unparteiische auf.

Es sollte nicht der einzige Aufreger an diesem Samstagabend sein. Wenig später (35.) stand Thomas Tuchel an der Seitenlinie und forderte mit ausgestreckten Armen einen Elfmeter. Er schüttelte den Kopf, als der VAR die Entscheidung von Osmers nach einer Prüfung nicht zurücknahm. Nach dem Spiel sprach Tuchel von „einer krassen Fehlentscheidung“.

Hummels-Hand?

Was war passiert? Eric Dier hatte einen Kopfball aus kurzer Distanz Richtung Tor gesetzt, als Mats Hummels artistisch sein Bein in die Höhe riss und den Ball somit klärte.

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Osmers rechtfertigte seine Entscheidung wie folgt: „Es ist natürlich eine Rettungsaktion, wo er alles reinwirft. Wichtig ist, dass er den Ball erst einmal gar nicht an die Hand bekommt. Das wurde in Köln so weit überprüft. Damit stellt sich die Frage ‚Handspiel?‘ erst einmal gar nicht. Den gefährlichen Aspekt (hohes Bein; Anm. d. Red.) sehe ich nicht, es ist eine saubere Rettungsaktion. Der Bewegungsablauf wirkt für mich nicht gefährlich. Deshalb ist es auch kein gefährliches Spiel, so wurde es im Spiel auch bewertet.“

Doch die große Frage war, ob der Ball auch die hochgerissene Hand des BVB-Verteidigers getroffen hatte. Die Bilder belegten tatsächlich, dass dem so war - aber die Kugel war aus kurzer Distanz gekommen, Hummels hatte somit keine Reaktionszeit.

Alex Feuerherdt, Leiter Kommunikation und Medienarbeit der DFB-Schiedsrichter, bewertete die Situation auf Anfrage von SPORT1 wie folgt: „Nach dem Kopfball von Dier hat Hummels den Ball mit dem rechten Fuß abgelenkt. Anschließend stellte sich die Frage, ob Hummels den Ball danach mit der rechten Hand berührt hat. Nach Wahrnehmung des Schiedsrichters lag kein Handspiel vor.“

Die Entscheidung sei vom VAR anhand mehrerer Kameraeinstellungen überprüft worden. „Der Video-Assistent hat dabei keinen zweifelsfreien Beleg für einen Ballkontakt mit der Hand gefunden. Ohne eine solche bildliche Evidenz für ein Handspiel fehlte die Grundlage für eine mögliche Intervention durch den VAR“, erklärte der Experte.

Matthäus kommentiert Hummels-Szene

Lothar Matthäus fand deshalb direkt nach der Szene: „Der Ball kam von seinem eigenen Bein, und wenn er überhaupt dran war, dann ging der Ball gegen die Fingerkuppen. Also ist es vertretbar, nicht zu pfeifen.“

In der Halbzeit führte auch Julia Simic weiter aus: „Laut Regelwerk kann es keinen Pfiff geben, wenn der Ball vom eigenen Fuß gegen die Hand kommt.“

Es lief einfach nichts zusammen bei den Bayern, in der Nachspielzeit bejubelte Harry Kane den vermeintlichen Anschlusstreffer, doch selbst dieser blieb verwehrt. Im Kölner Keller hatte man eine Abseitsposition ausgemacht und das Tor wurde wieder aberkannt - alles in allem ein gebrauchter Abend für die Bayern.