Schock in letzter Sekunde: Eintracht Frankfurt ist als erster deutscher Teilnehmer aus der Champions League ausgeschieden.
Frankfurt nach Last-Minute-Pleite raus
SGE nach Last-Minute-Pleite raus
In Spiel eins nach der Trennung von Trainer Dino Toppmöller verlor Frankfurt unter Interimslösung Dennis Schmitt und Klubikone Alex Meier das wegweisende Spiel bei Qarabag Agdam in Aserbaidschan mit 2:3 (1:1) und hat nun keine Möglichkeit mehr, die Zwischenrunde zu erreichen. Ihre Abwehrprobleme bekam die Eintracht erneut nicht in den Griff.
Die Unsicherheit nutzte Camilo Durán (4./80.) gleich doppelt, Bahlul Mustafazada (90.+4) besiegelte das Aus. Can Uzun (10.) hatte zwischenzeitlich ausgeglichen und Farès Chaibi (78., Foulelfmeter) die SGE gar in Führung gebracht, ehe in einer wilden Schlussphase zwei Rückschläge folgten.
Frankfurt-Star klagt über Gegentor-Flut
Ein Sieg wäre Pflicht gewesen, um im abschließenden Heimspiel der Ligaphase gegen Tottenham Hotspur kommende Woche noch Chancen auf das Weiterkommen zu haben. Nun verlor die Partie jegliche Brisanz.
„Die Situation ist nicht einfach, auch durch den Trainerwechsel“, befand TV-Experte Michael Ballack bei DAZN: „Es muss wieder Ruhe einkehren. Stabilität. Dass die Eintracht wieder zu sich findet und sich wieder auf die Liga konzentrieren kann, um zumindest dort international nächstes Jahr dabei zu sein.“
„Es ist sehr, sehr bitter“, sagte Frankfurt-Profi Ansgar Knauff: „Es ist einfach sehr ärgerlich, dass wir die Führung nicht mitnehmen können, und dann kassiert du wieder ein Gegentor. Aber der Punkt, sind wir ehrlich, hätte uns wahrscheinlich auch nichts gebracht.“
In jedem Spiel kriege man „drei Gegentore“. Das neue Trainerteam habe versucht, Ansätze ins Eintracht-Spiel zu bringen, „es hat vieles auch gut funktioniert. Es sind trotzdem leider die gleichen Baustellen.“
Eintracht muss Uzun zum Stürmer umfunktionieren
Schmitt erweckte vor seinem Debüt einen sehr fokussierten Eindruck. Er wusste um die „große Chance, ein Ausrufezeichen zu setzen“ und gab sich „sehr sicher, dass die Jungs alles reinhauen werden“. Im
Angriff machte sich die Personalnot bemerkbar, wegen zahlreicher Verletzungen und weil die Winter-Zugänge nicht für den Europapokal gemeldet sind, stellte Schmitt Uzun anstelle eines „echten“ Mittelstürmers auf.
Frankfurt erst glücklich, dann gescheitert
Ohne eigene Fans, die wegen Fehlverhaltens bei vergangenen Auswärtsspielen in der Königsklasse nicht zur Partie nach Baku reisen durften, dauerte es keine vier Minuten bis zum ersten Frankfurter Schock. Kaua Santos hielt zunächst gegen Leandro Andrade, ehe Durán den Abpraller abstaubte.
Mit ihrer ersten mutigen Aktion schlug die Eintracht zurück. Nach einem Sololauf von Ritsu Doan kam Uzun eher zufällig an den Ball, die Abwehr rückte zu zögerlich raus - und der Angreifer schob aus 15 Metern ein. Die Eintracht wirkte nun im Spiel angekommen, unsaubere Aktionen in der Abwehr brachten sie aber öfter in Bedrängnis.
Nach einem Freistoß bekam die Abwehr den Ball nicht geklärt, am Ende verhinderte Santos den zweiten Treffer von Durán (37.) mit ganz viel Glück. Vorne vergab Doan eine der wenigen guten Chancen (25.). Die defensiven Probleme bekam Schmitt in der kurzen Zeit als Coach nicht in den Griff, die Innenverteidiger wirkten unsicher und kaum im Einklang mit den Mittelfeldlenkern Ellyes Skhiri und Hugo Larsson.
Doch die Eintracht war spät im Glück: Mustafasada rempelte Ansgar Knauff ungestüm über den Haufen, Schiedsrichter Sandro Schärer gab Strafstoß. Kurz zuvor hatte der Schweizer auf der anderen Seite eine ähnliche Szene laufen lassen. Der eingewechselte Chaibi verwandelte souverän. Die Freude hielt nur kurz, Duràn traf fast im Gegenzug zum Ausgleich.