Wenn der FC Bayern in der Champions League den belgischen Meister Union Saint-Gilloise empfängt (LIVETICKER), bietet sich den Zuschauern ein ungewohntes Bild. Denn die Südkurve in der Allianz-Arena bleibt nach einer Strafe durch die UEFA leer.
FC Bayern: Dreesen sagt TV-Interview ab
Bayern sagt TV-Interview ab
Ein Thema, das auch bei der TV-Übertragung bei DAZN zur Sprache gebracht wird. „Grundsätzlich ist das, gerade wenn du ein Heimspiel hast, immer ein kleiner Nachteil“, meinte Experte Michael Ballack. „Bei einem anderen Gegner, oder einem K.o.-Spiel, wäre es sicherlich bitterer“, schränkte er allerdings ein.
Der FC Bayern dagegen wollte sich vor der Partie nicht äußern, wie Moderator Daniel Herzog erklärte: „Wir hätten gerne mit einem Verantwortlichen der Bayern gesprochen, haben Jan-Christian Dreesen auch angefragt. Leider wurde uns das Interview abgesagt und auch kein Ersatz geliefert.“
FC Bayern: Kein Interview vor dem Spiel
„Wir werden das Thema heute nicht weiterdrehen können, weil von den Bayern möchte niemand mit uns sprechen“, führte er weiter aus.
Zum Hintergrund: Nach dem massiven Einsatz von Pyrotechnik der Südkurve gegen Sporting Lissabon ordnete die UEFA zunächst eine Sperrung der Blöcke 111-114 an. Aufgrund technischer Probleme sperrte der FC Bayern anschließend allerdings die gesamte Südkurve, insgesamt 9.336 Plätze bleiben frei.
„Die Bayern waren ja auf Bewährung. Die Fans wissen auch, was sie machen. Dann ist es nur logisch, dass so eine Strafe folgt“, erklärte Ballack. Die Fans der Südkurve fanden dennoch eine Lösung und quartierten sich kurzerhand im Oberrang ein.
„Wir sind immer hier - die Kurve das sind wir“, stand auf einem Banner im Stadion geschrieben.
In einem Statement kritisierte die Gruppe „Forza Bayern - Südkurve 1972″ die Kollektivstrafe: „Ein solches Vorgehen ist ein beispielloser Präzedenzfall, der nicht unwidersprochen bleiben darf.“ Man fordere den FC Bayern auf, sich für seine Fans und Mitglieder einzusetzen.
Experte: „Man braucht Verständnis füreinander“
Das Verhältnis zwischen Fans und Verein sei bei einem solch „sensiblen Thema“ besonders wichtig, wie der Ex-Bayern-Profi betonte: „Man braucht immer wieder Kommunikation und das Verständnis füreinander. Die Fans haben viel Einfluss, der Klub auf der anderen Seite braucht die Fans. Manchmal ist das ein schmaler Grat.“
„Heute müssen es halt die anderen Fans übernehmen. Hoffentlich passiert das nicht zu oft. Wir haben ganz großen Respekt von der Rolle von unseren Fans“, sagte Trainer Vincent Kompany bei DAZN.