Nach Abpfiff trennten den BVB nur noch drei Zähler vom Tabellenführer FC Bayern. Der deutsche Rekordmeister kann am Sonntag gegen die formstarke TSG Hoffenheim den alten Abstand wiederherstellen, aber das Titelrennen in der Bundesliga scheint nach dem fünften Dortmund-Sieg in Serie - zumindest für den Moment - wieder offen.
"Wenn Bayern in drei Wochen nach Dortmund muss ..."
Schlotterbecks Ansage trägt Früchte
Auf die Meister-Ansage von Nico Schlotterbeck folgte ein 2:1-Zittersieg beim VfL Wolfsburg. Für Lothar Matthäus ist die Elf von Niko Kovac nun ein ernstzunehmender Aspirant auf die Meisterschale.
Matthäus reagiert auf Schlotterbeck-Ansage
Der deutsche Rekordnationalspieler sagte bei Sky: „Sie glauben an sich selbst und sind jetzt bis auf drei Punkte an den Bayern dran. Die haben natürlich morgen noch ein Spiel und ich freue mich schon darauf, wenn die Bayern in drei Wochen nach Dortmund müssen und es vielleicht noch enger werden kann. Es ist auf einmal auch da oben so viel drin, weil Dortmund eben auch solche Spiele gewinnt wie heute.“
Matthäus kam zu dem Entschluss: „Wenn du solche Spiele gewinnst wie heute, dann kannst du auch nach ganz oben schauen.“ Und zumindest dem BVB-Kapitän sprach Matthäus damit aus der Seele.
Denn: Am vergangenen Wochenende hatte Schlotterbeck die Jagd auf die Bayern offiziell eingeläutet. „Man muss auch mal den Anspruch haben als BVB, auch mal den Fans zu sagen, wir wollen Meister werden“, sagte der Verteidiger nach dem 3:2-Arbeitssieg gegen den 1. FC Heidenheim bei DAZN: „Jetzt sind es sechs Punkte, es sind drei weniger als nach der Winterpause. Deswegen kann ich sagen und auch die Jungs, wir wollen jetzt angreifen.“
Guirassy rettet den BVB spät
Hat diese Aussage dem Team in Wolfsburg schon geholfen, den Sieg mit aller Macht zu erzwingen? Immerhin erzielte Serhou Guirassy das entscheidende Tor erst in der 87. Minute.
„Die Jungs haben unter der Woche auch gemerkt, wie sehr ich dafür brenne. Es ist extrem wichtig, dass wir den Fokus und vor allem den Glauben dafür haben, oben anzugreifen. Natürlich hoffe ich, dass es ein Stück weit geholfen hat“, sagte Schlotterbeck am Samstagabend bei Sky.
Die Reaktionen auf die Ansage gefielen dem Abwehrchef ebenfalls: „Gut, du spielst beim BVB, um gewisse Dinge zu gewinnen. Ich bin gerade auch Kapitän, weil Emre ausfällt. Wenn ich sage, wir wollen vorangehen und die oben angreifen, dann gebe ich die Marschroute vor und die Jungs haben gut nachgezogen.“
Auch Julian Brandt, Torschütze zum zwischenzeitlichen 1:0, nahm die Aussagen von Schlotterbeck wahr. Der Offensivmann reagierte mit einem breiten Grinsen auf dessen Aussagen.
Brandt scherzt über Schlotterbeck
„Die Motivation brauche ich nicht, um am Ende Spiele gewinnen zu wollen. Ich glaube, dass es grundsätzlich bei allen drin ist“, sagte Brandt.
Dann fügte er scherzend hinzu: „Ich komme aus dem Norden. Wir sind ein bisschen demütiger. Ich weiß aber, wie Schlotti drauf ist und genau deshalb mag ich ihn auch. Ich kann es auch realistisch einschätzen. Wir spielen gegen eine sehr, sehr gute bayerische Mannschaft. Wir versuchen aber, dranzubleiben.“