FC Bayern: Waren Neuers Worte ein Vorbote?
Bayern-Fans aufgepasst! Das sagt Eberl zu Neuer
Manuel Neuer war gerade erst zurückgekommen - nun ist er wieder verletzt. Die Krankenakte wird länger. Schon seine Worte unter der Woche hatten nichts Gutes verheißen lassen.
206 Spiele, 1.222 Tage – oder umgerechnet 3,35 Jahre (via Transfermarkt.de). In seiner Karriere hat Manuel Neuer schon mehr Spiele verpasst als beispielsweise Harry Kane für den FC Bayern absolviert hat (162). Nach den Geschehnissen am Samstagnachmittag darf man zudem damit rechnen, dass beim 40 Jahre alten Torhüter weitere Absenzen in die Krankenakte aufgenommen werden müssen.
Beim 2:1-Auswärtssieg in Mainz musste Neuer verletzungsbedingt ausgewechselt werden. In diesem Kalenderjahr war es bereits das vierte Mal, dass Neuer während einer Partie vom Feld musste. Wie schon gegen Bremen (14. Februar), Gladbach (6. März) und Köln (16. Mai) kam Jonas Urbig für ihn ins Spiel.
Waren es letzte Saison noch hartnäckige Probleme an der linken Wade (Muskelfaserriss und muskuläre Probleme), sind es in dieser Spielzeit Beschwerden am rechten Fuß. Vor vier Jahren hatte Neuer sich an derselben Seite einen komplizierten Unterschenkelbruch zugezogen. Ende Oktober dieses Jahres verkündete der FC Bayern, dass Neuer derzeit an einer „anhaltenden Sehnenreizung im Fuß“ laboriere.
FC Bayern: Neuers Worte hatten nichts Gutes verheißen lassen
„Nur“ vier Spiele verpasste der 40-Jährige, bevor er am Dienstag in der Champions League gegen Atlético Madrid sein Comeback zwischen den Pfosten feierte. Kam er jetzt zu früh zurück? Die Frage stand nach der erneuten Verletzung gegen Mainz zumindest im Raum. Denn bereits seine Worte nach dem Spiel in Madrid hatten nichts Gutes verheißen lassen.
„Ich habe jeden Tag Schmerzen beim Gehen gehabt. Und wenn ich morgens aufgestanden bin, heute Morgen auch, habe ich auch wieder Schmerzen beim Gehen gehabt“, verriet der Torhüter nach der Partie bei Prime. Er menschelt eben. Auch an Manuel Neuer geht das gehobene Sportleralter nicht vorbei. Ob ihn muskuläre Probleme wie in der letzten Saison oder die derzeitige Sehnenreizung in jungen Jahren ebenso lange zurückgeworfen hätte?
Doch trotz der Schmerzen im Alltag stand Neuer auch am Samstag wieder auf dem Platz, bevor es in Mainz den nächsten Rückschlag setzte.
In der 40. Minute kam er nach einer Freistoß-Flanke der Mainzer aus seinem Kasten, um den Ball aus der Gefahrenzone zu klären. Aufgrund eines Missverständnisses mit Jonathan Tah flog Neuer allerdings vorbei – und Mainz feierte den vermeintlichen Ausgleichstreffer durch Jae-Sung Lee. Der Treffer wurde kurze Zeit später aufgrund einer knappen Abseitssituation aberkannt, die Erleichterung bei Neuer hielt sich trotzdem in Grenzen.
Kimmichs Vermutung: „Dann ist es leider etwas Ernsthaftes“
Schließlich half auch eine mehrminütige Behandlungspause, bei der sich Neuer auch seinen rechten Schuh ausgezogen hatte und barfuß auf dem Rasen sitzend betreut wurde, nichts: Der Keeper musste vom Platz – wieder einmal.
Und wenn man seinem langjährigen Teamkollegen Joshua Kimmich Glauben schenkt, geht der 40-Jährige wirklich nur vom Feld, wenn es nicht anders geht. „Manuel gibt Schmerzen ohnehin nicht so zu. Wenn er dann mal rausgeht, ist es leider wahrscheinlich etwas Ernsthaftes“, sagte der Spielmacher nach Abpfiff bei Sky.
Obwohl man zunächst die Untersuchung am Samstagabend abwarten müsse, hatte Kimmich kein gutes Gefühl bei der Sache. „Für uns wäre es natürlich extrem bitter, wenn er jetzt schon wieder ausfallen würde. Es sieht auch nicht danach aus, dass er schon nach einer Woche wieder trainieren kann“, vermutete der Torschütze zum 1:0.
FC Bayern: Die Länderspielpause kommt Neuer entgegen
Was Neuer entgegenkommt: Durch die Länderspielpause bleiben ihm 13 Tage bis zum nächsten Spiel mit den Bayern am Freitagabend gegen Köln (20. November). Wie ernst es diesmal ist, darüber kann nur spekuliert werden.
Bayerns Sportvorstand Max Eberl bestätigte nach der Partie, dass „es das ist, was schon vorher am Fuß war. Das ist jetzt wieder aufgetreten. Er war ja schon vor zehn Tagen mal raus. Unterm Fuß ist wohl mit der Sehne irgendwas, und das ist jetzt wohl wieder ein bisschen schmerzhafter gewesen“, sagte der 53-Jährige.
Sollte Neuer bis zur kommenden Partie wieder einsatzfähig sein, könnte sich der deutsche Rekordmeister auch proaktiv gegen eine schnelle Rückkehr entscheiden. Schließlich kommen die wirklich wichtigen Spiele der Saison voraussichtlich erst im kommenden Frühjahr.
FC Bayern kann es sich leisten, Neuer zu schonen
Und in Urbig steht der designierte Nachfolger ohnehin bereits parat, sollte Neuer seine Karriere wie angedeutet im Sommer beenden. Müsste Bayern Neuer also vor einem schnellen Comeback bremsen?
In Sachen Einsätze sind die beiden Schlussmänner in dieser Spielzeit fast gleichauf. Urbig hat mit wettbewerbsübergreifend acht Spielen nur eins weniger absolviert als Neuer. In der vergangenen Saison fiel diese Statistik noch deutlicher zu Neuers Vorteil aus (37 zu 20).
Wenn Urbig seinen Mentor in den kommenden Wochen überholt, wäre das alles andere als eine Überraschung. Doch an der Säbener Straße dürfte eine größere Rolle spielen, wie man je nach Ausfalldauer mit einem baldigen Comeback von Neuer umgeht.