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Unvergessene Torwart-Legende des BVB: "Dortmund war dein Leben"

Eine unvergessene BVB-Legende

Heute vor einem Jahr wurde der plötzliche Tod von Wolfgang „Teddy“ de Beer bekannt. Der ehemalige Torhüter spielte eine wichtige Rolle in einer Schlüsselphase der Dortmunder Klubhistorie - sportlich und menschlich.
BVB-Legende Wolfgang "Teddy" de Beer im Jahr 1991
BVB-Legende Wolfgang "Teddy" de Beer im Jahr 1991
© IMAGO / WEREK
Heute vor einem Jahr wurde der plötzliche Tod von Wolfgang „Teddy“ de Beer bekannt. Der ehemalige Torhüter spielte eine wichtige Rolle in einer Schlüsselphase der Dortmunder Klubhistorie - sportlich und menschlich.

Es war eine Nachricht, die die Neujahrsstimmung nicht nur bei BVB-Fans erheblich eintrübte: Heute vor einem Jahr machte Borussia Dortmund den Tod seiner Torwart-Legende Wolfgang „Teddy“ de Beer öffentlich.

Der langjährige Dortmunder Keeper starb am 30. Dezember 2024, drei Tage vor seinem 61. Geburtstag. „Sein Tod macht uns alle sprachlos“, schrieb der Klub und würdigte de Beer in seinem Nachruf auf seiner Webseite als „eines seiner Aushängeschilder der vergangenen Jahrzehnte“. Die große Anteilnahme, die folgte, verdeutlichte, wie recht der Klub damit hatte.

„Teddy“ de Beer wurde beim BVB zum Publikumsliebling

De Beer, geboren am 2. Januar 1964 in Dinslaken, verließ 1986 seinen Jugendklub MSV Duisburg und wechselte zum BVB. Dort war er eigentlich als Ersatztorhüter vorgesehen. Da sich aber der als Nummer eins vorgesehene Rolf Meyer in der Vorbereitung verletzte, wurde der gelernte Tischler zum Stammkeeper - und schnell zum Publikumsliebling.

De Beer stand bei einem der legendärsten Spiele der BVB-Geschichte im Tor: dem DFB-Pokalfinale 1989 mit dem berühmten Final-Doppelpack von Norbert Dickel gegen Werder Bremen (4:1). Es war der erste Dortmunder Titel seit 1966 mit der Generation um Michael Zorc, Andreas Möller und Thomas Helmer, er begründete den BVB-Aufschwung der Neunziger.

Anfang der 1990er Jahre wurde de Beer von Stefan Klos als Nummer eins verdrängt, war aber noch bis zur Saison 2000/01 eine verlässliche Nummer zwei - zunächst viele Jahre hinter Klos, dann hinter Jens Lehmann. Seine Karriere musste er schließlich wegen einer Knieverletzung beenden. Insgesamt bestritt er 217 Spiele für die Schwarz-Gelben und feierte insgesamt neun Titel mit dem BVB - darunter während seiner aktiven Zeit den Champions-League-Sieg 1997 und die beiden deutschen Meisterschaften 1995 und 1996 unter Ottmar Hitzfeld.

Nach dem Ende seiner aktiven Karriere war de Beer von 2001 bis 2018 Torwarttrainer beim BVB. Zuletzt war der zweifache Familienvater als Fanbeauftragter tätig.

„Teddy war einer der Guten“

„Du musst zur richtigen Zeit am richtigen Ort gewesen sein“, sagte de Beer einmal und beschrieb sich als „konservativer Knödel“ mit stets positiver Lebenseinstellung, wie es im BVB-Nachruf heißt.

„‚Teddy‘ war einer der Guten", würdigte der BVB sein langjähriges Idol: „Auf dem Platz, aber vor allem auch abseits des grünen Rasens. Ein Mann zum Anfassen. Zutiefst geerdet. Mit seinem Puls, seinem Herzen und seiner vollen Aufmerksamkeit immer ganz nah an den Menschen, ein guter, positiver Zuhörer. Jemand, den man immer um sich haben wollte.“

De Beers früherer BVB-Teamkollege Frank Mill, inzwischen leider ebenfalls verstorben, unterstrich im Gespräch mit SPORT1, wie wichtig de Beer als Mensch auch für die Teamchemie gewesen war: „Es war so schön: Wenn Wolfgang den Raum betrat, hatten alle sofort gute Laune. Ich denke sehr gerne an unsere gemeinsame Zeit zurück.“

Emotionaler Moment bei erstem Spiel nach de Beers Tod

Wie sehr die BVB-Fans diese Empfindungen teilten, zeigte sich einige Tage später beim ersten Dortmunder Bundesliga-Spiel nach de Beers Tod: Der Publikumsliebling wurde vor der Partie gegen Bayer Leverkusen am 10. Januar 2025 mit einer großen Choreo geehrt, zudem hielten einige BVB-Fans Plakate mit der Aufschrift „Legenden sterben nie“ und „Dortmund war dein Leben - danke Teddy“ hoch.

„Lieber Teddy“, sagte Weggefährte und Stadionsprecher Dickel am Ende einer längeren Würdigung mit von Tränen erstickter Stimme am Stadionmikrofon, „wir danken dir für alles, was du für uns warst. Mögest du nun in Frieden ruhen.“

De Beer sei menschlich „nicht zu ersetzen“, weder für dessen Familie noch für den Klub.