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FC Bayern: Damit macht Kompany alles richtig | Kommentar

Damit macht Kompany alles richtig

Mit einem bemerkenswerten Auftritt auf der Pressekonferenz äußert sich Vincent Kompany zum mutmaßlichen Rassismus-Skandal von Lissabon. Der Bayern-Trainer macht dabei alles richtig. Der SPORT1-Kommentar.
Vincent Kompany wird nach dem Rassismus-Vorfall um Vinícius Jr. zwischen Benfica Lissabon und Real Madrid gefragt. Der Trainer des FC Bayern holt zu einem denkwürdigen Monolog aus.
Mit einem bemerkenswerten Auftritt auf der Pressekonferenz äußert sich Vincent Kompany zum mutmaßlichen Rassismus-Skandal von Lissabon. Der Bayern-Trainer macht dabei alles richtig. Der SPORT1-Kommentar.

Es ist ein Statement, das es sich in sich hat und nachhallen wird. Vincent Kompany hat sich am Freitag auf der Pressekonferenz klar und deutlich zum mutmaßlichen Rassismus-Skandal im Spiel zwischen Benfica und Real Madrid geäußert.

Dabei stellte der Belgier mit kongolesischen Wurzeln erneut unter Beweis: Er ist der bestmögliche Trainer, den der FC Bayern derzeit haben kann. In der Kabine hat er das Sagen, er ist erfolgreich und er tut dem Verein in seiner Außenwirkung gut. Während bei seinem Vorgänger jeder PK-Tag dazu geeignet war, für Aufregung zu sorgen, moderiert Kompany alle Themen mit großer Ruhe – selbst die brisanten und hochpolitischen.

Kompany überzeugt mit klarer Haltung

Gekonnt verband er seine eigenen Erfahrungen mit Rassismus mit dem aktuellen Fall, fand deutliche Worte, ohne unnötig emotional zu werden. Er machte klar, wo im zwischenmenschlichen Zusammenleben Grenzen verlaufen und obendrein schaffte er es, einen namhaften Trainerkollegen wie José Mourinho unmissverständlich zu kritisieren – und trotzdem blieb er sachlich. Einen streitbaren Mann wie den Benfica-Coach auf einen Fehler hinzuweisen, ohne persönlich zu werden, gelingt nur wenigen. Sachlichkeit statt Polemik – das ist Kompanys Stil.

Seine Stärke: Der 39-Jährige hob sich mit seinen Worten wohltuend von vielen anderen Wortmeldungen zum Thema ab. Statt der vielgehörten Allgemeinplätze vom Kampf gegen Rassismus, hob Kompany das Thema auf eine andere Ebene und betrachtete den Vorfall vom Dienstag von mehreren Seiten.

Kompany findet die richtigen Worte

Besonders bemerkenswert ist zudem, dass Kompany als Schwarzer nicht den unversöhnlichen Hardliner gibt – im Gegenteil. Auch all jene, die Benfica-Profi Gianluca Prestianni jetzt verdammen, kritisierte der Bayern-Trainer indirekt, indem er den Wunsch äußerte, dass in Zukunft auch Raum für eine Entschuldigung geschaffen werden müsse.

So spricht niemand, der nur austeilen will. So spricht jemand, der tatsächlich an Versöhnung interessiert ist.

Noch ist nicht eindeutig belegt, dass Prestianni Real-Star Vinícius junior wirklich rassistisch beleidigt hat. Der Argentinier bestreitet es und hatte in der Szene sein Trikot über Mund und Nase gehalten – die Beweislage ist also schwierig. Es steht Aussage gegen Aussage.

Kompanys Statement greift aber ohnehin weiter und geht über den aktuellen Fall hinaus. Es waren die richtigen Worte eines Trainers, der für den FC Bayern nicht nur deswegen der Richtige ist.