Der BVB steht vor einem Umbruch - und er dürfte weitreichend sein.
Diese BVB-Stars stehen vor dem Aus
Die BVB-Streichliste
Nach einer bis jetzt völlig verkorksten Saison wackeln prominente Namen, auch solche, deren Verträge noch nicht auslaufen. Wen könnte es treffen? SPORT1 erklärt die Lage.
Viele BVB-Stars auf dem Prüfstand
Die Arbeitspapiere von Pascal Groß, Emre Can, Niklas Süle, Julian Brandt, Salih Özcan und Giovanni Reyna gelten noch bis Sommer 2026. Die BVB-Bosse müssen aber zeitnah eine Entscheidung treffen: Verlängern, einfach ziehen lassen oder vorzeitig abgeben, um noch eine Ablösesumme zu kassieren.
Özcan und Reyna spielen keine großen Rollen in den Zukunftsplanungen des Vereins. Sie könnten den Klub wohl schon vorzeitig verlassen.
Bei Groß und Can würden die Verantwortlichen wohl ins Risiko gehen und ihre Verträge zur Not am Ende der kommenden Saison auslaufen lassen – ohne eine Ablösesumme zu kassieren. Und auch der Glaube an eine neue Blüte bei Niklas Süle scheint langsam abhandengekommen zu sein.
Der Innenverteidiger, der immerhin Spitzenverdiener des BVB ist, ist schon längst nicht mehr unantastbar. Auch wenn jeder im Verein von seinem Potenzial überzeugt ist, zeigen konnte er es seit seinem Wechsel 2022 zu selten.
Mittelfeld-Duo rückt auf die Streichliste
Angesichts der Sehnsucht nach einem radikalen Umbruch, dürfte auch nicht verwundern, wenn eine in den vergangenen Jahren wichtige Dortmunder Achse komplett aufgelöst werden würde.
Das Duo Julian Brandt und Marcel Sabitzer war in den vergangenen Jahren gesetzt und hatten maßgeblichen Einfluss am Spiel und Auftritt der Mannschaft. Gerade im Bereich Führung und Vorbildfunktion kam ihnen dabei eine große Bedeutung zu. Doch erfüllen konnten sie diese Vorgaben kaum.
Trotz guter bis sehr guter Phasen, gerade in der abgelaufenen Königsklassen-Saison, fehlt die Konstanz. „Fehlende Konstanz ist immer fehlende Qualität“, brachte es Nico Schlotterbeck zuletzt selbst auf den Punkt.
Brandt steckt in einem tiefen Leistungsloch und auch Sabitzer bleibt in dieser Spielzeit weit hinter den Erwartungen (keine Torbeteiligungen). Außerdem gilt der Österreicher als einer, der auch mal für Stunk innerhalb des Teams sorgt. Sein Frust-Abgang nach der Pleite gegen den FC Augsburg, als er als einziger in die Kabine stapfte ohne sich den Fans zu stellen, sprach Bände. Bei einem passenden Angebot dürften wohl beide den Verein verlassen.
BVB-Krise führt zu finanziellen Einbußen
Zu bedenken ist auch: Die sportliche Krise hat auch Auswirkungen auf die wirtschaftliche Situation des Klubs. Bei einem Verpassen der Champions-League-Ränge, oder sogar des internationalen Geschäfts komplett, drohen Einbußen im dreistelligen Millionenbereich. Allein in dieser Spielzeit dürfte die Königsklasse den Dortmundern rund 100 Millionen Euro sicher in die Kassen spülen - selbst, wenn im Achtelfinale gegen Lille Schluss wäre.
Obwohl die Teilnahme an der Klub-WM dem BVB circa 40 Millionen Euro garantiert (Finaleinzug bis zu 100 Millionen Euro), ist klar: Die Champions League ist im Profifußball immer noch der mit Abstand lukrativste Vereins-Wettbewerb. Insgesamt schüttet die UEFA rund 2,7 Milliarden Euro für ihre Wettbewerbe aus (rund 2 Mrd. für die Champions League), die FIFA für die Klub-WM „nur“ eine Milliarde Euro.
Die Folge: Der BVB müsste wohl auch Spieler gewinnbringend verkaufen, um die Einbußen auszugleichen.
BVB muss zur Not Spieler ziehen lassen
„Der BVB hält auch zwei Jahre aus. Dann macht der BVB ein oder zwei Transfers, dann ist wieder alles im Lot. Wir haben ein, zwei Spieler, die schon sehr begehrt sind in Europa“, verwies BVB-Boss Hans-Joachim Watzke auf alternative Einnahmequellen zur Königsklasse.
Als mögliche Kandidaten, die gewinnbringend verkauft werden könnten, gelten Torhüter Gregor Kobel (Marktwert 40 Millionen Euro), Karim Adeyemi (35 Millionen Euro) und Youngster Jamie Gittens (rund 50 Millionen Euro).
Kobels Markt liegt wohl in England. Adeyemi wurde bereits im Winter umworben, wollte dennoch beim BVB bleiben. Und bei Gittens erhofften sich die Bosse irgendwann eine Ablösesumme im dreistelligen Millionenbereich. Doch auch seine Formkurve schwankte zuletzt. Dass ein Klub im Sommer über 100 Millionen Euro für ihn bietet, dürfte ausgeschlossen sein.
BVB-Bosse vor kniffliger Situation
Nun ist der Transfermarkt kein einfaches Manager-Spiel, in dem man Spieler einfach so rausschmeißen und neue holen kann.
Die Leistungen in dieser Spielzeit dürfte nicht dafür sorgen, dass Interessenten beim BVB Schlange stehen und bereit sind, viel Geld in mögliche Neuzugänge aus Dortmund zu investieren. Dazu haben viele Spieler teils lukrative Verträge. Wenn sie nicht wechseln wollen, muss sich der Verein an den Arbeitsvertrag halten.
Den BVB-Verantwortlichen wären somit die Hände gebunden. Die sportliche Führung muss also Verhandlungsgeschick beweisen.
Auch BVB-Bosse zittern um Zukunft
Und hier liegt bereits das nächste Problem. Es ist alles andere als ausgeschlossen, dass die Konsequenzen aus der sportlichen Misere auch die Klubführung betreffen werden.
Sportdirektor Sebastian Kehl als Verantwortlicher für den Kader und letztlich auch der für die großen Linien zuständige Sport-Geschäftsführer Lars Ricken kämpfen um ihren Job. Die unklare Zukunft des Duos erschwert die Personalentscheidungen zusätzlich
Klar ist: Beim BVB darf sich kaum einer mehr sicher fühlen - ob er auf dem Platz steht oder abseits.