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Stillt er die Sehnsucht der BVB-Fans?

Stillt er die Sehnsucht der Fans?

Durch den Abgang von Pascal Groß ist ein Kaderplatz beim BVB frei geworden. Im Trainingslager in Marbella bringt sich ein Youngster für die Position in Stellung, der die Sehnsucht der Fans stillen könnte. Doch Trainer Niko Kovac dämpft - mal wieder - die Erwartungen.
Pascal Groß verlässt Borussia Dortmund bereits im Winter Richtung England. Niko Kovac erklärt die Gründe für den Wechsel.
Durch den Abgang von Pascal Groß ist ein Kaderplatz beim BVB frei geworden. Im Trainingslager in Marbella bringt sich ein Youngster für die Position in Stellung, der die Sehnsucht der Fans stillen könnte. Doch Trainer Niko Kovac dämpft - mal wieder - die Erwartungen.

Es ist fast schon zu einem Reizthema unter den Fans von Borussia Dortmund geworden. Die Sehnsucht: Endlich mal wieder einen Spieler aus dem eigenen Stall herausbringen und in der Profimannschaft etablieren. Jemanden, der die Klub-DNA in sich trägt und zu einer Identifikationsfigur reifen kann.

Ein BVB-Youngster bringt sich gerade nach dem Abgang von Pascal Groß dafür in Stellung. Sein Name: Mussa Kaba. Intern halten sie große Stücke auf das Talent. Auch wenn Trainer Niko Kovac die Erwartungen dämpft - mal wieder.

BVB: Kovac dämpft die Erwartungen bei Kaba

Insgesamt drei Youngster aus dem Nachwuchsleistungszentrum der Borussia dürfen sich in Andalusien beweisen. Anders als bei Samuele Inacio und Mathis Albert ist es für Mussa Kaba das erste Vorspielen auf allerhöchstem Niveau. Sowohl Inacio (seit Juli 2024 beim BVB) als auch Albert (seit Januar 2025) durften bereits bei der Klub-WM und im Sommer-Trainingslager Profiluft schnuppern.

„Mussa war bei uns jetzt nicht allzu oft. Die anderen waren schon bei der Klub-WM bei uns, deswegen kennen wir sie sehr viel besser“, erklärte Kovac im Trainingslager in Marbella auf SPORT1-Nachfrage und schob hinterher: „Auch da darf man nicht überpacen. Wir wollen schon auch junge Spieler einbauen, es muss aber auch zum richtigen Zeitpunkt kommen.“

Den richtigen Zeitpunkt für junge Spieler gab es, seit Kovac in Dortmund das Sagen hat, aber noch nicht so richtig. Zu oft standen Spiele spitz auf Knopf, zu hoch war der Druck, zu punkten.

Und eines will Kovac auf keinen Fall: Junge Spieler verheizen. In dieser Spielzeit kamen lediglich Filippo Mané (86 Minuten) und Cole Campbell (16) aus der BVB-Jugend zum Einsatz.

Eigengewächs Kaba bringt sich in Stellung

Doch wer ist eigentlich dieser Kaba, der bereits im Alter von zwölf Jahren zum BVB wechselte? Eine Sache fällt sofort auf: seine Größe.

Mit stolzen 1,96 Metern ist der deutsche U17-Nationalspieler der mit Abstand größte Jungprofi. Lediglich der dritte Torhüter Silas Ostrzinski (1,98 Meter) ist noch höher gewachsen, während Kaba gemeinsam mit Gregor Kobel (ebenfalls 1,96 Meter) zu den größten Spielern im gesamten Kader zählt.

Der Vertrag des Youngsters läuft noch bis 2027. Sowohl Geschäftsführer Lars Ricken als auch Sportdirektor Sebastian Kehl trauen ihm eine große Karriere zu.

Kaba verfügt über eine extreme Ruhe und Sicherheit am Ball, auch in schwierigen Situationen. Dazu ist er ungemein spielintelligent und sowohl zweikampf- als auch kopfballstark - ein richtiger Abräumer auf der Sechs.

Knie-Verletzung warf BVB-Juwel zurück

Der defensive Mittelfeldspieler absolvierte bei der U17-Weltmeisterschaft in Katar alle vier Spiele von Beginn an, dreimal über die volle Distanz. Im Sechzehntelfinale musste sich die deutsche Mannschaft jedoch knapp mit 0:1 gegen Burkina Faso geschlagen geben.

Der gebürtige Bielefelder Kaba feierte in der Saison 2023/24 mit der Dortmunder B-Jugend den Gewinn der Deutschen Meisterschaft. In der vergangenen Saison war Kaba ein Fixpunkt der U19, in der laufenden Spielzeit gehört er zum festen Bestandteil der U23 in der Regionalliga West.

Zwar setzte ihn eine hartnäckige Sehnenscheidenentzündung im Knie zeitweise außer Gefecht, zuletzt zeigte er jedoch wieder seine Belastbarkeit: In den beiden letzten Spielen vor Weihnachten stand der Rechtsfuß jeweils über 90 Minuten auf dem Platz.

Kann Kaba den Abgang von Groß nutzen?

Kaba bringt zweifellos die Anlagen mit, den Sprung in den Profibereich zu schaffen. Doch selbst wenn durch den Wechsel von Pascal Groß ein Kaderplatz frei geworden ist, bleibt die Konkurrenz im Mittelfeld mit Spielern wie Marcel Sabitzer, Felix Nmecha, Jobe Bellingham und Salih Özcan weiterhin groß.

Zur Wahrheit gehört auch, dass Kovac nichts von Vorschusslorbeeren oder gar einem Kredit für junge Spieler hält. „Es ist immer Leistung. Leistung ist immer wichtig“, stellte der Trainer auch jetzt wieder klar: „Es ist aber schon mal gut, dass sie hier sind, dass sie sich hier zeigen können. Dass wir auch mal einen Eindruck von den Spielern gewinnen können. Aber es ist nicht wichtig, ob jung oder alt, es geht immer darum: gut oder nicht gut.“

Und da setzt der 54-Jährige eben verstärkt auf gestandene Spieler, die sich schon auf höchstem Niveau bewiesen haben.

Botschaft von Kovac: „Sie müssen anfangen zu schwimmen“

Die Tür schließen will Kovac den jungen Spielern um Kaba allerdings keinesfalls - im Gegenteil.

„Das sind die Talente des Klubs und deshalb wollen wir ihnen auch die Möglichkeit geben“, erklärte der Coach: „Jetzt liegt es an den Jungs. Jetzt müssen sie sich beweisen, jetzt müssen sie sich durchsetzen. Jetzt ist es wieder etwas anderes. Unten sind sie die Stärksten, jetzt sind sie nicht die Stärksten und da müssen sie anfangen zu schwimmen.“

Der Plan mit den Jungprofis ist dennoch klar: Die Dortmunder wollen Kaba und auch seine beiden Mitstreiter an die Profis heranführen. Im besten Fall sollen sie nach SPORT1-Infos im Sommer fest zum Kader stoßen.