Ismael Saibari blickte an sich herunter und musste lachen. Von SPORT1 auf seine Schnürsenkel angesprochen, die in seinen Schuhen in zwei unterschiedlichen Farben steckten, reagierte der Marokkaner erst überrascht: „Gefällt es dir etwa nicht?“ Dann grinste er und kündigte an, künftig vielleicht noch ein paar andere verrückte Dinge zu machen.
Ismael Saibari beim FC Bayern: Ein erstes Versprechen
Eberl vergibt gleich zweimal die 1
Es war natürlich ein Scherz. Nach seinem Auftritt beim 5:1 des FC Bayern gegen den VfB Stuttgart am Freitagabend durfte man darin allerdings durchaus auch ein kleines Versprechen an die eigenen Fans erkennen. Und vielleicht sogar eine Warnung an die kommenden Gegner.
„Darauf kann ich aufbauen“
Denn Saibari hatte zuvor schon auf dem Platz ein paar verrückte Dinge veranstaltet. Erst in der 61. Minute brachte Trainer Vincent Kompany den Neuzugang. Gut eine halbe Stunde später standen für ihn zwei Vorlagen zu Buche. Kein Wunder, dass VfB-Kapitän Deniz Undav davon sprach, dass Bayern „brutale Spieler“ in die Partie gebracht habe.
„Es war sehr schön. Den Sieg zu holen und persönlich zwei Vorlagen beizusteuern – das war sehr schön“, freute sich Saibari anschließend. Dass ihm das in rund 30 Minuten gelingen würde, hatte selbst er nicht unbedingt erwartet: „Ich versuche immer, mir vorzustellen, Tore zu schießen und Vorlagen zu geben. Aber direkt zwei Assists zu machen, ist wirklich schön. Darauf kann ich aufbauen.“
Vor allem seine erste Vorlage zeigte dabei, warum die Bayern große Hoffnungen in den 25-Jährigen setzen. Saibari wurde von Michael Olise bedient und stieß in den Strafraum vor. Dort verzögerte er, schlug noch einen Haken und behielt trotz des vorherigen Sprints den Kopf oben. Dann schob er den Ball perfekt in den Lauf von Aleksandar Pavlovic, der zum 4:1 vollendete.
Eine Aktion, die auch Max Eberl beeindruckte. „Wenn du in diesem Zustand, wo du körperlich echt im Sprint kurz vorm Tor bist, diesen Haken machst und diese Übersicht behältst, das ist schon besonders“, schwärmte der Sportvorstand. Auch beim zweiten Assist in der Nachspielzeit war Saibari wieder mittendrin und bereitete das 5:1 durch Luis Díaz vor. Eberls Note für die zwei Vorlagen? „Beide 1!“
Eberl ist mit seiner Begeisterung nicht allein. Joshua Kimmich und Harry Kane lobten den Neuankömmling und bescheinigten Saibari eine Top-Eingewöhnung ohne Anlaufschwierigkeiten. „Bei uns ist es von den Anforderungen teilweise mehr als vielleicht bei anderen Teams“, so Kimmich. Saibari habe damit aber kein Problem.
Diese schnelle Integration imponiert auch Stefan Effenberg: „Er hat eine große Erfahrung. Das hat er schon in der Champions League und bei der Nationalmannschaft gezeigt. Er ist in der Mannschaft sofort angenommen und akzeptiert worden. Das hat man in den wenigen Minuten schon gesehen“, zeigte sich der SPORT1-Experte im FIROCKX Doppelpass sichtlich beeindruckt vom Marokkaner.
Saibari will von Kane lernen
Bei einem Kollegen schaut der Marokkaner besonders genau hin: Harry Kane. „Ich hatte mit Freunden immer die Diskussion, dass Harry der beste Stürmer ist“, erzählte Saibari. „Jetzt, wo ich ihn im echten Leben sehe, versteht man, warum er der Beste ist.“ Von Kane wolle er sich vor allem Bewegungen im Strafraum und das Verhalten mit und ohne Ball abschauen.
Parallelen sind zwischen beiden schon vorhanden, findet Effenberg: „Er ist physisch extrem stark. Er kommt aus einer Verletzung bei der WM. Das musst du auch erst mal aufholen und das dauert ein bisschen. Harry Kane ist vom Topspeed auch nicht viel schneller, aber die lösen die Dinge eben ein bisschen anders.“
Saibari ist bereit für mehr. Mehr Minuten. Mehr Assists. Vielleicht bald die Startelf. Und womöglich tatsächlich noch ein paar weitere verrückte Dinge.
Die Bayern-Fans dürften nichts dagegen haben. Die Gegner vermutlich schon.