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Der heimliche Held des BVB

Der heimliche Held des BVB

Borussia Dortmund stößt mit dem Hinspiel-Sieg gegen Atalanta Bergamo die Tür zum Achtelfinale in der Champions League ganz weit auf. Doch nicht nur wegen seiner starken Leistung in diesem Spiel wird ein BVB-Star derzeit mit Lob überschüttet. Er ist so etwas wie der heimliche Chef des BVB.
Julian Brandt wird nach dem Sieg gegen Atalanta Bergamo zum Debüt von Luca Reggiani gefragt. Der BVB-Profi geht vorher aber auf Waldemar Anton und bescheinigt ihm ein "sensationelles Spiel".
Borussia Dortmund stößt mit dem Hinspiel-Sieg gegen Atalanta Bergamo die Tür zum Achtelfinale in der Champions League ganz weit auf. Doch nicht nur wegen seiner starken Leistung in diesem Spiel wird ein BVB-Star derzeit mit Lob überschüttet. Er ist so etwas wie der heimliche Chef des BVB.

Der 100. Champions-League-Sieg des BVB bedeutet: Nach dem 2:0 im Playoff-Hinspiel sind die Dortmunder klar auf Achtelfinal-Kurs. Beeindruckend war – wie schon beim 4:0 gegen Mainz – vor allem die Art und Weise. Schwarz-Gelb dominierte die Partie über 90 Minuten, ließ nie Zweifel am Sieg aufkommen. Genau das war zuvor das große Problem in dieser Saison.

Julian Brandt erklärte die neue Stabilität im Spiel des BVB damit, dass die Mannschaft „umtriebig“ gewesen sein. Doch es gibt noch einen weiteren entscheidenden Faktor. Und der heißt: Waldemar Anton.

BVB: Viel Lob für Waldemar Anton

Das wusste auch Brandt. Im Bauch des Signal Iduna Parks verteilte der Interims-Kapitän direkt ein Sonderlob. Eigentlich auf die Leistung von Debütant Luca Reggiani angesprochen, stellte er zunächst klar: „Bevor ich auf ihn eingehe, will ich sagen, Waldemar Anton hat ein sensationelles Spiel gemacht.“

Sportdirektor Sebastian Kehl kam zum fast wortgleichen Fazit: „Er hat ein überragendes Spiel gemacht.“ Gegen Bergamo hätte Anton sogar selbst treffen können – und hielt defensiv den Laden zusammen. Auch deshalb bekam er von SPORT1 die Note 1,5. Wenn er gebraucht wird, ist er da. Er steht nahezu immer richtig, denkt vorausschauend, verteidigt aggressiv nach vorne und gibt seinen Nebenleuten - wie dem erst 18 Jahre alten Reggiani - enorme Sicherheit.

Waldemar Anton überzeugt auf ganzer Linie

„Er hat gerade als Mittelmann zwischen Ramy und zwischen Luca einfach in viele, viele Zweikämpfe müssen, hat immer wieder verschieben müssen, war da ganz klar der Chef. Und er hat das sensationell gemacht“, zollte Brandt seinem Teamkollegen Respekt.

Doch nicht nur gegen den Ball überzeugt Anton. Auch mit Ball hat er sichtbar einen Schritt nach vorne gemacht. Sein Aufbauspiel wirkt reifer, klarer, strukturierter. Er sucht spielerische Lösungen, übernimmt Verantwortung. Kurzum: Auch wenn er in der öffentlichen Wahrnehmung häufig im Schatten von Nico Schlotterbeck steht – nicht zuletzt wegen dessen Vertragsverhandlungen – liefert Anton Woche für Woche ab. Und das, ohne große Töne zu spucken.

Dauerbrenner Anton ist beim BVB unverzichtbar

Es ist schon fast zum Gesetz geworden: Wenn Anton fit ist, spielt er immer. Ein Blick auf seine Bundesliga-Saison zeigt: Ist er einsatzbereit, steht er über 90 Minuten auf dem Platz. Nur gegen den SC Freiburg und Borussia Mönchengladbach musste er vor Weihnachten wegen einer Oberschenkelverletzung passen - ansonsten war er gesetzt.

Nach Torhüter Gregor Kobel (3090 Pflichtspielminuten in dieser Saison) ist Anton mit 2757 Minuten der Dauerbrenner beim BVB. Während seine Kollegen in der Innenverteidigung immer wieder verletzt ausfallen und ersetzt werden müssen, bleibt Anton die große Konstante im Team von Trainer Niko Kovac. Egal, wer neben ihm spielt.

Dass das in ständig wechselnder Besetzung „nicht immer ganz so einfach“ sei, betonte auch Brandt.

Mega-Lob von Kovac: „Waldi ist eine Bank“

Kein Wunder also, dass Kovac seinen Abwehrboss nach dem Sieg besonders feierte. Auf SPORT1-Nachfrage holte der Trainer auf der Pressekonferenz zu einem riesigen Lob aus: „Der Waldi hat schon auch in der letzten Saison absolut den Hut aufgehabt. Egal auf welcher Position, ob im Zentrum oder rechts daneben: Er steht seinen Mann. Er ist wirklich ein Leader hinten, er hat auch dem Luca heute sehr geholfen. Nicht nur er, sondern auch der Julian an seiner Seite.“

Kovac brachte es schließlich auf den Punkt: „Waldi ist eine Bank. Waldi ist ein Leader. Waldi ist ein Kämpfer, ein Vorbild - nicht nur auf dem Platz, sondern auch neben dem Platz. So stelle ich mir das wirklich auch vor.“

Ungewöhnlich große Worte vom BVB-Coach – doch auch er weiß ganz genau, warum es bei Borussia Dortmund trotz aller Widrigkeiten aktuell so rund läuft. Waldemar Anton ist der heimliche Chef im Schatten - und längst einer der Schlüssel zur neuen Dortmunder Dominanz.