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"Redet viel, kritisiert viel, schimpft viel" - BVB-Boss Watzke über Sammer, Klopp, Robben & das eigene Image

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"Redet viel, kritisiert viel, schimpft viel" - BVB-Boss Watzke über Sammer, Klopp, Robben & das eigene Image

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So denkt Watzke über Sammer

Hans-Joachim Watzke spricht Klartext zu seiner persönlichen Situation bei Borussia Dortmund. Auch zu BVB-Mitstreiter Matthias Sammer, Ex-Coach Jürgen Klopp, das eigene Image und das Cl-Trauma von Wembley bezieht der Klub-Boss Stellung.
Auf den ersten BVB-Sieg beim FC Bayern seit fast zehn Jahren hat sich Hans-Joachim Watzke am Samstag einen besonderen Genuss gegönnt - allerdings regelwidrig.
SPORT1
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von SPORT1

Nicht nur zu Bundestrainer Julian Nagelsmann und zur deutschen Fußball-Nationalmannschaft hat Hans-Joachim Watzke als Vizepräsident des Deutschen Fußball-Bunds (DFB) eine klare Meinung.

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In seiner Funktion als Geschäftsführer von Borussia Dortmund hat der 64-Jährige im Podcast „Spielmacher – Der EM-Talk mit Sebastian Hellmann und 360Media“ nun auch zu seiner persönlichen Situation beim BVB, Erzrivale Schalke 04 und Ex-Trainer Jürgen Klopp Stellung bezogen.

„Ich weiß, dass Jürgen (hört nach dem Saisonende beim FC Liverpool auf, Anm. d. Red.) Pause machen will. Und die hat er auch verdient. Wenn einer 24 Jahre nonstop bei nur drei Vereinen Trainer ist, auf die Art wie Jürgen das macht, nämlich dass er alles da reinfegt, was es gibt, dann muss man auch akzeptieren, wenn er sagt, dass er ein Jahr Pause machen will.“

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Klopps Entscheidung müsse „man einfach akzeptieren. (…) Er hat dem Fußball schon so viel gegeben, das werden Millionen andere niemals schaffen.“

Watzke: „Werde das auch nicht mehr ewig machen“

Über die Intensität seines eigenen Doppel-Jobs, in Zuge dessen Watzke auch bei den Schwarz-Gelben 2025 als Vorsitzender der Geschäftsführung aufhören wird, meinte der Routinier mit Blick auf seine Aufgaben beim DFB: „So was kannst du nicht lange machen. Ich mache das jetzt zwei Jahre und werde das auch nicht mehr ewig machen. Das hältst du nicht durch.“

Es sei „von der Belastung her die absolute Grenze. (…) Du musst sehen, dass du genug Schlaf kriegst. Du brauchst ein stabiles Umfeld und solltest auf Urlaub verzichten - den schaffst du nämlich nicht mehr in deinen Terminkalender reinzuquetschen. Und du solltest idealerweise auch wenig Alkohol trinken, sonst hältst du das nicht durch.“

Das verlorene Champions-League-Finale von Wembley gegen den FC Bayern (1:2) hat Watzke bis heute nicht verwunden - weshalb er eine Neuauflage des Finals herbeisehnt: „Das wäre mein Traum. Dann hätten wir endlich die Möglichkeit, diese Wunde zu schließen, die sich seit 2013 bei mir aufgetan habe. Das Spiel habe ich immer noch nicht gesehen - nach elf Jahren.“

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Er habe es sich zwar „jedes Jahr vorgenommen über Weihnachten“, aber „einfach nicht gekonnt. Ich habe jetzt vor kurzem, da habe ich nicht schnell genug weggeschaltet, das Tor von Robben gesehen.“

Watzke spricht über harten Gesichtsausdruck

Angesprochen auf seinen harten Gesichtsausdruck während eines Spiels entgegnete Watzke: „Meine Mutter hat schon immer gesagt, ob ich nicht mal ein bisschen freundlicher schauen könne. (…) Das vergesse ich, weil ich das Spiel natürlich mit voller Konzentration gucke.“

„Wenn du Spiele als reiner Fan siehst, dann schaust du auf den Ball, was da passiert. Ich versuche aber das Spiel so anzuschauen, dass ich die komplette Situation dann vor Augen habe: Wo droht Gefahr? Wo hätte man Gefahr erzeugen können? Das lässt meine Gesichtszüge immer etwas härter erscheinen“, fügte der BVB-Boss an.

Er habe seine Zeit als Fan bis zu meinem 40. Geburtstag gehabt, „da habe ich mich auch total ausgetobt. Das war die schönste Zeit ehrlicherweise. Wenn du gewonnen hast, hast du gejubelt. Wenn es nicht so gut war, hast du auf den Trainer geschimpft oder auf die Verantwortlichen, dass sie alle nichts können. (…) Ich mache das ja jetzt fast 20 Jahre - und mit dem Druck und der Verantwortung und dem immer weiter steigenden Druck ist das eine andere Situation.“

Sammer? „Redet viel, kritisiert viel, schimpft viel“

Außer Frage stehe für ihn für „Borussia Dortmund immer da zu sein. Ich weiß auch sehr wohl, wie die Erwartungshaltung der Leute rund um den BVB ist: die einfach von mir erwarten, auch wenn ich dieses Amt im Herbst nächsten Jahres abgebe, dass ich ihren Verein beschütze. Ich werde auch versuchen, diesen Erwartungen gerecht zu werden. (…) Ich werde in irgendeiner Form auf den Klub aufpassen.“

Sein Verhältnis zum externen Klub-Berater Matthias Sammer beschrieb Watzke mit launigen Worten als offenbar ambivalent: „Matthias redet viel, kritisiert viel, schimpft viel. Manchmal höre ich ihm auch nicht zu. Wir reden auch mal miteinander. Er ist exaltierter als ich, weil er ja auch nicht die Gesamtverantwortung hat. Wenn ich da die ganze Zeit schimpfend auf der Tribüne sitze oder da rumjubele - das mache ich nie. Ich mache keine Show.“

Umso mehr sieht sich Watzke als „konzentriert. Ich verspüre den totalen Druck, weil ich immer zu jedem Moment weiß, was das für Ableitungen für die nächsten Wochen hat. Von daher tobe ich nicht auf der Tribüne rum - nicht negativ und nicht positiv.“

Nicht nachvollziehen kann Watzke, als der gegenwärtig einflussreichste Strippenzieher im deutschen Fußball wahrgenommen zu werden: „Das ist ein Blödsinn. Ich habe sicherlich Einfluss. Aber diese ganzen Rankings - das ist doch so ein Quatsch, so albern. Ich habe mich ja auch nicht mal danach gedrängt.“

Er habe sich „17 Jahre lang gegen jedes Amt gewehrt, auch nie eines gehabt, außer beim BVB. Und dann auf einmal hat man mir dieses Etikett Multi-Funktionär umgehängt.“ Die meisten Leute wüssten gar nicht, „dass du als Liga-Chef automatisch der erste Vizepräsident des DFB bist. Das muss man vielleicht auch mal irgendwann entkoppeln. Das ist ja nichts, was dich schmückt, sondern es wird ja scheinbar damit ausgedrückt: ‚Der kann vor lauter Machthunger kaum noch laufen!‘ Das ist absurd.“

Was überraschen mag: Schlimm wäre für Watzke, sollte Erzrivale Schalke 04 auch noch aus der 2. Bundesliga absteigen.

Ob er den Knappen in irgendeiner Form unter die Arme greifen könne, meinte er: „Was soll ich für Schalke tun? Ihnen die Daumen drücken, dass sie die Zweite Liga halten! Die Vorstellung, dass wir nächstes Jahr mit unserer zweiten Mannschaft gegen Schalke in der Dritten Liga spielen würden, ist eine Horrorvorstellung für mich.“

Schalke sei „ein starkes Stück deutscher Fußball, die natürlich auch viel falsch gemacht haben in der letzten Dekade. Aber es tut mir schon weh, bei aller Rivalität. Ich drücke denen alle Daumen.“