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Leverkusens größter Pechvogel: Debüt-Saison zum Vergessen

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Eine Debüt-Saison zum Vergessen

Martin Terrier war im Sommer als Top-Transfer nach Leverkusen gekommen. Sein volles Potenzial konnte der Franzose aber bislang nicht entfalten - weil ihn Verletzungen immer wieder zurückwerfen. Diesmal hat es den Pechvogel besonders schlimm erwischt.
Weil er im Stau stand, verspätete sich Leverkusen-Star Florian Wirtz vergangene Woche, verpasste die Teambesprechung und stand deshalb nicht in der Startelf. Für diesen Fall sei man diesmal gewappnet, verrät Trainer Xabi Alonso.
ntrettin
Martin Terrier war im Sommer als Top-Transfer nach Leverkusen gekommen. Sein volles Potenzial konnte der Franzose aber bislang nicht entfalten - weil ihn Verletzungen immer wieder zurückwerfen. Diesmal hat es den Pechvogel besonders schlimm erwischt.

Das Tempo einer Bundesliga-Partie ist zweifellos hoch. Immer wieder gibt es Aktionen, die für Spieler, Verantwortliche, Unparteiische und Fans ohne den Einsatz der Zeitlupe gar nicht wirklich greifbar sind. So auch eine im Duell zwischen Leverkusen und Mönchengladbach. In der 5. Minute brachte Martin Terrier den Ball halbhoch vor das gegnerische Tor, wo Patrik Schick lauerte und nur knapp verpasste. Gäste-Keeper Moritz Nicolas musste dennoch ran und lenkte die Hereingabe, die im langen Eck zu landen drohte, um den Pfosten.

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Aber Schiedsrichter Harm Osmers? Der erkannte Nicolas‘ leichte Ballberührung, die in der realen Geschwindigkeit kaum zu erkennen war, ebenso wenig wie seine Assistenten. Statt Eckball für Bayer gab es also Abstoß für die Borussia. Zugegeben: Es wäre im Nachhinein eine Allerweltsszene gewesen - hätte sie für den Flankengeber nicht so unfassbar bittere Folgen gehabt. Denn als der Gladbacher Torhüter den Ball gerade wieder ins Spiel befördert hatte, passierte es schon. Ohne Fremdeinwirkung sank Terrier zu Boden.

Martin Terrier hat sich erneut schwer verletzt
Martin Terrier hat sich erneut schwer verletzt

Dass es ihn böse erwischt hatte, war für jeden Beobachter im Stadion offensichtlich. Mit schmerzverzerrtem Gesicht gestikulierte Terrier wild in Richtung der eigenen Bank. Schick, als einer der ersten am Ort des Geschehens, schlug sogar die Hände über dem Kopf zusammen, nachdem er kurz mit seinem Kollegen gesprochen hatte. Auch Granit Xhaka eilte herbei. „Wir sind sofort zu ihm rüber gegangen, da hatte er bereits angezeigt: Wechseln, Wechseln, Wechseln. Er machte deutlich, dass es was an der Achillessehne ist“, schilderte der Schweizer die dramatische Szene.

„Das wäre ein Schlag ins Gesicht“

Terrier blieb zuvor beim Anlaufen des Gegners im Rasen hängen und verletzte sich ganz unglücklich am rechten Fuß. An Auftreten war nicht mehr zu denken. Gestützt von zwei Betreuern wurde der 27-Jährige vom Platz begleitet und direkt ausgewechselt. „Wir müssen erst abwarten, was es wirklich ist. Aber wenn das mit der Achillessehne stimmt, wäre das sehr, sehr bitter - ein Schlag ins Gesicht für den Klub und uns Spieler“, sagte Xhaka mit Blick auf die schwere Verletzung des Offensivspielers. Eine Untersuchung am Sonntag brachte die bittere Gewissheit: Terriers Achillessehne ist wie erwartet durch.

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Für den Neuzugang, der im Sommer für 20 Millionen Euro von Stade Rennes gekommen war, setzt sich damit eine Debüt-Saison zum Vergessen fort: Zunächst fiel Terrier Ende Oktober wegen einer Muskelverletzung im Oberschenkel vier Wochen aus. Dann kehrte er beim 5:2 gegen Heidenheim zurück, wurde eine Viertelstunde vor Schluss eingewechselt - und brach sich nur wenige Minuten später den Unterarm. Die nächste Zwangspause folgte. So richtig in Fahrt kam der Top-Transfer der Werkself deshalb noch nicht. In 20 Pflichtspielen erzielte er lediglich zwei Tore.

Terrier „bekommt die volle Unterstützung der Vereins“

Umso mehr sollten im neuen Jahr dazukommen. Anfangen mit dem Spiel gegen Gladbach, bei dem Terrier - abschlussstark und flexibel einsetzbar - erstmals in dieser Saison auf seiner Idealposition links offensiv beginnen durfte. Dieses Glück genoss er allerdings nur sehr kurz. Sechs Minuten, um genau zu sein. „Ich bin schon während der Halbzeit bei ihm gewesen und eben noch mal. Er war natürlich super enttäuscht, weil er gleich das Gefühl hatte, dass er jetzt wieder für eine längere Zeit raus ist. Spieler spüren so was in der Regel ja ziemlich gut“, berichtete Geschäftsführer Simon Rolfes.

Gleichzeitig betonte Rolfes: „Martin bekommt die volle Unterstützung des Vereins“, sagte der Ex-Profi, der wie Trainer Xabi Alonso und Xhaka schon am Samstag von einem monatelangen Ausfall ausging. „Leider gehören solche Phasen im Leben eines Fußballers dazu. Manchmal kommt es in einer Saison sogar richtig dick und alles Schlechte zusammen - in seinem Fall bleibt zu hoffen, dass er es damit für die nächsten Jahre geschafft hat. Aber Martin bringt alle Voraussetzungen mit, um sich nach seiner Rückkehr bei uns durchzusetzen, davon bin ich weiterhin fest überzeugt“.

Wie es ist, sich nach einer schweren Verletzung zurück ins Team zu kämpfen, weiß Terrier bereits. Denn im Januar 2023 zog er sich mitten in der stärksten Phase seiner Karriere einen Kreuzbandriss zu. Zu diesem Zeitpunkt galt Terrier als einer der treffsichersten Stürmer in Frankreich, der allein in den 40 vorherigen Liga-Spielen 29 Tore schoss und auf dem Sprung in die Nationalmannschaft war. Im Anschluss brauchte der Rechtsfuß allerdings fast ein Jahr, bis er wieder voll belastbar war.

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Reagiert Leverkusen auf dem Transfermarkt?

Dieses Durchhaltevermögen wird er nun erneut unter Beweis stellen müssen. „So ärgerlich, wie seine Verletzung am Unterarm passiert ist, so ärgerlich war es heute wieder“, beklagte Rolfes. Zumal der 42-Jährige das Gefühl hatte, dass Terrier nach seinem teilweise holprigen Start in Leverkusen wieder näher an seiner Bestform herangerückt war: „Nach seinen beiden Ausfällen in der Hinrunde war er für die Rückrunde sehr fokussiert und motiviert.“ Allein die ersten sechs Minuten gegen Gladbach hätten Rolfes gut gefallen.

Ob der Double-Sieger auf den Ausfall von Terrier reagieren wird, bleibt indes abzuwarten. Nach seinem Landsmann Jeanuël Belocian, der sich einen Kreuzbandriss zuzog, ist er der schon zweite Langzeitverletzte. „Es ist noch zu früh, das zu beantworten”, antwortete Rolfes, um allerdings hinzuzufügen: „Aber ja: Ich schließe nie die Tür für Verstärkungen. Wir müssen das abchecken.“ Bis zum 3. Februar hätte Bayer Zeit, auf dem Transfermarkt adäquaten Ersatz zu finden.