Das Topspiel der Bundesliga zwischen Borussia Dortmund und dem FC Bayern (2:3) war Werbung für den deutschen Fußball. Ein intensives, spannendes und hochklassiges Spiel sahen die Zuschauer im Stadion und vor den Bildschirmen.
Der heimliche Held des Bundesliga-Klassikers
Der heimliche Held bei BVB - Bayern
Dass es so unterhaltsam wurde, lag zu einem beachtlichen Teil auch an der Spielleitung von Schiedsrichter Sven Jablonski. Bei dieser Sichtweise war sich auch die Runde im Doppelpass bei SPORT1 einig.
„Er hat geleitet und nicht entschieden - und das ist im Fußball ganz wichtig. Wir hatten in letzter Zeit sehr viele Spiele gehabt, wo Schiedsrichter ganz großen Anteil hatten, dass Spiele in die eine oder andere Richtung gefallen sind“, sagte Ex-Nationalspieler Jürgen Kohler.
Jürgen Kohler über Jablonski: „Er hat eine großzügige Linie gehabt“
Als Beleg dafür diente ausgerechnet eine Entscheidung, die sehr kritisch gesehen wurde: Beim intensiven Einsteigen mit offener Sohle von Nico Schlotterbeck gegen Josip Stanisic beließ es Jablonski bei Gelb.
„Er hat eine großzügige Linie gehabt. Fußball ist und bleibt ein Kontaktsport“, erklärte Kohler weiter: „Und wenn man dann für sich als Schiedsrichter das richtige Maß hat und es großzügig leitet, dann entstehen solche Spiele, wie in der zweiten Halbzeit, wo der Zuschauer nach Hause geht und sagt: ‚Hey, das war ein tolles Fußballspiel.‘ Und deshalb gehen die Leute ins Stadion."
Zustimmung erhielt der Weltmeister von 1990 von seinem ehemaligen Nationalmannschaftskollegen. „Genau so. Kurz knapp, aber klar. Jede Anweisung, die er in den Szenen gegeben hat, war im Endeffekt für jeden Spieler verständlich“, sagte der SPORT1-Experte Stefan Effenberg.
Man dürfe weder das Adrenalin noch das Publikum vergessen, betonte der einstige Bayern-Spieler. Er forderte: „Diese Partie muss - bis auf die eine Ausnahme mit Schlotterbeck - der Ansatz sein für Knut Kircher (DFB-Schiedsrichterchef, Anm. d. Red.), dass genau so Bundesliga-Spiele im Durchschnitt geleitet werden.“
Niko Kovac: „Möchte mal eine Lanze für den Schiedsrichter brechen“
Niko Kovac hatte bereits nach dem Abpfiff die Gelegenheit genutzt, Jablonski zu loben. „Ich möchte mal eine Lanze für den Schiedsrichter brechen. Er hat heute meines Erachtens ein richtig gutes Spiel gemacht“, sagte der BVB-Coach: „Da will ich jetzt nicht irgendwie irgendwas infrage stellen. So stelle ich mir eine gute Schiedsrichter-Leistung vor.“
Auch Kovac verwies darauf, dass es sich bei Fußball um einen Kontaktsport handle. In dem Zusammenhang behauptete er auch, dass das Foul von Schlotterbeck für ihn richtigerweise keine Rote Karte zur Folge gehabt habe.
„Sicherlich war es ein sehr intensives Einsteigen“, sagte Kovac: „Nur, wenn man sich die Bilder anschaut: Er trifft ja auch den Ball. Josip konnte weiterspielen. Von daher wäre eine Rote Karte zu hart gewesen. Wenn keiner vom Platz muss, ist eine Gelbe Karte völlig in Ordnung.“