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FC Bayern in der Einzelkritik: Glatte 1 für Urbig

Einzelkritik: Urbig Bayerns Bester

Der FC Bayern müht sich bei der PSV Eindhoven zu einem wichtigen Sieg. Wer überzeugt, wer nicht? Die Münchener in der SPORT1-Einzelkritik.
Jonas Urbig wurde beim Sieg gegen PSV Eindhoven zum Spieler des Spiels ausgezeichnet. Somit zeigte der junge Torwart eine positive Reaktion auf seinen Fehler gegen Augsburg.
Der FC Bayern müht sich bei der PSV Eindhoven zu einem wichtigen Sieg. Wer überzeugt, wer nicht? Die Münchener in der SPORT1-Einzelkritik.

Drei Punkte geholt, Platz zwei gesichert - der FC Bayern München hat die Ligaphase der Champions League mit einem Erfolg abgeschlossen. Glanzvoll war der Auftritt beim 2:1-Sieg bei der PSV Eindhoven allerdings nicht.

Jonas Urbig konnte sich auszeichnen, Nicholas Jackson empfahl sich nicht für weitere Einsätze. Die Spieler des FC Bayern in der SPORT1-Einzelkritik.

JONAS URBIG: Durfte erneut für Manuel Neuer ran – vielleicht auch, um seinen Patzer gegen Augsburg schnell wieder vergessen machen zu können. Sah sich in der Anfangsviertelstunde auch gleich mit einigen gefährlichen Situationen konfrontiert, die er aber entschärfen konnte. Verdiente sich auch in der Folge großes Lob und war eindeutig Bayerns bester Mann. Bekam nach der Pause weniger zu tun und war beim Gegentreffer machtlos. SPORT1-Note: 1

TOM BISCHOF: Musste wieder auf der rechten Außenverteidigerposition aushelfen. Setzte in der 6. Minute das erste bayerische Ausrufezeichen, als sein Freistoß aus rund 20 Metern knapp über das Tor sauste. Wurde von Eindhovens Saibari deutlich gefordert und konnte entsprechend nicht jede Aktion des marokkanischen Nationalspielers verhindern. Durfte nach Kompanys Wechsel-Orgie in die Offensive rücken, fand dort aber nicht wirklich statt. SPORT1-Note: 4

Licht und Schatten in der Bayern-Abwehr

JONATHAN TAH: Gab in Hälfte eins den Organisator und Antreiber. Versuchte gestenreich, seine Vorder- und Nebenleute etwas aufzuwecken. Das gelang ihm zumindest im ersten Durchgang nur teilweise – da herrschte viel Unordnung in der bayerischen Abwehr. Im Laufe des Spiels wurde das – auch dank Tah – besser, aber insgesamt hat auch er bereits stärkere Spiele absolviert. SPORT1-Note: 3

DAYOT UPAMECANO: Kam nach seiner Erkrankung zurück in die Startformation und brauchte etwas, um mit dem PSV-Pressing klarzukommen. Lud sich bereits in der 24. Minute eine schwere Hypothek auf die Schultern, als er die Gelbe Karte kassierte. Machte gerade in der Phase vor der Halbzeitpause gar keinen guten Eindruck. Immerhin gewann er bis zu seiner Auswechslung etwas an Sicherheit. SPORT1-Note: 3

HIROKI ITO: Musste sich immer wieder von Díaz auf der linken Abwehrseite helfen lassen und gewann dort einfach nicht die Oberhand. Versuchte es Mitte der ersten Halbzeit etwas zentraler, doch positiven Effekt hatte auch das nicht. Musste sich nach Upamecanos Auswechslung erneut umstellen und wurde zum Innenverteidiger. Dort unterlief ihm gleich ein Schnitzer. Wurde in der Schlussphase nicht mehr ganz so gefordert, weil PSV weniger zielstrebig agierte als noch im ersten Abschnitt. SPORT1-Note: 3,5

Kimmich nur selten der Chef

JOSHUA KIMMICH: Wirkte zeitweise so, als hänge ihm seine Verletzung immer noch ein wenig nach. Präsentierte sich nur selten als Chef auf dem Platz und tauchte zeitweise unter. Hatte in der zweiten Halbzeit einen guten Anteil daran, dass die Bayern sicherer standen und mehr Dominanz ausüben konnten. Entsprechend seltener hatte man das PSV-Pressing abzuwehren. Echte Schlüsselmomente konnte er an diesem Abend nicht bieten und verpasste es, beim Gegentreffer konsequent einzugreifen. SPORT1-Note: 4

ALEKSANDAR PAVLOVIC: In der ersten halben Stunde fleißig unterwegs und mit vielen Ballkontakten, allerdings war auch so manche Schludrigkeit dabei. Bemühte sich zwar die ganze Partie über, haderte aber sichtlich mit der eigenen Leistung und der seiner Kollegen. Traf in seinen Zweikämpfen immer wieder auf Paul Wanner – die beiden lieferten sich sehenswerte Duelle. In der 74. Minute zeigte Pavlovic dann, wie gut er einen Ball im Spiel halten kann. Beim Gegentor sah auch er nicht gut aus. SPORT1-Note: 3,5

JAMAL MUSIALA: Feierte nach 207 Tagen sein Startelf-Comeback und hatte dabei keinerlei Druck. Schon vor der Partie hatte Kompany betont, dass er nicht damit rechne, dass der Nationalspieler ein Leistungsträger sein würde. Tat dem Spiel der Bayern aber durchaus gut, weil seine Pässe ankamen und Kreativität versprühten. Folgerichtig war er es, der nach einer guten Kombination mit Karl zum 1:0 traf (58. Minute). Wenige Minuten später war sein Job erledigt und er wurde ausgewechselt. SPORT1-Note: 2

Von Jackson kommt wenig

LUIS DÍAZ: War defensiv mehr gefordert, als ihm lieb sein konnte und musste dementsprechend viel Laufarbeit leisten. Wandelte in seinen Aktionen nach vorne zwischen Licht und Schatten – wahnsinnig zwingende Aktionen waren Mangelware. Zwar konnte man ihm den Fleiß nie absprechen, doch zu einem echten Faktor wurde er erst, als die Bayern führten. SPORT1-Note: 3

LENNART KARL: Bildete auf der rechten Seite mit Tom Bischof die Achse der Jungspunde. Der 17-Jährige präsentierte sich dabei in der ersten Hälfte zwar agil, aber zwingende Aktionen waren nicht dabei – sein Torschuss nach rund 20 Minuten fiel zum Beispiel arg harmlos aus. Riss sich nach der Pause merklich am Riemen und bediente in der 58. Minute Musiala so mustergültig, dass der den ersten bayerischen Treffer markieren konnte. Das gab Karl Auftrieb – aber nur kurz, denn dann wurde er ausgewechselt. SPORT1-Note: 2,5

NICOLAS JACKSON: Rückte für Harry Kane in die Startelf, der an diesem Abend geschont werden sollte. Der Senegalese interpretierte die Rolle als Stoßstürmer natürlich vollkommen anders als sein Kollege und machte mit einem Schuss in der 26. Minute erstmals auf sich aufmerksam – danach kam nur noch wenig. Seine Auswechslung nach einer guten Stunde war kein Denkzettel, richtig war sie trotzdem. SPORT1-Note: 5

MICHAEL OLISE: Durfte ab der 62. Minute in die Partie eingreifen und brachte gleich eine Prise Schwung mit. Wenn er den Ball hatte, wurde es gefährlich – doch er kam zu selten in die entsprechenden Positionen. Erst als die Bayern dann führten, hatte er entsprechend Platz und präsentierte sich als bayerischer Aktivposten – selbst treffen konnte er aber nicht. SPORT1-Note: 3

Davies leitet Gegentor ein - Kane kaltschnäuzig

ALPHONSO DAVIES: Durfte ebenfalls ab Minute 62 ran – und zwar endlich wieder auf seiner starken linken Seite. Sein seltsamer Einwurf leitete das Gegentor ein und dann kam er nicht rechtzeitig zurück, um vielleicht noch das Schlimmste zu verhindern. Ist nach seiner langen Verletzung eindeutig noch lange nicht bei 100 Prozent. SPORT1-Note: 5

SERGE GNABRY: Auch er wurde in der 62. Minute eingewechselt, was man aber lange nicht merkte. Bewegte sich vor allem hinter Kane, konnte aber weitgehend keinen Einfluss auf die Partie nehmen. Immerhin läuferisch ohne Fehl und Tadel. SPORT1-Note: 4

HARRY KANE: War in der 62. Minute Teil der Vierer-Kombo, die eingewechselt wurde. Hatte am Gegentreffer durchaus einen gehörigen Anteil, weil er den Ball nach Davies‘ Einwurf quer ins Halbfeld schlug und dort PSV die entsprechende Chance bot. Beim Ausgleichstreffer zeigte er sich aber wieder in echter Stürmermanier und gewohnt kaltschnäuzig. SPORT1-Note: 2

SACHA BOEY: Kam in der 85. Minute für Bischof ins Spiel und half beim Verwalten des Ergebnisses. Setzte einen satten Schuss drüber. SPORT1-Note: Keine Bewertung