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FC Bayern: Auch eine deutsche Ikone meldet sich wegen Karl zu Wort

Karl? „Real muss man sich erwerben“

Lennart Karl sorgt mit seinen Traumverein-Aussagen für riesigen Wirbel. Nun schaltet sich selbst ein legendärer deutscher Fußballer ein.
Lennart Karl wird bei einem Fanklub-Besuch in Denkendorf nach seinem Traumverein gefragt. Das 17-jährige Supertalent nennt Real Madrid und spaltet damit das Fanlager des deutschen Rekordmeisters.
Lennart Karl sorgt mit seinen Traumverein-Aussagen für riesigen Wirbel. Nun schaltet sich selbst ein legendärer deutscher Fußballer ein.

Die Aussagen von Lennart Karl bewegen selbst die Legenden des deutschen Fußballs. So hat sich nun sogar Günter Netzer zu Wort gemeldet.

„Den Wert für Real Madrid muss sich ein Spieler erst erwerben“, befand Netzer im Gespräch mit der Bild-Zeitung. Ob man für die Königlichen infrage komme, bestimme dabei nicht das Alter, „sondern die Leistung, die man zuvor in seinem Klub gebracht hat“.

Der erst 17 Jahre alte Karl hatte bei dem Besuch eines Fanclubs des FC Bayern verraten, dass er eines Tages gerne für Real Madrid spielen würde. Der spanische Topklub sei sein Traumverein.

Karl zu Real? Netzer verweist auf Mbappé

Netzer weiß nur allzu gut, wovon er redet. Der einstige Welt- und Europameister war der erste Bundesliga-Profi, der einst den Schritt nach Madrid wagte: „Ich wäre vermutlich in Italien gelandet, wenn sie dort nicht die Grenzen für ausländische Spieler geschlossen hätten”, sagte er jetzt.

Karl hatte in seiner viel beachteten Wortmeldung gemeint, dass er „irgendwann“ auf jeden Fall mal zu Real gehen wolle. Berichten zufolge wird er ab seinem 18. Geburtstag im Februar automatisch bis 2029 an die Bayern gebunden sein.

„Ein Fußballer im mittleren Alter ist für einen Transfer zu Real besser geeignet als ein zu junger“, meinte Netzer: „Nehmen wir das Beispiel Mbappé. Er war zum Zeitpunkt seines Wechsels der begehrteste Spieler der Welt – und die Entwicklung war noch nicht abgeschlossen.“

Zwei Legenden bei Youngster des FC Bayern einig

Von Karl zeigte sich der einstige Topspieler schon jetzt begeistert. Es handele sich um einen wunderbaren Fußballer, der „ganz offensichtlich auch charakterliche Fähigkeiten“ besitze. Netzer lobte ausdrücklich, dass sich Karl von dem „Trubel um seine Person nicht verrückt machen“ lasse.

Generell wertete er Karls verbalen Vorstoß als positiv: „Er hat nicht von einem schnellen Wechsel gesprochen, sondern von einem Traum. Ich finde, das Ziel Real darf man als junger Spieler durchaus haben.“

Ähnlich äußerte sich übrigens auch Lothar Matthäus in seiner Kolumne bei Sky: „Sich die Ziele zu setzen, hat auch gar nichts mit Überheblichkeit zu tun. Ich finde es ehrlich, aber nicht überheblich und nicht arrogant. Real Madrid hat eben so einen Mythos.“

Etwas kritischer schätzte Uli Stielike die Situation ein, der einst wie Netzer für Real aufgelaufen war: „Ich empfinde die Äußerungen als nachteilig für den Jungen, denn damit macht er sich bei den Bayern, weder im Klub noch bei den Anhängern, Freunde“, sagte er der Bild.

Außerdem solle Karl „erst mal über einen längeren Zeitraum zum Stammspieler reifen und den Sprung ins Nationalteam schaffen. Es bleibt also noch ein gutes Stück Weg für ihn zu gehen.“