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Einst aussortiert, jetzt warf er den BVB raus

Erst aussortiert, jetzt BVB-Schreck

Lazar Samardzic besiegelt das Aus des BVB. In Deutschland konnte sich der Atalanta-Held einst nicht durchsetzen und entschied sich trotz eines Anrufes des Bundestrainers für Serbien.
Lazar Samardzic schoss das entscheidende Tor gegen Borussia Dortmund
Lazar Samardzic schoss das entscheidende Tor gegen Borussia Dortmund
© IMAGO/IPA Sport
Lazar Samardzic besiegelt das Aus des BVB. In Deutschland konnte sich der Atalanta-Held einst nicht durchsetzen und entschied sich trotz eines Anrufes des Bundestrainers für Serbien.

Ein Elfmeter wie ein Gemälde und ein tiefer Stich ins Herz von Borussia Dortmund. Es lief bereits die achte Minute der Nachspielzeit, als sich Lazar Samardzic den Ball auf den Elfmeterpunkt legte, Anlauf nahm und den Ball so perfekt in den Winkel schoss, dass ihn wohl kein Torhüter der Welt gehalten hätte.

Anschließend entwickelte sich das Stadion in Bergamo endgültig zum Tollhaus: Atalanta hatte in letzter Sekunde das 4:1 gegen Borussia Dortmund erzielt und die Schwarz-Gelben so nach der 0:2-Niederlage im Playoff-Hinspiel doch noch hochkant aus der Champions League geworfen.

„Was für eine Nacht! Dieser Sieg ist für euch Fans, ihr habt ihn euch verdient“, schrieb der Siegtorschütze nach dem Spiel auf Instagram.

Samardzic ist mit seinem entscheidenden Treffer gegen den BVB endgültig auf der größten Fußballbühne angekommen und könnte in Zukunft doch noch die Versprechen erfüllen, die viele mit ihm schon vor Jahren in Berlin verbunden hatten.

Champions League: Samardzic galt als großes deutsches Talent

Was nicht jeder auf dem Schirm haben dürfte: Samardzic hat nicht nur eine Historie in Deutschland, der gebürtige Berliner galt einst sogar als eines der vielversprechendsten Talente des deutschen Fußballs.

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In der Jugend von Hertha BSC sorgte der Mittelfeldspieler stets für Furore. In 40 Einsätzen für die U17 erzielte Samardzic 40 Treffer und legte 14 weitere Tore auf. Auch in der U19 blieb er erfolgreich und kam auf 15 Tore und neun Assists in 17 Spielen.

Zudem spielte Samardzic für verschiedenste deutsche U-Nationalmannschaften. Von der U16 bis zur U21 durchlief er alle Auswahlsteams und kam in insgesamt 28 Einsätzen auf neun Tore.

Als Samardzic mit 18 Jahren für Hertha in der Bundesliga debütierte, schien der Weg frei zur großen Karriere. Doch nach nur drei Einsätzen für seinen Heimatverein entschied sich das Talent für einen zunächst folgenschweren Wechsel.

Nach RB-Wechsel folgt der Absturz

So folgte Samardzic 2020, direkt nach seinem vielversprechenden Beginn im Profifußball bei der Hertha, den Lockrufen von RB Leipzig und dem heutigen Bundestrainer Julian Nagelsmann.

Für 500.000 Euro wechselte er nach Sachsen, schaffte in Leipzig aber nie den Durchbruch. In seiner Debütsaison kam der Linksfuß nur auf neun Einsätze.

Über die vollen 90 Minuten spielte Samardzic nie. Insgesamt durfte er überhaupt nur zweimal von Beginn an spielen. Nach nur einer Saison wurde der junge Offensivmann in Leipzig dann sogar aussortiert.

Es folgte die Flucht aus Deutschland nach Italien. Für knapp drei Millionen Euro schloss sich Samardzic Udinese Calcio an.

Samardzic entscheidet sich für Serbien

In Italien gelang ihm dann endlich der Durchbruch im Profifußball. Bei Udinese avancierte der Mittelfeldspieler direkt zum Stammspieler.

Und so rückte Samardzic auch schnell wieder in den Fokus der Nationalmannschaft – speziell in den der Auswahl Serbiens, des Heimatlandes seiner Eltern.

Nach langem Hin und Her entschied er sich 2023 tatsächlich für den Nationenwechsel. Obwohl Samardzic in Deutschland geboren und ausgebildet wurde, lief er fortan für die serbische Nationalmannschaft auf.

Serbischer Trainer überzeugt Samardzic vom Nationenwechsel

„So eine Entscheidung fällt natürlich nicht von heute auf morgen, das braucht Zeit“, erklärte Samardzic im März 2023 bei SPORT1 seine Entscheidung.

Ausschlaggebend für den Offensivmann: die sportliche Perspektive. Er habe „mehrere Gespräche“ mit dem serbischen Nationaltrainer Dragan Stojkovic geführt, erzählte Samardzic damals.

„Dragan Stojkovic hat mir einfach sehr schnell das Gefühl vermittelt, dass ich direkt eine wichtige Rolle spielen kann“, sagte Samardzic: „Ich bin unheimlich stolz, jetzt schon dabei sein zu dürfen.“

Auch Flick bemüht sich um Samardzic

Im Vorfeld seiner Entscheidung hatte sich auch der DFB sehr um den talentierten Mittelfeldspieler bemüht. Sogar der damalige Bundestrainer Hansi Flick kontaktierte Samardzic – allerdings ohne Erfolg.

„Hansi Flick hat sich sehr um mich bemüht und mir seinerseits einen Weg mit der A-Nationalmannschaft aufgezeigt, was mich sehr gefreut hat. Natürlich ist es eine Ehre, wenn dich der deutsche Bundestrainer anruft“, zeigte sich Samardzic dankbar: „Trotzdem war ich mir zu diesem Zeitpunkt bereits sicher, dass ich für das Heimatland meiner Eltern auflaufen will.“

Samardzic schafft in Italien den Durchbruch

Seit seinem Debüt im März 2023 ist der Mittelfeldspieler mittlerweile 26-mal für Serbien aufgelaufen (ein Tor). Und auch in den insgesamt drei Jahren bei Udinese lief es für Samardzic gut: 98-mal stand er für die Italiener auf dem Feld und erzielte 13 Treffer und zehn Vorlagen.

Diese konstanten Leistungen machten ihn dann auch für europäische Top-Vereine attraktiv und so folgte 2024 der Wechsel, zunächst auf Leihbasis für fünf Millionen Euro, zu Atalanta Bergamo.

Und auch bei Bergamo überzeugte Samardzic, sodass ihn der Champions-League-Teilnehmer vor der aktuellen Saison für fast 15 Millionen Euro fest verpflichtete. Zwar kommt er gelegentlich nur von der Bank, doch mit insgesamt 70 Pflichtspieleinsätzen in eineinhalb Jahren hat er sich als fester Bestandteil des Mittelfelds der Lombarden etabliert.

Und spätestens mit seinem entscheidenden Treffer gegen Borussia Dortmund steht Samardzic auch in Deutschland wieder im Rampenlicht. Wenn es im Achtelfinale gegen den FC Bayern geht, will er wieder glänzen.