Für manche ist es nur eine Spielerei, für viele aber eine wichtige Kennzahl: Der Marktwert der Fußballprofis – ermittelt von transfermarkt.de. Wie man auch dazu stehen mag, Fakt ist: Die Zahlen beeinflussen die Arbeit der Branche. Und gerade ein Großklub wie der FC Bayern erlebt auch die Schattenseite.
Transfermarkt: Was beim FC Bayern für Ärger sorgt
Das sorgt bei Bayern für Ärger
Jüngst beschwerte sich der Münchner Sportvorstand über die neuesten Zahlen. Anlass war die Tatsache, dass Lennart Karl einen regelrechten Marktwert-Sprung hingelegt hat. Statt 20 Millionen Euro ist der Youngster mittlerweile 60 Millionen wert.
„Fragt mich nicht dazu, da habe ich eine eigene Meinung – also Transfermarkt mit den Einschätzungen“, sagte Eberl auf SPORT1-Frage, um dann doch loszupoltern: „Ich frage mich, warum Harry Kane dann abgewertet wird. Kann mir das einer beantworten? Jetzt fang‘ nicht an mit dem Alter! Egal, es ist eine Spielerei. Aber witzigerweise wird immer darauf hingewiesen, obwohl Journalisten das machen.“
FC Bayern: Marktwerte werden nach festen Regeln berechnet
Eberl spricht den Knackpunkt an: Die Zahlen werden von Journalisten erarbeitet, allerdings – und das verschweigt der Bayern-Boss – die Werte entstehen nicht durch Bauchgefühl, sondern durch feste Regeln und Parameter.
Alter, Leistungen, Stärke der Liga, Erfahrung, Verletzungsanfälligkeit: Es sind nachvollziehbare Faktoren, doch so manche Punkte bringen den Rekordmeister in den Verhandlungen in die Bredouille.
Upamecano von PSG und Real Madrid umworben
Denn: Auch das Prestige und die Reputation von angeblich interessierten Teams sind ein Faktor in der Marktwertberechnung.
„Upamecano wurde von PSG und Real umworben. Das hilft dem Spieler mehr, als wenn Heidenheim und Hoffenheim interessiert wären. Der Marktwert steigt also und der Berater kann mehr Gehalt fordern“, erklärt SPORT1-Chefreporter Stefan Kumberger in der aktuellen Folge des Podcasts „Die Bayern-Woche“.
FC Bayern: Spieler werden auch durch Gerüchte teurer
Ohne einen Fehler gemacht zu haben, müssten die Münchner also tiefer in die Tasche greifen.
„Wenn ein Gerücht frühzeitig auftaucht, wird der Spieler bis zur nächsten Periode allein durch die Gerüchte wertvoller und damit teurer“, so Kumberger. Bei einem auslaufenden Vertrag wie bei Upamecano keine gute Ausgangslage.
Es ist nur einer der Punkte, die Eberl für „bemerkenswert“ halten dürfte, trotzdem sagt der Sportvorstand: „Wir akzeptieren es.“ Denn zur Wahrheit gehört auch: Wertvolle Spieler in den eigenen Reihen zu haben, ist auch gut für den FC Bayern.
Darum teilte Hoeneß wegen Woltemade gegen Matthäus aus
Allerdings hält sich der Effekt davon auf dem Transfermarkt in Grenzen, da der Rekordmeister eher als „Einkaufsverein“ auftritt und eher selten verkauft.
Kein Wunder also, dass man sich an der Säbener Straße immer dann besonders ärgert, wenn Spieler, an denen der Klub interessiert ist, von außen – aus Bayern-Sicht – künstlich verteuert werden.
Nicht ohne Grund teilte Klub-Patron Uli Hoeneß kräftig gegen Lothar Matthäus aus, als der Rekordnationalspieler Nick Woltemade ein Preisschild von 80 bis 100 Millionen Euro umhängte.
„Man hört bei Eberl deutlich heraus, dass er sich ärgert“
Was die Transfermarkt-Zahlen betrifft, sind die Bayern gnädiger, doch glücklich sind sie laut Kumberger nicht: „Man hört bei Eberl deutlich heraus, dass er sich ärgert, dass etwas, was als Spielerei begann, mittlerweile einen solchen Einfluss auf seine Arbeit hat“, erklärt der SPORT1-Chefreporter.
Die ganze Diskussion um die Marktwerte sowie alles zu den anderen aktuellen Brennpunkt-Themen rund um den FC Bayern hören Sie in der neuen Ausgabe des SPORT1-Podcasts „Die Bayern-Woche“ mit Moderatorin Madeleine Etti und Chefreporter Stefan Kumberger. Übrigens: Sie können mit unserem „Bawofon“ aktiv an der Bayern-Woche teilnehmen! Schicken Sie uns per WhatsApp Ihre Sprachnachricht mit Fragen, Meinungen, Lob, Kritik und Anregungen an 0151 – 21 63 72 41. Die interessantesten Beiträge werden dann Teil der Sendung. Alle Infos dazu im Podcast.