Nicht nur der BVB, sondern vor allem Julian Brandt wollte nach sieben Jahren in Schwarz-Gelb etwas Neues wagen. Die Dortmunder Verantwortlichen um Sport-Geschäftsführer Lars Ricken, Sportdirektor Sebastian Kehl und Trainer Niko Kovac müssen sich jetzt intensive Gedanken um die Nachfolge machen.
BVB: Ist der Brandt-Nachfolger schon da?
Brandt-Nachfolge schon geregelt?
Die Augen dürften dabei auf die Konkurrenz, aber vor allem auch auf die eigenen Reihen gerichtet sein. Darüber sprechen BVB-Reporter Oliver Müller und SPORT1-Reporter Manfred Sedlbauer in einer neuen Ausgabe des SPORT1-Podcasts „Die Dortmund-Woche“.
BVB-Juwel als Nachfolger für Julian Brandt
„Die Kreativität war und ist schon in dieser Spielzeit häufig ein Problem. Deshalb ist es doch klar, dass die Dortmunder einen neuen Mann für die Zehner-Position benötigt, der genau das wieder ins BVB-Spiel bringt“, sagt Sedlbauer und bringt dafür einen interessanten Namen ins Spiel. „Vielleicht haben die Dortmunder genau diesen Spieler ja bereits verpflichtet: Justin Lerma.“
Der 17-Jährige, der als hoffnungsvolles südamerikanisches Talent gilt, wechselt im Sommer, nach Vollendendung seines 18. Lebensjahres am 5. Mai, zu Borussia Dortmund. Der BVB tütete den Transfer bereits vor knapp zwei (!) Jahren ein.
Aktuell läuft der Offensivspieler für seinen Heimatverein Independiente del Valle auf. Lerma feierte bereits im Alter von 15 Jahren sein Debüt für den ecuadorianischen Erstligisten.
„Talent allein reicht nicht aus“
Aber kann dieser Youngster tatsächlich die Brandt-Lücke schließen? Müller ist skeptisch: „Ihn als Stammkraft für die kommende Spielzeit einzuplanen, wäre vermessen. Für die Bundesliga reicht Talent allein nicht aus. Du brauchst Erfahrung und Robustheit. Die kann er noch gar nicht haben.“
Trotzdem ist der BVB-Reporter von diesem Transfer an sich überzeugt: „Die Dortmunder wollten ihn unbedingt haben. Er (Lerma; Anm. d. Red.) soll technisch sehr versiert sein, beidfüßig, abschlussstark und für sein Alter über ein sehr ausgeprägtes strategisches Gespür verfügen" - Attribute, die auf der Zehn unabdingbar sind.
Wie sehr sich die Dortmunder, die eine stolze Ablösesumme von rund vier Millionen Euro zahlen, um ihn bemühten, weiß auch Sedlbauer: „Sie haben ihn immer wieder vor Ort in Ecuador besucht, um eine persönliche Beziehung aufzubauen. Und er war in der jüngsten Vergangenheit ja auch schon in Dortmund. Sie legen große Hoffnungen in ihn, wollen aber die Erwartungen auch nicht zu hoch hängen – aus Schutz.“
Schlüpft Chukwuemeka in die Brandt-Rolle?
Die Podcaster sind sich einig: Lerma allein dürfte die Lücke auf Anhieb nicht schließen können, doch Müller erwähnt in diesem Zusammenhang auch Carney Chukwuemeka, der in dieser Spielzeit noch den Ansprüchen hinterherhinkt.
„Als er als Leihspieler zum BVB kam, haben alles gesagt: ´Den muss man holen, der hievt dich auf ein anderes Niveau. ´ Doch seitdem er fix in Dortmund spielt, konnte er daran leider nicht anknüpfen“, so Sedlbauer.
Trotzdem sehen die beiden Podcaster eine Menge Potenzial im Engländer. „Ich hoffe, dass er den nächsten Schritt machen kann. Er ist eigentlich prädestiniert für diese Zehner-Position“, meint Müller.
Sedlbauer traut auch Samuele Inacio auf Sicht zu, diese Rolle in Dortmund einnehmen zu können.
BVB plant die Zukunft
Sedlbauer, der die Zehn als „Schlüsselposition“ sieht, ist sich sicher, dass die Verantwortlichen den Markt noch einmal genauer unter die Lupe nehmen werden.
„Lerma wäre der perfekte Backup-Spieler, um ihn langsam heranzuführen“, denkt der SPORT1-Reporter. Müller befürchtet dagegen, dass ein „gestandener zentraler Offensivspieler“ für den BVB nur „schwer bezahlbar“ wäre.
Fakt ist: Der BVB hat mit Justin Lerma für die mittelfristige Zukunft schon einmal vorgebaut.