Bundesligist Eintracht Frankfurt hat trotz eines Dreierpacks von Younes Ebnoutalib den ersten Saisonsieg verspielt. Zum Liga-Auftakt kam die Mannschaft von Trainer Adi Hütter bei Union Berlin nach einer zwischenzeitlichen Zwei-Tore-Führung nicht über ein 3:3 (2:1) hinaus.
Führung verspielt! Später Dämpfer für Eintracht Frankfurt
Später Dämpfer für die Eintracht
Neuzugang Emmanuel Latte Lath (3.) brachte die Unioner sehr früh in Führung, ehe Ebnoutalib (10., 11. und 67.) im Alleingang die Eintracht vermeintlich auf die Siegesstraße schoss. Doch Leopold Querfeld (79.) und Tim Skarke (90.+3) mit der Hacke trafen für die Berliner zum umjubelten Ausgleich.
Bundesliga: Erster Punktgewinn für Lustrinelli
Vor seiner Rückkehr zu den Hessen, die er bereits von 2018 bis 2021 trainiert hatte, hatte Hütter gesagt, er freue sich „riesig, dass es endlich losgeht“. Für Unions neuen Trainer Mauro Lustrinelli war es dagegen das erste Bundesliga-Spiel überhaupt. Der Schweizer, der mit dem FC Thun in der vergangenen Saison noch Schweizer Meister geworden war und im Sommer in Berlin vorgestellt wurde, feierte damit seinen ersten Punktgewinn im deutschen Oberhaus.
Union erwischte einen Blitzstart. Latte Lath brachte die Köpenicker früh in Führung. Der Ivorer, der erst vor wenigen Wochen leihweise von Atlanta United nach Berlin gewechselt war, köpfte nach einer Ecke von Josip Juranovic ein und verpasste Noah Atubolu damit dessen ersten Gegentreffer im Frankfurter Tor. Der 24-Jährige war erst am Vortag nach einem monatelangen Wechselpoker auf Leihbasis zur Eintracht gewechselt.
Doch auch Frankfurt zeigte schnell, dass Standards eine Waffe sein können. Ebnoutalib traf nach einer Ecke zum Ausgleich – und legte nur 51 Sekunden später nach. Nach dem Anstoß der Unioner verlor Leopold Querfeld bei der Ballannahme zu viel Zeit. Ebnoutalib setzte nach, eroberte den Ball und lief anschließend ohne Gegenwehr auf Matheo Raab zu. Gegen den Abschluss des Frankfurters war der Union-Torwart chancenlos.
Nach der 0:7-Klatsche im Testspiel gegen den FC Brentford hatte Hütter seine Mannschaft als „Diva vom Main“ bezeichnet. Gleichzeitig hatte der 56-Jährige gehofft, die deutliche Niederlage sei „vielleicht auch zum richtigen Zeitpunkt ein Schuss vor den Bug“. In der ersten Hälfte zeigte seine Mannschaft die erhoffte Reaktion: Die beiden schnellen Gegentreffer brachten Union aus dem Rhythmus, Frankfurt übernahm zunehmend die Kontrolle und bestimmte das Spiel. Erst in der 40. Minute kamen die Gastgeber wieder zu einer guten Gelegenheit, als Tom Rothe den Ball von links flach in die Mitte brachte, Michel Aebischer die Hereingabe jedoch verpasste.
Ebnoutalib glänzt mit Dreierpack
Die zweite Hälfte begann zäh. Beide Mannschaften kamen zunächst kaum zu gefährlichen Aktionen, insbesondere Frankfurt konnte nicht an die starke erste Hälfte anknüpfen. Erst in der 67. Minute sorgte erneut Ebnoutalib für Gefahr: Der 22-Jährige, der im Januar zur Eintracht gewechselt war, bekam einen Abpraller von Teamkollege Elias Baum vor die Füße und vollendete zum ersten Dreierpack seiner Bundesliga-Karriere.
Union Berlin versuchte daraufhin alles, um nochmal heranzukommen. Während Atubolu zunächst zwei Torschüsse bravourös abwehrte, war der dritte hintereinander zu viel. Wieder nach einer Ecke von Juranovic kam ein Unioner frei zum Abschluss – diesmal war es Querfeld, der per Kopf traf. In der Nachspielzeit sorgte Skarke für Berliner Jubelstürme.