Borussia Dortmund hat zwar souverän mit 3:0 gegen den SV Werder Bremen gewonnen, doch nach einer zähen und spielerisch überschaubaren ersten Halbzeit (1:0) wurde die Mannschaft von Niko Kovac mit Pfiffen in die Halbzeitpause begleitet.
BVB: Sabitzer wundert sich über Fans - Kovac nicht
BVB-Stars von Pfiffen irritiert
Den Dortmundern ist die Geräuschkulisse nicht verborgen geblieben. Dass sie nicht jedem geschmeckt hat, wurde im Nachhinein auch deutlich.
BVB nach Wiederanpfiff stark verbessert
„Klar war es nicht unser bestes Spiel. Es steht aber 1:0 zur Halbzeit, da weiß ich nicht, ob das hilfreich ist“, kritisierte Marcel Sabitzer nach dem Spiel bei Sky die eigenen Anhänger.
Der Torschütze zum zwischenzeitlichen 2:0 (76.) ergänzte dann aber auch: „Jeder hat das Recht dazu. Hinten raus haben sie (die Fans, Anm. d. Red.) uns dann aber gefeiert.“
Auch Torwart Gregor Kobel reagierte in der Mixed Zone mit gemischten Gefühlen: „Ja, ich habe es gehört. Wenn du als Spieler auf dem Platz stehst, ist es nie schön, wenn Pfiffe kommen. Wenn du in Führung bist, noch weniger. Aber am Ende dürfen die Fans machen, was sie wollen. Ich bin jetzt nicht der, der ihnen den Mund verbietet. Schön fühlt es sich nicht an.“
Schlotterbeck hat es „gar nicht mitbekommen“
Spätestens nach dem 3:0 von Serhou Guirassy (83.) war die Stimmung in Dortmund ausgelassen. Der Stürmer, der zunächst nur auf der Bank saß und nach etwas mehr als einer Stunde eingewechselt wurde, beendete damit auch seine Torflaute (sieben Bundesliga-Spiele ohne Treffer).
Für die frühe Führung hatte Nico Schlotterbeck gesorgt (11.). Der Kapitän hatte die Pfiffe nach eigenen Angaben allerdings gar nicht vernommen. „Tatsächlich habe ich es gar nicht mitbekommen“, erklärte Schlotterbeck.
„Mei, wir haben in der ersten Halbzeit nicht so gut gespielt. Jeder kann entscheiden, wie er will. Wir haben geführt zur Halbzeit, wir stehen auf dem zweiten Tabellenplatz“, fuhr der BVB-Verteidiger fort.
Kovac verteidigt sein Team
Trainer Niko Kovac bezeichnete die Pfiffe als „absolut berechtigt: “Ich war auch nicht zufrieden, das habe ich in der Halbzeit der Mannschaft auch gesagt."
Gleichzeitig verteidigte er den Auftritt seines Teams aber auch. “Wenn man jetzt schaut, wo war der BVB letztes Jahr zu der Zeit: Jetzt haben wir 36 Punkte, das ist wahrscheinlich ein Vielfaches von dem, was wir letztes Jahr hatten.„
Deshalb müsse man „immer differenzieren. Wir reden über A- oder B-Note, aber wir sind Fußballer. Es geht in erster Linie um die A-Note, die B-Note kommt on top. Da können wir zulegen, das wissen wir.“
Der Rückstand auf Tabellenführer FC Bayern beträgt acht Punkte. Bremen liegt mit 17 Zählern auf Platz zwölf.