Fünf Punkte innerhalb von einer Woche. So viele Zähler konnte der BVB in den beiden vergangenen Spielen auf Bundesligaspitzenreiter FC Bayern gutmachen. Borussia Dortmund rückte auf sechs Zähler (deutlich schlechteres Torverhältnis) an die Münchner heran. Und das scheint die schwarz-gelbe Brust offenbar deutlich anschwellen zu lassen.
Was Schlotterbeck mit seiner Titelansage bewirken will
Schluss mit Understatement
Auch wenn die Vorstellung der Dortmunder gegen Heidenheim alles andere als überzeugend war, schickt Nico Schlotterbeck angriffslustige Töne nach München und überrascht damit die Vereinsverantwortlichen.
Ist die Titelansage des DFB-Stars vermessen oder braucht es viel mehr von diesem Mindset in Dortmund? Darüber diskutieren BVB-Reporter Oliver Müller und SPORT1-Reporter Manfred Sedlbauer in einer neuen Ausgabe des SPORT1-Podcasts „Die Dortmund-Woche“.
Schlotterbeck mit Titelansage nach München
Nico Schlotterbeck betonte nach dem 3:2-Erfolg bei DAZN: „Man muss auch mal den Anspruch haben als BVB, auch mal den Fans zu sagen, wir wollen Meister werden. […] Jetzt sind es sechs Punkte, es sind drei weniger als nach der Winterpause. Deswegen kann ich sagen und auch die Jungs, wir wollen jetzt angreifen.“
„Vor allem von der Deutlichkeit seiner Aussagen war ich überrascht“, gab Müller zu und meinte weiter: „Wenn man ihn kennt, weiß man: Er ist ehrgeizig und hält viel von der Formulierung ehrgeiziger Ziele. Wenn man nur auf die Tabelle guckt, ist das auch sein gutes Recht.“
Trotzdem war gerade die Art und Weise - wie schon in den Wochen zuvor - enttäuschend. Denn „das stellen sich Spieler, Mitarbeiter des Vereins und auch die Bosse eigentlich ganz anders vor“, so Sedlbauer über die spielerischen Ansprüche des BVB.
Während sich sowohl Sportdirektor Sebastian Kehl („Für mich ist das heute kein Thema“) als auch Trainer Niko Kovac („mein Fokus liegt im Rückspiegel“) deutlich zurückhaltender gaben, pflichtete Torhüter Gregor Kobel seinem Innenverteidiger bei. Angesprochen auf die Titelansage meinte Kobel: „Ist völlig ok für mich. Für das spielen wir Fußball am Ende des Tages. Für das spielen wir auch beim BVB. Wir haben immer noch ein Polster dazwischen. Wir müssen Step für Step machen. Für uns ändert sich nicht wahnsinnig viel. Wir wollen eh jedes Spiel gewinnen.“
„Understatement geht ihm auf den Keks“
Doch was will Schlotterbeck mit seiner Ansage damit bewirken? Müller sieht darin einen cleveren Schachzug des Vize-Kapitäns: „Zum einen lenkt diese Ansage von der Kritik an dem überschaubaren Fußball ab. Und zum anderen kannst du damit auch deine Mitspieler anzünden.“
Laut dem BVB-Reporter ist das vor allem auch eine Reaktion auf das Mindset der vergangenen Jahre: „Ich glaube, das Understatement geht ihm auf den Keks.“
Spannung im Meisterschaftsrennen?
Sedlbauer befürwortet die Worte von Schlotterbeck: „Ich finde das richtig gut. Wieso sollte man als Profi von Borussia Dortmund nicht nach dem Größten streben? Lieber große Ziele haben und daran scheitern, als Minimalziele zu erreichen.“
Der SPORT1-Reporter sprach auch darüber, ob der BVB dem FC Bayern tatsächlich noch gefährlich werden kann. „Die Bayern spielen in einer anderen Liga. Das ist ein ganz anderes Niveau.“
Die Podcaster erwähnen dabei auch die bisherigen Duelle in dieser Saison mit Top-Teams. Bislang tat sich der BVB gegen namhafte Vereine schwer. Und dennoch ist sich das Duo einig: Spannung im Meisterschaftsrennen kann nur positiv sein. Und genau die kann man auch, wie Schlotterbeck, befeuern. Einzige Voraussetzung: Der Innenverteidiger muss wie bislang mit Leistung vorangehen.
Mehr Infos und Hintergründe rund um Borussia Dortmund hört ihr jede Woche im SPORT1-Podcast „Die Dortmund-Woche“.