Niklas Süle wusste ganz genau, wie gut Julian Brandt der Treffer zur zwischenzeitlichen 2:1-Führung der Dortmunder tat. Wie wild deutete der Innenverteidiger nach dem Tor auf den zuletzt so hart kritisierten BVB-Star.
Dortmunds Gedankenspiele bei Brandt
Brandt-Zukunft? „Eine Frage der Optionen“
Nach dem Motto: „Guckt alle her: Er war’s.“ Brandts verhaltener Jubel sagte dabei mehr als 1000 Worte: Beide Hände hielt er auf Höhe seiner Ohren, machte mit den Fingern eine Bla-Bla-Bla-Geste.
Der 28-Jährige lieferte bei der TSG Hoffenheim (3:2), gerade in Hälfte eins, eine bockstarke Vorstellung ab – nicht nur wegen seines Treffers. Die 1:0-Führung leitete er mit einem genialen Steckpass auf Daniel Svensson ein. Auch bei der Entstehung des Elfmeters war er beteiligt und hatte einige gute Aktionen.
Brandt? „Die Entwicklung ist natürlich nicht gut“
Seine Zukunft ist nach einer eher enttäuschenden Saison dennoch offener denn je. BVB-Reporter Oliver Müller und SPORT1-Reporter Manfred Sedlbauer ordnen die Gerüchte um den Offensivspieler im SPORT1-Podcast „Die Dortmund-Woche“ ein.
„Es ist doch völlig klar, dass die Brandt-Seite den Markt und seine Optionen checken. Das müssen sie doch auch“, sagt Sedlbauer: „Die Entwicklung ist natürlich nicht gut. Im Sommer sollte er eines der Gesichter einer erfolgreichen BVB-Mannschaft werden. Die Verantwortlichen wollten frühzeitig mit ihm verlängern. Doch die Gespräche stockten, wurden sogar auf Eis gelegt. Unantastbar ist er nicht mehr.“
Dennoch betont der SPORT1-Reporter deutlich: „Das, was er in den letzten Wochen einstecken musste, war oftmals deutlich unter der Gürtellinie.“
Brandt-Abschied? „Final entschieden ist noch nichts“
Entgegen einigen Medienberichten schließen die Podcaster einen Verbleib von Brandt über den Sommer hinaus beim BVB nicht aus.
„Es ist eine Frage der Optionen. Wenn der BVB die Champions League erreicht, eventuell Chukwuemeka für diese Zehnerposition verpflichtet und gegebenenfalls noch einen Spieler, dann wird es für Brandt eng“, schätzt Müller, weist aber auch auf die Verletzungsanfälligkeit der Chelsea-Leihgabe hin. „Final entschieden ist noch nichts“, erklärt Müller.
Und Sedlbauer meint: „Gerade Kovac ist ein großer Befürworter von Brandt. Er wird nicht zu Ricken oder Kehl gehen und sagen: ‚Den Brandt müsst ihr verkaufen.' Kovac würde gerne mit ihm weiterarbeiten."
Klar ist für Müller aber auch: „Die Überlegung könnte sein: Wenn man etwas auf einer zentralen Position verändern möchte, würde eine Trennung von Brandt Sinn machen.“
Letzte Chance auf großes Geld?
Brandts Vertrag läuft 2026 aus. Der kommende Sommer ist für den Verein daher wohl die letzte Möglichkeit, den Offensivspieler ertragreich weiterzuverkaufen.
Die Abnehmer dürften nach dieser Spielzeit zwar nicht Schlange stehen, doch Leistungen wie am Wochenende in Sinsheim mögen Brandt wieder in den Fokus rücken - beim BVB und auch bei anderen Vereinen.