Vorjahresfinalist Inter Mailand droht in der Champions League das frühe Aus. Der italienische Vizemeister um Nationalspieler Yann Aurel Bisseck verlor das Playoff-Hinspiel beim norwegischen Außenseiter FK Bodö/Glimt mit 1:3 (1:1) und steht vor dem Rückspiel am kommenden Dienstag (21.00 Uhr/DAZN) im Kampf um das Achtelfinale nun mächtig unter Zugzwang.
Champions League: Sensationsteam lässt nächsten Giganten leiden
Sensationsteam schockt Inter
Dafür schreiben die Norweger weiter an ihrem Fußballmärchen! Im ersten K.o.-Spiel in der Königsklasse nördlich des Polarkreises ließen die Außenseiter im 8.270 Zuschauer fassenden Aspmyra Stadion die favorisierten Mailänder spät nicht mehr herankommen - und dürfen nun von der Runde der letzten 16 träumen.
Bodö/Glimt: „Das ist Barca light“
Sondre Brunstad Fet (20.) hatte die Gastgeber zuerst in Führung gebracht, besonders sehenswert war aber die Vorlage von Kapitän Kasper Högh. Der 25-Jährige tauchte zentral am Mailänder Strafraum auf – und legte im Stile eines Weltklasse-Vorbereiters per Hacke auf Fet ab. „Es ist perfekt. Es ist die absolute Perfektion. Das ist Barca light. Weil die Vorarbeit von Kasper Högh ein Gemälde ist, wow“, schwärmte DAZN-Kommentator Nico Seepe.
Francesco Pio Esposito (30.) gelang für die Mailänder am Mittwochabend lediglich der zwischenzeitliche 1:1-Ausgleich, ein weiterer Pfostentreffer von Matteo Darmian brachte nicht die erhoffte Führung für die Italiener.
Nach der Pause schlug dafür Bodö/Glimt binnen drei Minuten doppelt zu: Jens Petter Hauge (61.) stellte auf 2:1, „Man of the Match” Högh (64.) erhöhte nach zwei Assists selbst zum 3:1-Endstand und durfte sich nach seiner Auswechslung nach 78 Minuten von den Fans feiern lassen.
Norwegen-Rundfunk feiert Fußball-Märchen
NRK, der öffentlich-rechtliche Rundfunk in Norwegen, titelte bereits vor Abpfiff: „Wir müssen uns gegenseitig in den Arm kneifen, um zu glauben, was wir erleben dürfen.“
„Wir sind natürlich glücklich, aber wir sind erst auf halbem Weg, und nächsten Dienstag wird es ein Hexenkessel. Wir müssen uns einfach erholen und uns auf dieses Spiel vorbereiten“, sagte Jostein Gundersen gegenüber TV 2.
Für Bodö/Glimt ist es der nächste Erfolg auf der großen CL-Bühne. Der Klub steht erstmals in der K.o.-Phase der Champions League und hatte in dieser Saison bereits Pep Guardiolas Manchester City vor eigenem Publikum auf dem Kunstrasen im Aspmyra Stadion mit 3:1 bezwungen.
Auch Atlético Madrid (1:2) hatte Ende Januar vor eigenem Publikum das Nachsehen gehabt, Borussia Dortmund war im Dezember beim 2:2 gegen die Norweger ins Straucheln geraten.
Atlético zittert ums Achtelfinale
Atlético Madrid verspielte derweil beim 3:3 (2:0) beim FC Brügge zweimal eine Führung und damit eine bessere Ausgangslage im Kampf um die Runde der letzten 16.
Julian Alvarez (8.) traf früh per Handelfmeter, Ademola Lookman (45.+4) erhöhte kurz vor der Pause zum 2:0 - eine scheinbar trügerische Führung zum Pausentee für die Madrilenen.
Denn die Belgier kamen durch Raphael Onyedika (51.) und U21-Nationalspieler Nicolo Tresoldi (60.) zurück, ehe ein Eigentor von Joel Ordonez (79.) die Gäste erneut in Front brachte. Doch Ex-Düsseldorfer Christos Tzolis glich kurz vor Schluss (89.) zum 3:3 aus - die Belgier drückten in der Endphase gar noch auf den Lucky Punch.
Newcastle feiert Torfestival
Newcastle United kann nach einer Torshow von Offensivspieler Anthony Gordon derweil bereits für das Achtelfinale planen. Die Mannschaft von Teammanager Eddie Howe gewann das Playoff-Hinspiel bei Qarabag Agdam mit 6:1 (5:0) und verschaffte sich eine äußerst komfortable Ausgangsposition für das Rückspiel am kommenden Dienstag (21.00 Uhr) im Norden Englands.
Nationalspieler Malick Thiaw (8.) traf in der turbulenten Anfangsphase per Kopf zum zwischenzeitlichen 2:0 für den Premier-League-Klub. Zum großen Matchwinner avancierte aber Gordon: Der Sturmkollege von Nationalspieler Nick Woltemade schnürte im ersten Abschnitt einen Viererpack (3./32., Handelfmeter/33./45.+1, Foulelfmeter), für den 24-Jährigen waren es die Tore sieben bis zehn in der laufenden Champions-League-Saison.
Er überflügelte damit Vereinsikone Alan Shearer (6) und ist nun alleiniger Königsklassen-Rekordtorschütze Newcastles. Im zweiten Abschnitt stellte Jacob Murphy (72.) nach dem Ehrentreffer von Elwin Jafargulijew (55.) den alten Abstand wieder her.
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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)