Für TV-Experte Dietmar Hamann ist Lennart Karl der Mann der Hinrunde. „Normalerweise sammeln junge Spieler erst einmal Erfahrungen und schnuppern rein, aber er kam neu in die Mannschaft und hat sofort Spiele entschieden und dominiert – nicht nur in der Bundesliga“, schrieb der 57-Jährige in seiner Kolumne bei Sky.
FC Bayern: Hamann formuliert steile Karl-These
Hamann formuliert steile Karl-These
„In den letzten sechs, sieben Partien vor der Winterpause war Karl der dominierende Spieler, noch vor Kane und Michael Olise. Alle Bayern-Stars waren gut, aber Karl war derjenige, der oft den Unterschied ausgemacht hat“, fügte Hamann hinzu. Die Frage, ob der Offensivspieler im Sommer von Bundestrainer Julian Nagelsmann für die Weltmeisterschaft nominiert werden sollte, stelle sich für ihn gar nicht.
Karl sei „ein Spieler, der aus nichts Chancen kreieren kann. Wir könnten es uns gar nicht erlauben, so einen Spieler nicht mitzunehmen“, stellte Hamann klar. In der Bundesliga kommt Karl nach 15 Einsätzen auf vier Tore und zwei Vorlagen.
Drei Treffer schoss er zudem in nur vier Champions-League-Partien. Für die deutsche Nationalmannschaft wurde der 17-Jährige bislang noch nicht nominiert – ein viel diskutiertes Thema.
Hamann sieht neue Kane-Rolle kritisch
Kritisch sieht Hamann hingegen die leicht veränderte Rolle von Torjäger Harry Kane. „Es ist aller Ehren wert, dass Kane sich für die Mannschaft aufopfert, aber als Trainer will ich meinen Angreifer dort haben, wo er effektiv ist und Tore schießt“, betonte er. „Auf Dauer - auch wenn er es aktuell in allen Bereichen sehr gut macht - ist es für mich kein Zustand, dass Kane im eigenen Strafraum Bälle gewinnt, weil das gar nicht seine Aufgabe ist.“
Im Moment komme Kane selten in Abschluss-Situationen, meinte Hamann, vor Weihnachten sei dies auch schon so gewesen. „Die Frage wird sein, ob die Bayern in der Champions League die nötige Durchschlagskraft entwickeln können, die sie gegen bessere Mannschaften brauchen werden. Ich bin gespannt, wie es mit Kane weitergeht“, so der Ex-Profi.