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Kobel nach Ajax-Blamage: „Kann positiv sein“

Kobel nach Ajax-Blamage: „Kann positiv sein“

Bei Ajax Amsterdam kommt Borussia Dortmund historisch unter die Räder und erlebt in der Champions League einen empfindlichen Rückschlag. Mit einigen Tagen Abstand versucht sich Gregor Kobel an einer Erklärung.
Interviewtermin mit Gregor Kobel: SPORT1-Chefreporter Patrick Berger trifft den BVB-Torhüter zwei Tage nach dem Ajax-Debakel.
Lukas Rott
Lukas Rott
Manuel Habermeier
Manuel Habermeier
von Lukas Rott, Manuel Habermeier

Wird das Ajax-Debakel zum Startschuss in eine goldene Zukunft?

Nach der historischen 0:4-Pleite beim niederländischen Topteam aus Amsterdam gab es für Borussia Dortmund nicht viel Gutes zu notieren. Geht es jedoch nach BVB-Keeper Gregor Kobel, könnte das Team zumindest für die Zukunft Positives mitnehmen. (DATEN: Ergebnisse und Spielplan der Champions League)

„So ein Spiel – wenn man es positiv sehen will – kann auch weiterhelfen, genauso solche Spiele in Zukunft besser zu machen“, erklärte der Schweizer im Gespräch mit SPORT1 und sprach damit einen erhofften Lerneffekt an: „Im letzten Spiel hat vielleicht etwas Emotionales gefehlt, um dagegen zu halten. Das ist sicher ein Punkt, den wir noch besser machen müssen: auch in harten Spielen mal dagegen zu halten.“ (BERICHT: Presse: „Ajax walzt Dortmund nieder“)

Ajax habe dies an dem Abend vorgemacht. Die Hausherren seien absolut scharf und aktiv gewesen und haben damit alles gezeigt, was dem BVB gefehlt hatte. „Natürlich war das eine Leistung, die nicht geht. Da müssen wir danach eine Reaktion zeigen“, versuchte der 23-Jährige gar nicht erst, die Pleite schönzureden. (BERICHT: BVB-Einzelkritik: 5x die Note 6!)

Aufarbeitung unter Marco Rose? „Da ist er hart“

Daher müsse man nun in den kommenden Spielen wieder 100 Prozent Leistung auf den Platz bringen „und die nächsten Spiele umso dominanter auftreten.“

Die Aufarbeitung direkt nach dem Match macht Mut, dass dies gelingt. „Wir sind eine sehr erfolgshungrige Mannschaft. Da gibt es nach so einem Spiel natürlich Punkte, die man ansprechen muss – das ist ganz klar“, beschrieb Kobel die Situation noch in der Kabine nach dem Schlusspfiff. (NEWS: Alle aktuellen Infos zur Champions League)

Der BVB kassiert bei Ajax Amsterdam seine höchste Niederlage der Champions-League-Geschichte. Nach dem Spiel äußert sich Marco Rose zum Dortmunder Debakel.
01:37
"Schei**!" Rose flüchtet sich nach Debakel in Galgenhumor

Auf Marco Rose kommt dabei als Trainer natürlich eine besondere Rolle zu. Dass er diese ausfüllen wird, daran hegte Kobel im Gespräch aber keinerlei Zweifel: „Der Trainer ist einer, der kein Blatt vor den Mund nimmt. Das finde ich auch wichtig, dass man sich ehrlich die Meinung sagen kann. Das macht er ganz sicher. Da ist er hart, was mir persönlich auch gefällt.“

Erneute Mentalitätsfrage beim BVB?

Doch auch aus der Mannschaft müsse eine Reaktion erfolgen. Zwar habe das Team einige Spieler, „die mal laut werden können und ansprechen, wenn etwas nicht passt.“ Dennoch habe Kobel gegen Ajax etwas Emotionalität gefehlt.

Und da kommt direkt wieder die Mentalitätsfrage beim BVB auf!

Ein Umstand, den auch der Torhüter nicht ganz von der Hand weisen konnte. „Wir haben in gewissen Situationen im Spiel immer wieder Phasen drin, wo man einen Schritt zu wenig macht oder den Moment fürs Gegenpressing verpasst und ein kleines Stück nachlässt – gerade, wenn man eine Führung hat.“ In diesen Situationen bestehe dann die Gefahr für Gegentore.

„Bisher hat es in der Bundesliga immer gereicht, aber gegen Topteams müssen wir da einen Schritt nach vorne machen und über 90 Minuten unsere Leistung auf den Platz bringen“, hatte er daher eine klare Forderung an sich und seine Teamkollegen.

Das Kollektiv muss besser werden

Vor allem im Gesamtkonstrukt sieht er noch Verbesserungspotenzial. Die Spieler, um zu Null zu spielen, seien im Kader vorhanden. „Wir sind eine coole Truppe da hinten drin, die alle ihren Job machen“, sprach er seinen Defensiv-Kollegen ein Kompliment aus. Aber im Kollektiv müsse noch härter daran gearbeitet werden, die Schwächephasen abzustellen. „Dann sieht es sehr, sehr gut für uns aus.“

Und sollte dies gelingen, hätte die Klatsche in Amsterdam tatsächlich einen positiven Aspekt gehabt. Aber zeigen wird dies erst die Zukunft.

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