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FC Bayern: Pizarro schwärmt schon - die neue Peru-Hoffnung beim FCB

Lobeshymnen auf Bayern-Juwel

Felipe „Pippo“ Chávez hinterlässt im einzigen Testspiel des FC Bayern vor dem Restart der Bundesliga einen bleibenden Eindruck. Die peruanische Presse schwärmt, das Talent kommt der Erfüllung seines Traums näher.
Souverän besteht der FC Bayern seine Generalprobe vor dem Bundesliga-Restart. Beim 5:0 in Salzburg sind viele Blicke auf Lennart Karl gerichtet – und der liefert zum richtigen Zeitpunkt ab.
Felipe „Pippo“ Chávez hinterlässt im einzigen Testspiel des FC Bayern vor dem Restart der Bundesliga einen bleibenden Eindruck. Die peruanische Presse schwärmt, das Talent kommt der Erfüllung seines Traums näher.

In Peru kamen sie nicht mehr aus dem Staunen heraus. „Wahnsinn“, titelte Líbero. Eine „Show des Peruaners“, schloss sich depor an.

Der Auslöser dieser Euphorie war die Leistung von Bayern-Juwel Felipe „Pippo“ Chávez beim 5:0-Testspielsieg gegen RB Salzburg am Dienstag. Der 18-Jährige war zu Beginn der zweiten Halbzeit einer von elf Neuen auf dem Spielfeld und wusste dem Spiel schnell seinen Stempel aufzudrücken.

Chávez glänzt beim FC Bayern

In der 72. Minute bewies Chávez seine Übersicht, stoppte den Ball rund zwanzig Meter vor dem gegnerischen Tor und spielte punktgenau zwischen zwei RB-Verteidigern auf den eingelaufenen Lennart Karl, der die Führung der Bayern zum zwischenzeitlichen 2:0 ausbaute.

Nur drei Minuten später waren die Rollen vertauscht. Dieses Mal setzte sich Karl auf der rechten Seite durch und spielte flach ins Zentrum. Dort lauerte Chávez im Stile eines Torjägers. Der Peruaner tauchte zwischen zwei Gegenspielern auf und spitzelte den Ball ins Tor. Ein besonderer Moment für das Toptalent, das bei seinem erst zweiten Testspieleinsatz für die FCB-Profis sein Premierentor erzielte.

Dieses hätte jedoch schon nach etwas mehr als einer Stunde fallen können. Mit der Hacke leitete Chávez einen Angriff zauberhaft ein, ehe Gnabry nach freiem Abschluss scheiterte. Den anschließenden Abpraller nahm Chávez volley, setzte ihn allerdings über den Kasten.

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Ziel Bayern-Profis: Chávez will seine Zeit am Campus endgültig hinter sich lassen

„Felipe Chávez beginnt, ein neues Kapitel seiner sportlichen Laufbahn zu schreiben – und das auf einer der anspruchsvollsten Bühnen des Weltfußballs“, schrieb Fútbol Peruano im Anschluss an die beachtliche Leistung des Youngsters. Er zeige sich entschlossen, seine Zeit am Campus des Klubs endgültig hinter sich zu lassen, „wo er in den Nachwuchsmannschaften regelmäßig den Unterschied machte“, hieß es weiter.

Besonders den Treffer sah man in Peru als „deutliches Signal dafür, dass Chávez bereit ist, den nächsten Schritt zu gehen, und dafür, dass sein Name im Umfeld des FC Bayern zunehmend an Bedeutung gewinnt“.

Bisher stand „Pippo“ in der Öffentlichkeit größtenteils im Schatten weiterer Bayern-Talente wie Karl oder Wisdom Mike. Das könnte sich schon bald ändern.

Bayern-Juwel wird zu „Mr. Youth League“ und „Mr. Clutch“

Chávez wurde als Sohn eines peruanischen Vaters und einer deutschen Mutter im schwäbischen Teil Bayerns geboren. Nachdem er seine Karriere in der Akademie des FC Augsburg begonnen hatte, wechselte er 2019 an den Campus des FC Bayern.

Dort wusste der zentrale Mittelfeldspieler schnell zu überzeugen. Das gilt besonders für die Youth League, wo er in insgesamt acht Spielen fünf Treffer erzielte und ein Tor vorbereitete. In dieser Saison gelang ihm ein Doppelpack gegen den FC Chelsea.

„Chávez untermauerte einmal mehr seinen Ruf als ‚Mr. Clutch‘ am Campus – wenn es drauf ankommt, ist er zur Stelle. Immer wieder erzielt er das so wichtige erste Tor für sein Team, immer wieder übernimmt er Verantwortung“, schwärmte der FC Bayern auf der vereinseigenen Webseite.

Auch U19-Trainer Peter Gaydarov lobte seinen Schützling und meinte: „Dass Felipe unser ‚Mr. Youth League‘ ist, hat er schon letzte Saison eindrucksvoll bewiesen. Seine Tore folgen klaren Mustern, aber wegen seiner außergewöhnlichen Qualität sind sie dennoch kaum zu verteidigen.“

Chávez selbst äußerte sich im Interview mit dem Klub schon erstaunlich selbstbewusst über seine Fähigkeiten: „Ich habe meine Stärken im Spielaufbau und werde offensiv umso gefährlicher, je weiter vorne ich spiele. Ich schließe einfach gerne ab, auch wenn die Position mal nicht so aussichtsreich ist. Mein Leitsatz ist: Wenn du es nicht probierst, kannst du auch kein Tor erzielen.“

Insgesamt kommt Chávez für die U19 der Münchner auf 12 Tore und 12 Vorlagen in 19 Spielen. Beachtliche Statistiken, die in diesem Sommer auch das Interesse einiger Konkurrenten aus der Bundesliga geweckt haben sollen.

Debüt in der Nationalmannschaft vor der Bundesliga

Chávez entschloss sich im Sommer jedoch, einen langfristigen Vertrag beim Rekordmeister zu unterschreiben und rückte fortan in den Regionalligakader der Bayern-Amateure auf. Nachdem er im Sommer aber auch Teile der Vorbereitung unter Trainer Vincent Kompany absolviert hatte, saß der Hoffnungsträger beim letzten Spiel des Jahres gegen Heidenheim erstmals auf der Bank der Profis.

Während Chávez beim FC Bayern aber weiterhin auf sein Pflichtspieldebüt warten muss, lief er Mitte Oktober erstmals für Perus Nationalmannschaft auf. Im Testspiel gegen Chile wurde „Pippo“ für zwölf Minuten eingewechselt.

„Es war ein besonderes Gefühl, das ich sehr genossen habe. Die Stimmung im Stadion war großartig. Die Fans haben über die komplette Spielzeit gesungen und getrommelt. Da macht es dann schon Spaß, mit Spielern auf dem Platz zu stehen, die zuvor bereits gegen Argentinien oder Brasilien gespielt haben“, blickte Chávez auf seinen bisher einzigen Einsatz zurück.

„Was für ein Start ins neue Jahr“, schrieb Chávez bei Instagram nach dem Spiel in Salzburg und fügte an, er sei „hungrig nach mehr“.

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Pizarro schwärmt: „Eine Hoffnung für den Verein“

Die Perspektive auf einen dauerhaften Platz bei den Profis dürfte nach den jüngsten Leistungen immer deutlicher werden. So fand auch Jochen Sauer, der Direktor für den Bereich Nachwuchsentwicklung beim FCB, lobende Worte.

„Er ist ein Augsburger Junge, allerdings merkt man auch den peruanischen Einschlag. Er ist ein Künstler und hat einen wahnsinnigen linken Fuß, ist kreativ und weiß genau, was passiert“, sagte Sauer in einer Episode des Formats „FC Bayern Campus Stories“.

Doch nicht nur die aktiven Verantwortlichen haben eine hohe Meinung von Chávez. Auch Sturm-Legende Claudio Pizarro sagte in peruanischen Medien: „Er ist ein Junge, der sich als Fußballer stetig weiterentwickelt, und ich denke, dass man ihm hier deshalb auch einen neuen Vertrag gegeben hat. Er ist eine Hoffnung für den Verein. Hoffen wir, dass er sich weiterentwickelt, und dass er sich dauerhaft in der ersten Mannschaft etablieren kann.“

Weiter geht es für den FC Bayern in der Bundesliga schon am Sonntag gegen den VfL Wolfsburg (ab 17.30 Uhr im LIVETICKER). Mit dem Auftritt gegen Salzburg hat Chávez seine Ambitionen untermauert, zumindest wieder im Kader zu stehen.