Der FC Bayern hat in Person von Uli Hoeneß den Beratern den Kampf angesagt. Seine Botschaft: Man wolle sich von den aus seiner Sicht gierigen Agenten keine Verhandlungen mehr diktieren lassen. Neben der Forderung von Matthias Sammer, die Spielerberater gleich gänzlich abzuschaffen, war es die klarste Attacke.
Berater-Debatte: Warum Rummenigge auf die Bremse tritt
Warum Rummenigge bremst
Jetzt schaltet sich Bayerns Ex-CEO Karl-Heinz Rummenigge in die Diskussion ein und versucht, die Wogen zu glätten – seine Äußerungen sind viel weniger scharf. „Wir brauchen Reformen, weil es kann so in diesem Maße […] nicht weitergehen“, sagte der 70-Jährige im Interview mit der FIFA. Er schränkte aber ein: „Es macht keinen Sinn, irgendwelche Dinge anzuzetteln und zu sagen: Wir müssen die Berater abschaffen. Das ist für mich eine Nonsens-Geschichte.“
Interessante Rollenverteilung zwischen Rummenigge, Hoeneß und Eberl
Für SPORT1-Chefreporter Stefan Kumberger wählt Rummenigge damit genau die richtige Gangart: Kritik ja, aber keine Abschaffung. „Er geht da den richtigen Weg. Er hat einen Punkt, wenn er sagt, dass man Berater nicht abschaffen kann. Das darf man auch nicht, denn es muss doch einem Spieler erlaubt sein, sich Beistand zu holen“, sagt der Insider in der aktuellen Folge des Podcasts „Die Bayern-Woche“.
Bemerkenswert findet er, wie sich beim FC Bayern in der aktuellen Diskussion die Rollen verteilen. „Ich fand interessant, dass Rummenigge die forsche Vorgehensweise von Hoeneß eingeordnet hat und versucht, die Emotionen runterzuschrauben. Sie treten quasi wie ‚Good cop und bad cop‘ auf“, erklärt Kumberger. Rummenigge bewege sich mit seinen Aussagen irgendwo zwischen Hoeneß und Sportvorstand Max Eberl. Der hatte im Interview mit SPORT1 erklärt: „Es ist ein sehr komplexes Thema, das ist uns allen klar. Man muss genau abwägen und dann eben ‚nein‘ sagen, wenn die Forderungen unverhältnismäßig sind.“
Aus der Sicht von Kumberger kommt es in erster Linie auf die Spieler an, die das Heft des Handelns in der Hand behalten sollten. „Berater sind dazu da, um zu beraten. Wenn plötzlich der Eindruck entsteht, dass sie zu Entscheidern werden, ist das nicht gut“, so der SPORT1-Chefreporter im Podcast.
Alle aktuellen Themen in der „Bayern-Woche“
Die ganze Diskussion sowie alles zu den anderen aktuellen Brennpunkt-Themen rund um den Rekordmeister hören Sie in der neuen Ausgabe des SPORT1-Podcasts „Die Bayern-Woche“ mit Moderatorin Madeleine Etti und Chefreporter Stefan Kumberger.
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