Der FC Bayern pflügt regelrecht durch die Bundesliga und ist auch im neuen Jahr hervorragend aus den Startlöchern gekommen. Im Fokus stehen dabei aktuell vor allem Michael Olise und Luis Díaz.
FC Bayern: Eine heikle Situation
Eine heikle Situation
Beide Flügelspieler werden mittlerweile von Sportvorstand Max Eberl öffentlich mit Arjen Robben und Franck Ribéry verglichen und waren die herausragenden Akteure beim 8:1 gegen Wolfsburg. Ihre Plätze in der Startelf wirken wie festzementiert – auch weil beide fast ohne Verletzungen auskommen.
Was passiert, wenn Musiala sein Comeback gibt?
Für die anderen Offensivkräfte könnte es daher in den kommenden Wochen schwer werden, an den beiden vorbeizukommen – auch weil Jamal Musialas lang ersehntes Comeback bald ansteht.
„Ich freue mich auf diesen Moment – aber riesig. […] Hoffentlich ist Jamal ganz schnell zurück“, sagte Trainer Vincent Kompany am Dienstag auf SPORT1-Nachfrage.
Sein Plan ist klar: Mit Musiala soll der FCB die nächste Stufe erreichen und – sofern überhaupt möglich – noch dominanter auftreten.
FC Bayern: Überangebot an Offensivkräften
Dass das Überangebot an Offensiv-Stars ein Problem werden könnte, sieht der Belgier auch, Sorgen macht er sich deshalb aber nicht.
„Wenn Jamal wieder auf seinem Niveau ist, hoffe ich, dass wir ein positives Problem haben. Ich will diese Situation genießen und so schnell wie möglich haben“, erklärte Kompany. Er hat offenbar keine Befürchtung, plötzlich mehrere unzufriedene Spieler im Kader zu haben.
Hitzfeld vermied Härtefälle
Der Trainer weiß: Dass alle Spieler zu hundert Prozent fit sind, ist bei einem Top-Klub wie dem FC Bayern eher eine Seltenheit.
Ottmar Hitzfeld gab einst offen zu, dass es ihm während seiner Zeit beim Rekordmeister mitunter ganz recht war, wenn nicht alle Stars zur Verfügung standen – das ersparte dem „General“ so manchen Härtefall, wenn es um die Startelf ging.
„Irgendwann kommen dann die Entscheidungen, aber man darf nicht davon ausgehen, dass es so schnell geht. Es kann immer etwas passieren“, so Kompany.
Gnabry braucht Einsätze
Sollte sich der bayerische Kader aber wie geplant mit fitten Spielern füllen, könnte es Serge Gnabry vermutlich besonders hart treffen.
Der Nationalspieler präsentierte sich im bisherigen Verlauf der Saison wieder von seiner besten Seite und hätte sicherlich viele Einsätze verdient. Doch an die Leistungen von Olise und Díaz reicht derzeit niemand heran.
Obendrein betonte Kompany auf der Pressekonferenz, dass er auch auf Raphael Guerreiro und Nicolas Jackson setze. Beiden will der Coach offenkundig auch regelmäßig Spielzeiten zugestehen. Es wird also eng.
Keine Einigkeit in der Führungsetage
Gnabrys Situation ist allerdings heikler als bei Guerreiro und Jackson. Sein gut dotierter Vertrag läuft aus und wird dem Vernehmen nach nur verlängert, wenn die Leistungen weiterhin stimmen und der 30-Jährige auf Gehalt verzichtet.
Zu Letzterem ist der Nationalspieler Gerüchten zufolge bereit, ob das aber reicht, bleibt trotzdem fraglich. SPORT1-Informationen zufolge herrscht hinter den Kulissen keine absolute Einigkeit, was den Fall Gnabry betrifft.
Während manche Führungskräfte eine Vertragsverlängerung befürworten, sind andere noch skeptisch.
Gnabry muss „ein bisschen aufhören, zu husten“
Immerhin kann sich Gnabry auf die Loyalität seines Trainers verlassen. Der Nationalspieler stand gegen Wolfsburg im Kader, kränkelt aber aktuell.
Auf die Frage, was sein Schützling tun müsse, um wieder ins Rampenlicht zu geraten, antwortete Kompany daher lachend: „Er muss einfachen ein bisschen aufhören, zu husten.“ Und weiter: „Er hat schon so viel Qualität gezeigt, das werde ich nicht vergessen.“
Hustenstiller allein dürfte Gnabry aber aktuell nicht helfen. Um sich für einen neuen Vertrag – und auch die Nationalmannschaft – zu empfehlen, muss er sich auf dem Platz beweisen. Dass er dafür die Gelegenheit bekommt, hängt auch von der internen Konkurrenz ab.