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Ein Juwel, das beim BVB viel vorhat

Ein Juwel, das beim BVB viel vorhat

Ab kommendem Sommer verstärkt das brasilianische Abwehr-Talent Kaua Prates Borussia Dortmund. Der Linksverteidiger kann sein neues Abenteuer kaum erwarten.
Borussia Dortmund scheidet durch einen späten Elfmeter bei Atalanta Bergamo in den Champions-League-Playoffs aus. Sportdirektor Sebastian Kehl äußert sich zum späten Wirbel.
Ab kommendem Sommer verstärkt das brasilianische Abwehr-Talent Kaua Prates Borussia Dortmund. Der Linksverteidiger kann sein neues Abenteuer kaum erwarten.

Borussia Dortmund und der brasilianische Fußball: Das ist eine recht schlagkräftige Verbindung. Júlio César, Evanilson, Márcio Amoroso, Dédé, Yan Couto und viele andere haben in der BVB-Geschichte Spuren hinterlassen.

Keine ausländische Nation kommt auf so viele BVB-Profis wie das Land in Südamerika, 14 insgesamt. Ab dem kommenden Sommer schickt sich nun der nächste Brasilianer an, an die Erfolgsstory anzuknüpfen.

Kaua Prates: Dortmund reibt sich die Hände

Kaua Prates de Almeida, der im Sommer 18 wird, wechselt im August von Cruzeiro Belo Horizonte nach Deutschland. Der Abwehrspieler unterschrieb in Dortmund einen Vertrag bis 2031. Der Linksverteidiger gilt auf seiner Position als vielversprechendes Talent. Medienberichten zufolge zahlt der BVB eine Ablösesumme von bis zu zwölf Millionen Euro.

„Mit Kaua haben wir einen extrem spannenden Spieler für uns gewinnen können“, freut sich Lars Ricken, Geschäftsführer Sport bei der Borussia, über den Deal: „Er ist noch sehr jung und zählt zu den talentiertesten Spielern in Südamerika. Wir sind überzeugt davon, dass er mit seinen Fähigkeiten, seinem Ehrgeiz und seinem Entwicklungspotenzial sehr gut zu Borussia Dortmund passt.“

Mitte Februar schaute sich der neue Hoffnungsträger im Zuge seiner Vertragsunterzeichnung Dortmunds 2:0-Hinspiel-Erfolg in den Playoffs der Champions League gegen Atalanta Bergamo im Stadion an und zeigte sich beeindruckt: „Es war ein unglaubliches Erlebnis“, sagte er der Bild: „Ich habe bereits Spiele im Fernsehen gesehen, aber im Signal Iduna Park zu sein, war surreal. Ich kann es kaum erwarten, solche Abende selbst auf dem Platz zu erleben. Diese Unterstützung hat einen enormen Einfluss auf die Spieler – das ist extrem beeindruckend.“

Trotz seines jungen Alters ist der Optimismus bei den Schwarzgelben groß, dass der Abwehrspieler keine lange Anlaufzeit benötigt und sich als Soforthilfe erweist. Schließlich absolvierte Kaua Prates bereits 17 Pflichtspiele für den brasilianischen Erstligisten, nachdem der Linksfuß im Mai 2025 als 16-Jähriger für die Profimannschaft von Cruzeiro debütiert hatte.

„Er ist ein hoch veranlagter Spieler, der von seinem Profil sehr flexibel ist und in der Defensive in verschiedenen Systemen mehrere Positionen bekleiden kann“, umschrieb ihn Sportdirektor Sebastian Kehl: „Mit seiner Zweikampfstärke, seiner Robustheit und seiner Mentalität wird er unsere Mannschaft in der kommenden Saison ganz sicher bereichern.“

Brasilianer freut sich auf Yan Couto

Kaua Prates kann auch im Abwehrzentrum ran, doch Linksverteidiger, gepaart mit gehörigem Offensivdrang, ist die bevorzugte Position des 17-Jährigen – wie seinerzeit Dédé, der 1998 als 20-Jähriger nach Dortmund gewechselt war und im Lauf der darauffolgenden 13 Jahre zum Publikumsliebling und zur BVB-Legende avancierte.

„Ich hatte ein kurzes Gespräch mit dem Trainer, das sehr positiv war”, fasste Kaua Prates seine erste Begegnung mit Niko Kovac zusammen. Er habe auch „kurz mit einigen Mitspielern gesprochen, unter anderem mit Yan Couto. Alle haben mich großartig aufgenommen. Einen brasilianischen Teamkollegen zu haben, wird mir bei der Eingewöhnung sehr helfen. Ich habe nach meinem Besuch das Gefühl, die richtige Entscheidung getroffen zu haben.“

Nicht nur der Bundesligist hofft darauf, mit Kaua Prates die nächste brasilianische Rakete an Land gezogen zu haben, auch Cruzeiro ist daran gelegen, dass der Abwehrspieler seinen Durchbruch in Europa schafft – schließlich sicherte sich der brasilianische Traditionsverein eine progressive Weiterverkaufsbeteiligung – sprich: je höher die Ablöse, die Dortmund einfährt, desto höher der Prozentsatz für Cruzeiro.

Kaua Prates: „Meine Vorfreude ist riesig“

Kaua Prates hat auch mit seinem Land schon erste Erfolge erzielt: Im vergangenen Jahr wurde er mit der brasilianischen U17-Nationalmannschaft Südamerika-Meister.

In der Liga startete er im selben Zeitraum unter dem damaligen Trainer Leonardo Jardim voll durch. Der Portugiese, langjähriger Trainer bei AS Monaco, war sofort Feuer und Flamme, als er den jungen Brasilianer erstmals zu Gesicht bekam. „Ich würde ihn nicht erst 18 Jahre alt werden lassen, um ihn zu kaufen“, riet der Coach potenziellen Interessenten. Dortmund gewann das Rennen.

„Er hat enormes Potenzial und eine überdurchschnittliche Reife“, erklärte Jardim vor einigen Monaten bei Transfermarkt.de: „Er ist sehr variabel einsetzbar und hat nur wenige Schwächen. Neben seinen technischen Qualitäten verfügt er über eine hervorragende Athletik. Er fällt weder in der Defensive noch in der Offensive ab und schlägt sehr gute Flanken und Standards. Er ist ein ausgewogener Außenverteidiger, den alle Trainer mögen.“

Vergleiche mit Serginho

Verglichen wird Kaua Prates in Brasilien mit der Außenverteidiger-Legende Serginho, der seine beste Zeit Anfang der 2000er Jahre bei der AC Mailand verlebte und 2003 beim Triumph in der Champions League im entscheidenden Elfmeterschießen gegen Juventus Turin seinen Versuch verwandelte.

Serginhos Spielstil zeichnete sich durch extreme Geschwindigkeit und unermüdliche Läufe auf der linken Außenbahn aus, weshalb er auch seinen Spitznamen „Il Concorde“ (Die Concorde) erhielt.

An Ehrgeiz mangelt es dem jungen Kaua Prates nicht: „Individuell möchte ich besser werden und zu einem der besten Außenverteidiger der Welt reifen“, sagte er und dürfte bei seinen Zielen mit dem BVB offene Türen einrennen. Mit Dortmund möchte er am liebsten nicht nur Meister werden, sondern auch „die Champions League gewinnen“.

Júlio César, der erste Brasilianer im BVB-Dress, war bislang der einzige, der das geschafft hat. Die Dortmunder hätten gewiss nichts dagegen, wenn er nicht der letzte bleibt.