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FC Bayern: Gravenberchs große Chance! Neuzugang will Kimmich-Ausfall nutzen

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FC Bayern: Gravenberchs große Chance! Neuzugang will Kimmich-Ausfall nutzen

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Gravenberchs große Chance

Gravenberchs große Chance

Ryan Gravenberch wartet beim FC Bayern nach wie vor auf den Durchbruch. Ausgerechnet die Corona-Infektion von Joshua Kimmich könnte dem Niederländer aber nun eine Tür öffnen.
Ryan Gravenberch zeigte sich enttäuscht über seine wenige Einsatzzeit und löste so eine Debatte über die Forderung nach Einsatzzeit aus. Trainer Julian Nagelsmann versteht die Aufregung über das Thema nicht.
Niklas Trettin
Niklas Trettin

Dass hervorragende Trainingsleistungen nicht immer in den gewünschten Einsatzzeiten münden, hat Ryan Gravenberch während seiner drei Monate beim FC Bayern München bereits erfahren müssen.

Der Niederländer, im Schatten der Top-Transfers von Sadio Mané und Matthijs de Ligt für 18,5 Millionen Euro von Ajax Amsterdam verpflichtet, überzeugte noch in der Saisonvorbereitung auf ganzer Linie. Sowohl das Trainerteam als auch die Mitspieler lobten nach SPORT1-Informationen vor allem die Dynamik und Unbekümmertheit, die Gravenberch im Sommer auf den Rasen brachte. (BERICHT: Bayern-Neuzugang sorgt für Staunen)

Allerdings durfte der 20-Jährige sein vorhandenes Potenzial in Pflichtspielen bislang kaum präsentieren. In allen drei Wettbewerben (Bundesliga, Champions League und DFB-Pokal) wirkte er zusammengerechnet nur 227 Minuten mit. Einzig beim Pokalsieg gegen Viktoria Köln (5:0) stand Gravenberch in der Startformation – und trug sich prompt in die Torschützenliste ein.

Gravenberch äußert öffentlich Unmut

Dass der Mittelfeldspieler nicht zufrieden mit seinen Einsatzzeiten ist, überrascht wenig. Erst vor Kurzem löste er einen kleinen Wirbel aus, weil er seine Unzufriedenheit öffentlich zur Schau stellte. „Du willst spielen, aber der Trainer wählt andere Akteure. Ich habe das zu akzeptieren, doch es ist schwierig“, gab er im Gespräch mit ESPN offen und ehrlich zu verstehen.

Gravenberch hatte sich von seiner Anfangszeit in München mehr erhofft. Die Bayern-Bosse hatten vor der Saison nicht unbedingt mit dem Durchbruch von Marcel Sabitzer gerechnet und sich mit einem Verkauf des Österreichers beschäftigt.

Daher lockten sie das Oranje-Talent auch mit dem Argument nach München, dass er im Team von Julian Nagelsmann relativ früh reichlich Spielzeit bekommen und Leon Goretzka Konkurrenz machen könne. Doch Sabitzer zeigte es seinen Kritikern und entwickelte sich zur festen Größe im Bayern-Mittelfeld.

Nun bietet sich für Gravenberch nach Wochen des Wartens aber eine neue unverhoffte Chance: Die Corona-Infektion von Joshua Kimmich macht einen Platz im defensiven Mittelfeld frei und wird den Neuzugang voraussichtlich im Champions League-Heimspiel gegen Viktoria Pilsen am Dienstagabend in die Anfangself spülen. (Champions League: FC Bayern München - Viktoria Pilsen, 18.45 Uhr im LIVETICKER)

Gravenberch hat „einen sehr guten Eindruck gemacht“

„Er (Ryan Gravenberch; Anm. d Red) hat in den letzten eineinhalb Wochen einen sehr guten Eindruck gemacht. Deswegen ist es möglich, dass er morgen beginnt“, betonte Nagelsmann am Tag vor der Partie auf der Pressekonferenz.

Gleichzeitig schränkte der 35-Jährige ein: „Ich habe mich noch nicht entschieden. Es ist abhängig von anderen Positionen, dass ich nicht zu viel rotiere, aber auch nicht zu wenig.“ Für den Youngster hätten baldige Einsatzzeiten einen hohen Stellenwert. Denn Gravenberch bangt um sein Ticket für die Weltmeisterschaft in Katar.

In der Nationalmannschaft droht er seinen Platz an den ebenfalls 20 Jahre alten Kenneth Taylor zu verlieren, der auch bei Ajax Amsterdam die Nachfolge des Neu-Münchners antrat. (NEWS: Alle aktuellen Infos zur Champions League)

Beim jüngsten Nations League-Erfolg der Niederländer gegen Polen (2:0) wurde Taylor von Bondscoach Louis van Gaal vor Gravenberch eingewechselt. Vor dem zweiten Auftritt gegen Belgien (1:0) ging es für den Münchner sogar kurzfristig in die U21 – ein herber Rückschlag.

Nagelsmann forderte Durchhaltevermögen von seinem Schützling ein. „Das sind junge Spieler, die zu einem ganz großen Verein kommen, bei dem sehr viele andere große Spieler spielen. Da ist die Geduld ein ganz wichtiger Punkt“, zeigte der Bayern-Coach auf.

Die Bayern können doch noch siegen. Gegen Bayer Leverkusen ist es einmal mehr Jamal Musiala, der bärenstark aufspielt und die Werkself fast im Alleingang abschießt.
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FC Bayern München - Bayer Leverkusen (4:0): Tore und Highlights | 1. Bundesliga

Nagelsmann: Gravenberch „bringt fußballerisch alles mit“

Gravenberch wisse, an „welchen Stellschrauben er drehen muss, um stabiler in die Struktur zu passen.“

Zudem habe der junge Niederländer das vollste Vertrauen. Er bringe fußballerisch alles mit, habe ein herausragendes Tempodribbling und könne sich besser als viele andere Spieler in Europa aus Drucksituationen mit dem Ball am Fuß befreien, ergänzte der Übungsleiter des deutschen Rekordmeisters.

Auch deshalb stellte Nagelsmann die gesamte Diskussionen rund um die jungen Bayern-Neuzugänge in Frage: „Ich sehe da immer das ganze Drama nicht. Mathys (Mathys Tel; Anm. d. Red) ist 17, Ryan ist 20. Einfach ein bisschen Geduld mitbringen. Das ist Bayern München, einer der größten Klubs in Europa mit einem sehr guten Kader. Da muss man einfach immer besser sein als seine Konkurrenten und dann bin ich der Letzte, der die besten Spieler nicht aufstellt“, erklärte der Coach.

Gravenberch mit Heimatbesuch

Sollte Gravenberch gegen Pilsen tatsächlich in die Startelf rücken, dürfte er trotz fehlender Spielpraxis mit etwas Rückenwind auflaufen.

Am Sonntag besuchte der 20-Jährige in Amsterdam die Premiere der Amazon-Doku „Perlen von Amsterdam“, in der unter anderem auch seine Entwicklung in der Ajax-Jugendakademie beleuchtet wird. (DATEN: Ergebnisse und Spielplan der Champions League)

Am Tag zuvor wurde Gravenberch unter großem Applaus offiziell beim niederländischen Rekordmeister verabschiedet.

Nagelsmann gab für den Kurz-Trip des Neuzugangs selbst grünes Licht: „Er hatte einen beruflichen Termin, den man aufgrund von großem organisatorischem Aufwand nicht mehr absagen konnte. Deswegen habe ich ihm die Freigabe erteilt, das Wettkampf-Ersatztraining (nach dem 4:0-Sieg der Münchner gegen Bayer Leverkusen; Anm. d. Red.) auszusetzen.“

Am Dienstag will Gravenberch das Vertrauen zurückzahlen – und sich nicht nur für einen Platz im Verein empfehlen.

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