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Seltsamer Widerspruch beim FC Bayern

Seltsamer Widerspruch bei Bayern

Der FC Bayern kommt in Hamburg nicht über ein 2:2-Remis hinaus. Von einer dicken Krise kann keine Rede sein, doch ein Fakt wirkt seltsam.
Nach dem 2:2 gegen den HSV gerät der Schiedsrichter der Partie stark in die Kritik. Auch Sportvorstand Max Eberl zeigt sein Unverständnis über einige Entscheidungen des Unparteiischen und äußert sich nach dem Spiel dazu.
Der FC Bayern kommt in Hamburg nicht über ein 2:2-Remis hinaus. Von einer dicken Krise kann keine Rede sein, doch ein Fakt wirkt seltsam.

Eigentlich sollte sich der FC Bayern aktuell in einer Phase voller positiver Nachrichten befinden. Schließlich ist der Kader von Woche zu Woche angewachsen. Stars wie Alphonso Davies, Jamal Musiala, Joshua Kimmich, Dayot Upamecano, Josip Stanisic und andere fehlten zuletzt aus den unterschiedlichsten Gründen – mal länger, mal kürzer. Jetzt feierten viele nach und nach ihre Comebacks.

Auch wenn allesamt behutsam aufgebaut werden sollen: Trainer Vincent Kompanys Optionen sind eindeutig zahlreicher geworden. In mancher personellen Entscheidung ist er freier als noch im so erfolgreichen vergangenen Herbst. Das Paradoxe daran: Das Team kann vermehrt nicht mehr so überzeugen wie in den vergangenen Monaten.

FC Bayern paradox: Der Kader wächst, die Qualität sinkt

Beim Aufsteiger in Hamburg reichte es lediglich für ein Unentschieden – zu wenig für die bayerischen Ansprüche. Auch die vergangenen Spiele gegen Saint-Gilloise, Augsburg und Eindhoven waren über weite Strecken keine Leckerbissen. Der Kader wächst, die Qualität des Spiels sinkt – ein seltsamer Widerspruch.

„Wir haben einen sehr, sehr komplizierten Januar hinter uns mit diesen sieben Spielen in 20 Tagen. Wir sind jetzt froh, dass der vorbei ist. Jetzt können wir vom Kopf her mal abspannen“, sagte Sportvorstand Max Eberl nach der Partie und deutete damit ein wenig an, dass den Bayern aktuell die mentale Kraft schwinden könnte.

Es ist ein Hinweis darauf, dass der eigentliche Zuwachs an physischer Kraft durch einen mentalen Strudel zunichtegemacht wird.

Bayern kann ein Nerv-Thema abräumen

Dass der Bayern-Express aktuell an Tempo verloren hat, gibt den Münchnern aber die Gelegenheit, ein Nerv-Thema der vergangenen Wochen abzuräumen: Nämlich die Frage nach der zu großen Dominanz des Rekordmeisters in der Bundesliga.

„Wir sind vor 14 Tagen damit konfrontiert worden, dass die Liga langweilig ist. […] Wir haben immer wieder gesagt: Jedes Bundesligaspiel ist verdammt kompliziert. Jedes einzelne, auch wenn es am Ende vom Ergebnis her leicht aussieht. Die Spiele jetzt gegen Augsburg und den HSV zeigen, dass das eben verdammt kompliziert, ist“, erklärte Eberl. Er sage nicht, dass seine Bayern jeden Gegner an die Wand spielen würden.

Neuer bleibt ruhig: „Worüber reden wir?“

Einer, der durch seine lange Karriere eine ganz besondere Antenne für den wahren Leistungsstand einer Mannschaft haben dürfte, bleibt derweil betont gelassen.

„Über was reden wir? Wir reden über die Zeit jetzt im Januar, über einen Start gegen Leipzig, reden über internationale Spiele, wo wir in der Champions League zweimal gewonnen haben. Das sollte man nicht außen vor lassen, sondern immer das Ganze sehen“, sagte Manuel Neuer.

Der Keeper hat schon ganz andere Phasen beim FC Bayern erlebt, um jetzt unnötig nervös zu werden. Sein Fazit: „Wir stehen gut da!“

Diesen Vorteil hat der FC Bayern im Jahr 2026

Fakt ist: Die Bayern aus dem Winter 2026 sind nicht die Bayern aus dem Herbst 2025. Fakt ist aber auch: Erst im Frühling müssen sie den alten Glanz zurückbringen.

Der Februar, in dem den Münchnern zwei Playoff-Spiele in der Champions League erspart bleiben, könnte die entscheidenden freien Tage bieten, um neue Kraft zu schöpfen – physisch, aber vor allem mental.

Sollte sich die Kompany-Elf trotz wachsenden Kaders und nötiger Ruhephasen auch am kommenden Sonntag gegen die TSG Hoffenheim einbremsen lassen, wäre das ein weiteres Paradoxon.

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