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Hummels schimpft: "Das ist eine Standbild-Rote-Karte"

Bittere Rot-Premiere trifft BVB hart

Borussia Dortmund erlebt gegen die Tottenham Hotspur eine ganze miese erste Halbzeit - was vor allem mit einer bitteren Premiere für Daniel Svensson zusammenhängt. Mats Hummels kann eine Schiedsrichter-Entscheidung nicht verstehen.
Niko Kovac fuhr als Trainer von Bayern München einen Kantersieg über die Tottenham Hotspur ein. Der BVB-Coach hat gute Erinnerungen an die Londoner.
Borussia Dortmund erlebt gegen die Tottenham Hotspur eine ganze miese erste Halbzeit - was vor allem mit einer bitteren Premiere für Daniel Svensson zusammenhängt. Mats Hummels kann eine Schiedsrichter-Entscheidung nicht verstehen.

Die erste halbe Stunde des Auswärtsspiels bei den Tottenham Hotspur hätte für Borussia Dortmund (Endstand: 2:0) kaum schlechter laufen können. Erst fing sich der BVB ein frühes Gegentor - und dann flog auch noch Daniel Svensson vom Platz.

Der Schienenspieler der Schwarz-Gelben fuhr bei einem Zweikampf gegen Tottenhams Wilson Odobert das lange Bein aus, um den Ball im Fallen wegzuspitzeln. Er touchierte die Kugel auch, landete mit der offenen Sohle aber knapp unterhalb des Knies seines Gegenspielers.

Der schwedische Schiedsrichter Glenn Nyberg hatte seinem Landsmann zunächst die Gelbe Karte gezeigt, entschied nach Intervention des VAR aber um und zückte in der 24. Minute Rot. Schon als der Unparteiische zum Monitor schritt, schwante Svensson Übles, wie ihm deutlich anzusehen war.

Schiri-Experte sieht Wende nach VAR voraus

„Im ersten Moment hat es relativ harmlos ausgesehen”, meinte der ehemalige Schiri und TV-Experte Wolfgang Stark bei Prime Video: „Aber wenn man die Zeitlupe sieht: das Trefferbild, langes gestrecktes Bein. Es sieht übel aus. Ich denke, nach den Bildern wird der Schiedsrichter wahrscheinlich seine Entscheidung drehen und von Gelb auf Rot entscheiden.“

So kam es auch. Die Ballberührung Svenssons sei laut Stark dabei nur bedingt von Bedeutung gewesen: „Es ist eben immer so eine Situation. Ball spielen ja, aber was macht er danach mit dem Bein? Er ist natürlich verantwortlich dafür, wie er sein Bein absetzt, wie er in den Zweikampf geht.“

Es handelte sich um den ersten Platzverweis in Svenssons Karriere.

Rot für BVB? Hummels sieht es ganz anders

„Die Pille musst du erstmal schlucken“, sagte Amazon-Experte Benedikt Höwedes: „Kampf um den Ball, er berührt ja sogar noch den Ball. Das Bittere: Das Bein war gestreckt einfach sehr weit oben. Ich finde es eine harte Rote Karte.“

Man könne den Platzverweis „erklären. Ich verstehe es. Ich find ihn trotzdem sehr hart.“

Noch deutlicher wurde Mats Hummels in der Halbzeit: „Für mich ist es keine Rote Karte. Das ist eine klassische Standbild-Rote-Karte, die wir hier kriegen, die in der Entstehung aber keine Rote Karte rechtfertigt.“

Der langjährige BVB-Star plädierte für eine Regeländerung, „denn das ist für mich kein Platzverweis-würdiges Foul. Es ist keine Dynamik drin, keine Verletzungsgefahr, die dadurch ausgelöst wird. Ich verstehe nicht ganz, warum das nach VAR von Gelb auf Rot hochkorrigiert wird. Außer eben: Standbild.“

Bitter für den BVB: Nach dem Platzverweis fiel auch noch ein zweiter Gegentreffer vor der Halbzeitpause, erzielt durch Dominic Solanke (38.). Den ersten Treffer hatte Cristian Romero in Minute 14 erzielt.