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Felix Magath kritisiert FC Bayern und Harry Kane: "Jeder jubelt, aber ..."

Magath kritisiert Bayern und Kane

Der dreimalige Meistercoach Felix Magath meldet sich mit überraschend harter Kritik am FC Bayern zu Wort. Unter anderem missfällt ihm die Spielweise von Stürmerstar Harry Kane.
Nachdem nun klar ist, dass Leon Goretzka den FC Bayern im Sommer verlassen wird, reagieren nun Sportvorstand Max Eberl und Teamkollege Manuel Neuer.
Der dreimalige Meistercoach Felix Magath meldet sich mit überraschend harter Kritik am FC Bayern zu Wort. Unter anderem missfällt ihm die Spielweise von Stürmerstar Harry Kane.

1:2 gegen den FC Augsburg, 2:2 beim Hamburger SV, „nur“ noch sechs Punkte Vorsprung auf Borussia Dortmund in der Bundesliga-Tabelle: Beim FC Bayern läuft es aktuell nicht mehr so rund wie in der Hinrunde - nun meldet sich der frühere Meistercoach Felix Magath mit überraschend harter Kritik.

Der 72-Jährige, der die Bayern 2005 und 2006 zum Double und den VfL Wolfsburg 2009 zur Sensations-Meisterschaft geführt hatte, äußert in einem Interview scharfe Mahnungen an das Team von Vincent Kompany - und stört sich auch an der Spielweise von Star-Stürmer Harry Kane.

Bundesliga: Felix Magath kritisiert den FC Bayern

Magath hat den Eindruck, dass „der große Flow in der Bayernmannschaft im Moment raus“, sagt er im Gespräch mit RTL und sport.de: „Der FC Bayern hat in der Hinrunde beeindruckt, weil er souverän war. Sie hatten alles im Griff und man hatte nie das Gefühl, dass irgendwas anbrennen könnte. Seit der Winterpause ist diese Dominanz weg. Das hat man gegen den HSV gesehen“. Es sei „nie gut für eine Mannschaft, wenn sie unangefochten vorne ist und – in Anführungsstrichen – keine Gegner mehr hat. Da wird man leichtfertig."

Gar nicht gefallen hat Magath zudem das Verhalten einiger Münchner auf dem Platz und nach dem Spiel. „Diese Meckerei von den Spielern ist unnötig. Das war kein unfaires Spiel. Der FC Bayern braucht sich nicht beschweren, dass er zu viele Pfiffe in der Bundesliga für oder gegen sich kriegt. Es wird meistens für Bayern gepfiffen“, echauffierte er sich. Ein wenig mehr Selbstkritik würde Magath zufolge nicht schaden: „Man sucht überall Fehler, nur nicht bei sich selbst.“

Einige Münchner hatten sich nach dem Remis beim HSV über den Unparteiischen Harm Osmers beklagt. „Du musstest gegen extreme Widrigkeiten kämpfen: ein Stadion, das komplett hinter dieser Mannschaft steht, und ein Schiedsrichter, der in einigen Situationen überfordert wirkte und vieles nicht gut eingeschätzt hat“, ätzte beispielsweise Max Eberl. Auch einige Stars waren angefressen. „Wenn der Schiedsrichter nach dem Spiel ein Thema ist, dann ist das nie ein gutes Zeichen“, erklärte Manuel Neuer vielsagend. Auch Josip Stanisic („katastrophal”) und Harry Kane („Nicht auf diesem Level...“) machten aus ihrer Sicht keinen Kehl.

Magath moniert Harry Kanes: „Das ist nicht sein Job“

Kane erzielte gegen den HSV zwar ein Tor, jedoch sorgt auch seine Rolle bei Magath für Unverständnis. „Ich würde Spieler immer nach ihren Stärken einsetzen. Harry Kane kann Tore schießen. Er wird von allen gelobt und jeder jubelt, dass er auch hinten rumläuft. Aber das ist nicht sein Job“, kritisierte er. Kane solle mehr vorne statt im Mittelfeld herumlaufen und sich „auf seine Stärken“ besinnen.

„Er kann hinten so viel Bälle klären, wie er will, aber er hilft der Mannschaft mehr, wenn er vorne steht, wartet, den Ball bekommt und ihn reinschießt“, teilte er seine Meinung, wobei zu bedenken ist, dass Kane in der laufenden Bundesliga-Saison bereits bei 22 Toren steht.

An wirkliche Spannung im Titelrennen glaubt Magath trotz seiner Kritik nicht. „Man muss aber leider sagen, dass Borussia Dortmund nicht gerade den Eindruck vermittelt, als wollen sie den FC Bayern jagen“, sagt er.