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Sein Bayern-Debüt wird Saibari so schnell nicht vergessen

So lief Saibaris Debüt

Ismael Saibari feiert sein Debüt für den FC Bayern und nimmt mit einem Assist direkt entscheidenden Einfluss. Den Zusammenbruch von Jamal Musiala erlebt der Marokkaner aus nächster Nähe; womöglich wurden bei ihm unschöne Erinnerungen wach.
Traumeinstand für Ismael Saibari! Der Neuzugang legt bei seinem Debüt im Telekom Cup für Jamal Musiala auf.
Ismael Saibari feiert sein Debüt für den FC Bayern und nimmt mit einem Assist direkt entscheidenden Einfluss. Den Zusammenbruch von Jamal Musiala erlebt der Marokkaner aus nächster Nähe; womöglich wurden bei ihm unschöne Erinnerungen wach.

Rund 34 Grad Celsius, 75.000 Zuschauer und eine 3:1-Führung im Telekom Cup gegen Liga-Konkurrent RB Leipzig. Für den FC Bayern München zeichnete sich ein erfolgreicher sommerlicher Samstag ab, bis es in der Allianz Arena plötzlich ganz still wurde.

Als Jamal Musiala in der 83. Minute in der gegnerischen Spielhälfte zusammensackte und zu Boden ging, machte sich im weiten Rund Panik breit. Mitspieler, Gegenspieler und Teamärzte eilten zum Offensivstar und riefen wild gestikulierend den Notarzt. Ismael Saibari, Neuzugang beim FC Bayern, hatte die brenzlige Situation wenige Sekunden zuvor als Erster erkannt und war umgehend zu Musiala gesprintet. Der Marokkaner stützte den DFB-Star, legte ihn behutsam auf den Boden und winkte Hilfe herbei.

Entwarnung um Musiala

Nach Momenten der Sorge hob der Notarzt beide Daumen und gab Entwarnung. Musiala rappelte sich auf und verließ – gestützt von den Teamärzten des FC Bayern – ein wenig benommen das Spielfeld. Die Zuschauer in der Arena applaudierten dem deutschen Nationalspieler, der umgehend in die Katakomben begleitet wurde.

Erleichterung machte sich bei den Bayern-Stars breit, die das Spiel gegen Leipzig mit 3:1 gewannen und später die Trophäe des Telekom Cups in die Höhe recken durften. Für Ismael Saibari ist es der erste „Titelgewinn“ im Dress des deutschen Rekordmeisters. Der Marokkaner dürfte sein Debüt für den FC Bayern München so schnell nicht vergessen.

Saibari entgeht Platzverweis nur knapp

Unter tosendem Applaus war der Neuzugang von der PSV Eindhoven in der 69. Minute für Tom Bischof ins Spiel gekommen und hatte sich in vorderster Linie zentral in das System der Bayern einsortiert. Seine erste Aktion ließ nicht lange auf sich warten, nach 23 Sekunden legte er auf dem rechten Flügel einen Pass per Hacke auf Musiala ab.

Im Anlaufen der gegnerischen Verteidiger zeigte sich der 25-Jährige aktiv, in einer Situation in der 76. Minute aber zu forsch: Saibari hielt im Pressing gegen Leipzigs Ezechiel Banzuzi sein Bein rein und traf den RB-Profi dabei, wenn auch unglücklich, mit offener Sohle am Schienbein. Der Marokkaner sah Gelb und hatte viel Glück, nicht bei seinem Bayern-Debüt direkt vom Platz zu fliegen.

Ein erster Assist für Saibari

Fünf Minuten später zeigte er dann, weshalb der FC Bayern rund 50 Millionen Euro Ablöse für ihn auf den Tisch gelegt hatte: Saibari dribbelte auf der linken Seite in den Strafraum und legte anschließend für Musiala ab, der zentral aus rund 16 Metern zum Abschluss kam. Sein Schuss wurde von Leipzigs El Chadaille Bitshiabu entscheidend abgefälscht und landete im Tor, Saibari hatte damit seinen ersten Assist im Trikot des FC Bayern verbucht. „Ein toller Assist für Jamal, eine tolle Bewegung und ein toller Laufweg“, lobte Bayern-Sportvorstand Max Eberl nach dem Spiel.

Ein Start nach Maß für den marokkanischen WM-Fahrer, bis Musiala nur zwei Minuten später auf dem Platz zusammengesackt war. Ismael Saibari dürfte dabei ein unschönes Déjà-vu erlebt haben. Im Sommer 2017 war sein Freund Abdelhak Nouri bei einem Testspiel gegen Werder Bremen auf dem Platz zusammengebrochen und hatte bleibende Hirnschäden davongetragen.

Deshalb trägt Saibari die Rückennummer 34

Der damals 20 Jahre alte Nouri hatte einen Herzstillstand, musste auf dem Platz reanimiert und mit dem Rettungshubschrauber ins Krankenhaus gebracht werden. Aufgrund mangelnder Sauerstoffversorgung trug er schwere Hirnschäden davon und ist bis heute auf intensive Pflege angewiesen. Saibari und Nouri spielten nie zusammen. Nouris Eltern stammen allerdings ebenfalls aus Marokko.

Der Vorfall um Nouri im Sommer 2017 ist auch der Grund, weshalb Saibari in München mit der Rückennummer 34 aufläuft. Diese hatte Nouri einst bei Ajax Amsterdam getragen, beim niederländischen Top-Klub wird diese Nummer seitdem nicht mehr vergeben. „Er hat überlebt, aber ist seitdem nicht mehr in der Lage, sich selbstständig zu bewegen. Um ihn zu unterstützen, trage ich die 34, weil er diese zuletzt getragen hat“, sagte Saibari nach seinem Wechsel.

Eberl: „Fußballerisch sieht man schon, was er kann“

Glücklicherweise hatte es um Musiala schnell Entwarnung gegeben. Aufgrund der Hitze in der Allianz Arena wurde dem Offensivspieler schwindelig, Max Eberl gab nach Abpfiff ein Update: „Das Wichtigste, es geht ihm gut. Alles andere – kann man nichts dazu sagen“, sagte der 52-Jährige.

Über das Debüt von Saibari zeigte sich Eberl zufrieden, befand allerdings, dass der Marokkaner seinen Fitnesszustand noch verbessern müsse. Dennoch stellte er klar: „Fußballerisch sieht man schon, was er kann.“