Die Personalsituation bereitet Niko Kovac derzeit Kopfschmerzen – allerdings der positiven Art. Anders als in den Jahren zuvor hat der BVB kaum mit Langzeitverletzungen zu kämpfen. Auch wenn es aktuell Sorgen um Torhüter Gregor Kobel gibt: Trainingsplatz und Spieltagskader sind regelmäßig prall gefüllt , so sehr, dass Spieler wie Salih Özcan oder Julien Duranville zuletzt sogar auf der Tribüne Platz nehmen mussten.
Die Schlüsselduelle beim BVB: Vor allem eins ist pikant
Pikantes Duell beim BVB
Die Folge: Der Konkurrenzkampf ist enorm. In nahezu allen Mannschaftsteilen gibt es Schlüsselduelle um einen Platz in der Startelf. Das Spiel in Frankfurt (Freitag, 20.30 Uhr im LIVETICKER) könnte bereits erste Hinweise auf die Kräfteverhältnisse für den weiteren Saisonverlauf liefern. SPORT1 stellt die besonders umkämpften Duelle vor.
BVB: Süle will es noch einmal wissen
Süle gegen Anselmino und Can: Der Argentinier Aaron Anselmino spielte sich sofort in die Herzen der Fans. Der 20-Jährige besticht durch feine Technik, hohe Ballsicherheit und vor allem durch seinen großen Einsatz sowie eine typisch südamerikanische Härte. Wann immer er bislang für den BVB auflief, wusste er zu überzeugen.
Doch immer wieder warfen Verletzungen den Youngster zurück. So auch jetzt. Gegen Frankfurt wird Anselmino nicht zur Verfügung stehen.
Niklas Süle hatte in dieser Saison bislang kaum Gelegenheit, sich nachhaltig zu zeigen. Eine hartnäckige Zehenverletzung brachte ihn völlig aus dem Rhythmus. Immerhin durfte er kurz vor Weihnachten gegen Gladbach erstmals über 90 Minuten ran – und lieferte dabei eine starke Leistung ab. Der 30-Jährige, der – Stand jetzt – wohl keine Zukunft beim BVB über den Sommer hinaus (Vertragsende) hat, will sich noch einmal beweisen.
Nico Schlotterbeck und Waldemar Anton gelten derzeit als gesetzt. Weil sich auch Kapitän Emre Can nach wie vor mit körperlichen Beschwerden herumplagt und noch nicht bei 100 Prozent ist, wird Süle am Freitagabend wohl von Anfang an anlaufen.
Couto hat im Duell mit Ryerson die Nase vorn
Ryerson gegen Couto: Julian Ryerson ging als klarer Stammspieler in die Saison – auch weil Yan Couto nach seinem Wechsel im Sommer 2024 lange hinter den Erwartungen zurückblieb. Doch das Momentum hat sich gedreht.
Couto scheint seine Rolle auf der rechten Schiene gefunden zu haben und überzeugte zuletzt mit starken Auftritten. Vor allem mit seinen dynamischen Läufen und präzisen Flanken belebte er die BVB-Offensive und sorgte regelmäßig für Gefahr.
Kampflos wird Ryerson dieses Duell jedoch nicht herschenken. Ein Vorteil des Norwegers: Er kann auch auf der linken Seite spielen. Dort ist Daniel Svensson vorerst nahezu konkurrenzlos. Doch spätestens mit der Rückkehr von Ramy Bensebaini, der sich aktuell noch beim Afrika-Cup befindet, dürfte sich auch dieses Duell zuspitzen.
Wer wird Partner von Nmecha?
Sabitzer gegen Bellingham: Neben Fixpunkt Felix Nmecha, der in dieser Spielzeit zu den stärksten Dortmundern zählt, ist ein Platz im zentralen Mittelfeld offen. Durch den Abgang von Pascal Groß hat Niko Kovac eine Sechser-Option weniger.
Marcel Sabitzer hatte bislang meist die Nase vorn. Doch auch Jobe Bellingham kam zu Einsätzen, ließ dabei aber zu häufig Mut und Entschlossenheit in seinen Aktionen vermissen.
Legt der junge Engländer diese Zurückhaltung ab, besitzt er das Potenzial, den Österreicher Paroli zu bieten. Salih Özcan dürfte zunächst nur eine Nebenrolle spielen. Achtung jedoch: Auch Youngster Mussa Kaba macht von hinten Druck.
Offensiv hat Kovac die Qual der Wahl
In der Offensive konkurrieren gleich vier, eigentlich sogar fünf Spieler um zwei begehrte Plätze: Maximilian Beier, Carney Chukwuemeka, Karim Adeyemi, Julian Brandt – und auch Fábio Silva können hinter der Spitze eingesetzt werden.
Brandt spielte sich im Endspurt des Fußballjahres 2025 wieder in die Stammelf. Dieses Standing hatte lange auch Karim Adeyemi inne. Doch schwankende Leistungen und disziplinarische Verfehlungen kratzten an seiner Position.
Er dürfte sich auf der Außenbahn nun vor allem mit Maximilian Beier messen. Besonders pikant: Dieses Duell könnte auch Auswirkungen auf die WM-Teilnahme mit der deutschen Nationalmannschaft haben.
Chukwuemeka sucht weiterhin nach seiner Topform. Findet der 22-Jährige zu alter Stärke zurück, könnte er den Unterschied machen – vor allem in Sachen Kreativität macht ihm kaum jemand etwas vor.
Silva wird wohl vorerst nur eine Alternative darstellen. Kovac sieht ihn eigentlich mehr in der Spitze.
Wie lange reicht die Geduld von Kovac bei Guirassy?
Silva gegen Guirassy: Eigentlich, so scheint es, ist dieses Duell klar. Kovac wird weiterhin versuchen, seine „Lebensversicherung“ Serhou Guirassy wieder in die Spur zu bringen – und bringt dafür offenbar viel Geduld mit.
Denn der 29-Jährige befindet sich seit Wochen in einem Formtief. Silva, der in dieser Bundesliga-Saison bislang nur einmal von Beginn an ran durfte, macht es dem BVB-Coach zunehmend schwer, ihn nicht häufiger in die Startelf zu berufen. Kovac steckt im Dilemma.
Fakt ist: Das Spiel in Frankfurt ist mehr als nur ein Auftakt ins Fußballjahr 2026 – es ist ein erster Fingerzeig, wer beim BVB im harten Konkurrenzkampf vorangeht und wer ins Hintertreffen gerät.